[Rezension]
Die Göttinnen von Otera
(Golden wie Blut)

April 08, 2021


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Namina Forna - Die Göttinnen von Otera
(Golden wie Blut)

Genre: Fantasy
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 08. Oktober 2020
Verlag: Loewe Verlag
Seitenanzahl: 512 Seiten

Ebook: 14,99 € ; Print: 19,95 €
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Inhalt:

Bitte lass mein Blut rot sein, bitte lass mein Blut rot sein, bete ich.
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin.
Doch dann kennzeichnet ihr goldenes Blut sie als Alaki, als Dämon.
Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie retten:
Er stellt eine Armee aus den beinahe unsterblichen Alaki zusammen.
Deka wird zur Kriegerin ausgebildet und lernt dabei nicht nur zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, durch die sie als Frau ihr Leben lang unterdrückt wurde.

Meinung:

Faszinierend. Brutal, rasant, fantasievoll. Stark.
Das sind die ersten Worte, die mir nach dem Lesen von diesem genialen Auftaktband einfallen. Ich habe mich direkt in die Idee der Alaki und der Todesrufer verliebt.
In die Protagonistinnen, die Loyalität, die sie verbindet, die ungeschönten Szenen und auch in das Setting. Und doch gibt es einen winzigen Punkt, an den ich mich erst noch gewöhnen muss. Der es mir etwas schwerer gemacht hat, mich in die Geschichte fallenzulassen: die Zeitsprünge und Dekas schnelles Wachsen.

Das Setting war für mich von vorne herein afrikanisch angehaucht.
Ist auch kein Wunder, denn bereits das Cover geht in diese Richtung.
Deswegen fiel es mir auch nicht schwer, mir Deka in ihren traditionellen Gewändern vorzustellen mit denen sie zum Ritual der Reinheit gerufen wird, bei denen sich die Mädchen und jungen Frauen eines Stammes einer Prüfung unterziehen müssen.
Rotes Blut bedeutet alles. Goldenes hingegen... bedeutet, dass man abartig, anders, widernatürlich ist. Und Deka hat leider kein Glück.

Ganz ehrlich? Ich habe nicht damit gerechnet, dass diese Geschichte so, ja, tatsächlich so krass ist. Denn kaum, dass Dekas goldenes Blut zum Vorschein kommt, wird es gewaltig.
Folter, Qualen, tausend Tode. Nicht in jedem Detail, aber ausreichend, sodass ich während des Lesens immer Kopfkino hatte, was mal mehr, mal weniger schön war.
Durch die Ich-Perspektive in der das Buch verfasst ist, konnte man fast alles mitfühlen, was Deka auf ihrer Reise durchmachen musste. Und das war einiges.
Gepeinigt von ihrer Gemeinde. Verstoßen von eigenem Vater.
Verraten von einem Volk, zu dem sie sich noch nicht einmal richtig zugehörig fühlt.
Vom Mädchen zur Frau innerhalb von wenigen schmerzhaften, brutalen Monaten.

Wenn die Autorin eins drauf hat, dann ist es, den Leser mitzunehmen, mitzureißen und zu begeistern. Der Schreibstil trägt einen locker, leicht, bildgewaltig durch ein vom Krieg gebeuteltes Land. Vor allem die Antagonisten, die Todesrufer, hatten es mir angetan.
Super gruselige, unergründliche, aber auch irgendwo menschliche Kreaturen, die in Raubzügen das Land überfallen und gegen die Deka und ihre Freunde mit ihren neu gewonnen Fähigkeiten kämpfen müssen. Besagte Fähigkeiten waren nicht neu, aber wie die Autorin sie in die Geschichte eingebunden hat war großartig.
Die Seiten sind nur so dahingeflogen.

Natürlich darf bei so einer epischen Geschichte ein bisschen Liebe nicht fehlen.
Tatsächlich gehört das allerdings zu meinen Kritikpunkten.
Denn ich finde, dass die Emotionen zwischen Deka und ihrem Gegenpart stärker hervorgehoben hätten werden können. So ist es nur eine kleine Nebenhandlung, obwohl der Wandel der Gemüts- und Gefühlslage durchaus einen großen Stellenwert in der Story hatte. Auch die oben erwähnten Zeitsprünge haben mich ein wenig aus der Verbindung zu den Charakteren herausgerissen, denn die Handlung erstreckt sich über ein paar Jahre und man begleitet Dekas Entwicklung hin und wieder im Zeitraffer.
Von mir aus hätte man das ruhiger angehen können.
Dann hätte man mehr Zeit gehabt die Geschichte zu genießen.

Und dass sie genießenswert ist, daran besteht für mich kein Zweifel.
Spannung hinter jeder Ecke, ernste Themen, leise und laute Töne, überraschende Wendungen und eine Vielfalt in so einigen Dingen, die, meiner Meinung nach, tatsächlich ihresgleichen sucht.

Fazit:

„Die Göttinnen von Otera“ bietet bildgewaltige, spannende Fantasy auf hohem Niveau.
Ich kann es, trotz kleiner Kritik auf der emotionalen Ebene, kaum erwarten, mehr von den Todesrufern zu erfahren, Deka in Action zu erleben oder große Befreiungsschläge zu begleiten. Sei es das Brechen von Regeln, das Stürzen alter Machtkonstrukte oder das Erkunden von neuen Welten.
Die Autorin hat hier eine faszinierende Geschichte erschaffen, sie mit modernen und ernst zu nehmenden Themen kombiniert, das Ganze in ein grandioses Setting gebettet und für die Abwechslung einige Überraschungen eingebaut.
Dekas Reise hat gerade erst begonnen und ich bin hungrig auf mehr.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️💫 (4,5/5)

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