[Rezension]
Fair Play
(Spiel mit, sonst...
verlierst du alles)

Mai 22, 2021


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Kerstin Gulden - Fair Play
(Spiel mit, sonst verlierst du alles)

Genre: Jugendbuch
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 23. März 2021
Verlag: Rowohlt Verlag
Seitenanzahl: 336 Seiten

Ebook: 9,99 € ; Print: 18,00 €
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Inhalt:

Opfer. Will man nicht bringen, will man nicht sein.
Trotzdem haben wir nach den Sommerferien beschlossen, etwas zu opfern:
unsere Freiheit. Zumindest für drei Monate.
Wir kriegen etwas Besseres für das, was wir aufgeben, dachten wir.
Da war das große Ziel, klar, das offizielle: die Welt retten, wenigstens ein bisschen.
Vielleicht wäre das Experiment nicht außer Kontrolle geraten, wenn es dabei geblieben wäre. Aber jeder von uns hatte auch einen persönlichen Grund mitzumachen …
oder zu rebellieren: Status, Geld, Rache, Liebe.
Und so verloren wir mehr, als wir einsetzen wollten. Einen von uns.

Ein Wettbewerb. Eine Schule. Und eine gewagte Idee:
Was, wenn jeder deine Umweltsünden auf deinen Social-Media-Accounts sehen könnte?
Würdest du dich zusammenreißen? Nur noch so viel verbrauchen an Energie, Essen, einfach allem, damit das Icon deiner App grün bleibt statt rot? Würdest du fair spielen?
Oder ... ODER???

Meinung:

Umweltsünden. Fridays for Future. Die Politik der Zukunft.
Das geht uns alle etwas an. Und auch wenn ich mich nicht so aktiv engagiere, wie wir das alle sollten, mag ich Geschichten zu diesem Thema.
Vor allem, wenn sie so dramatisch sind wie Die Welle. Eigentlich.
Denn das war der erste Vergleich, der mir in den Sinn kam, als ich den Inhalt von Fair Play gelesen hatte. Und nachdem ich richtig durchgestartet bin, wurde mein Verdacht bestätigt.

Die Story wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, jeweils in der Ich-Form.
Kera, Max, Elodie, Leonard. Stilistisch könnte man theoretisch durch die Seiten fliegen, wenn da nicht immer wieder fett gedruckte Buchstaben, Pfeile oder interessant anmutende Formulierungen wären, die einen im Lesefluss stocken lassen.
Versteht mich nicht falsch, es hat nur beim ersten Lesen gestört. Im Nachhinein finde ich das, was die Autorin damit ausdrücken wollte, sehr individuell gelöst.
Hat sonst kein Buch und es passt zur rebellischen Atmosphäre der Handlung.
Der restliche Schreibstil war wirklich angenehm und es gab zum Glück nicht viele politische Bezüge.

Kera, Elodie, Leonard und Max sind die Gründungsmitglieder von Fair Play.
Einer App, die helfen soll, die Umwelt zu verbessern.
Oder sie zumindest auf den richtigen Weg zu führen.
Fair Play soll die Menschen zum Umdenken bewegen.
Und wie macht man das besser, als wenn man sie in Konkurrenz zueinander stellt?
Genau: Ihnen dabei auch noch das Gefühl geben Gutes zu tun.
Das ist Fair Play. Zumindest solange die Charaktere nicht anfangen ihr eigenes Ding zu drehen und Vorteile aus den jeweiligen Situationen zu schlagen.

Vier Charaktere, vier Wege mit Fair Play und den Problemen, die es auslöst, umzugehen.
Wie es der Zufall will, mochte ich die Außenseiterin am liebsten. Man könnte meinen, es wäre Computerfreak und Programmierer Leonard, aber nein. Ich bin Elodie Fan.
Weil ich ihre Gründe am ehesten nachvollziehen konnte.
Max war mir zu bockig, Kera zu mainstream. Und Leonard zu arrogant.
Sie haben alle ihre Ecken und Kanten und ja, man konnte bei jedem eine Entwicklung sehen, aber am deutlichsten bei Elodie. Hat mir imponiert.

Mal abgesehen von den Persönlichkeiten war der Rest der Storyline eher mau.
Durch den Prolog weiß man, worauf es hinausläuft und das dazwischen ist fast nur Füllmaterial. Natürlich werden wichtige Dinge angesprochen.
Mobbing, Umweltaktivismus, politische Machenschaften, Gewalt, Liebe und mehr.
Der Spannungsbogen bleibt allerdings ausbaufähig, zumal ich nicht zu jeder Figur eine Verbindung aufbauen konnte.

Es ist natürlich eine eigenständige Geschichte, die auf unerwartetem Grund fußt und weitreichender war als angenommen, aber beim zweiten und dritten „drüber nachdenken“ eben auch nur eine andere Form von „Die Welle“. Neuartiger. Mit anderen Ansätzen und anderen Plattformen, aber leider nicht so beeindruckend wie erhofft.

Fazit:

Auch wenn es weh tut, aber Fair Play ist für mich nur durchschnittlich.
Die Autorin hat eine solide, unterhaltsame und lehrreiche Geschichte geschaffen, versucht diese mit jugendlichem Stil aufzulockern und hin und wieder Überraschendes einfließen lassen. Doch im Großen und Ganzen lässt die Ähnlichkeit zur Welle tief blicken.
Ich mochte die Charaktervielfalt, den Blick auf die Welt und den Verlauf, aber es fehlten die Schnappatmungsmomente und ein Hauch Emotionalität.
Trotzdem finde ich, sollte „Fair Play“ im heutigen Schulunterricht gelesen werden, weil der Bezug zu Social Media viel präsenter ist als früher.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️💫 (3,5/5)

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