[Rezension]
The Run
(Die Prüfung der Götter)

März 23, 2021



Infos zum Buch / Werbung!

Dana Müller-Braun - The Run (Die Prüfung der Götter)

Genre: Romantasy
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 18. März 2021
Verlag: Carlsen Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten
Ebook: 4,99 € ; Print: 15,00 €
Hier kaufen: Amazon | Verlag



Inhalt:

**Ein Lauf um Leben und Liebe**

Vier Götter wurden einst auf die Erde gesandt, um das Zeitalter der Menschen einzuläuten. Aus schwarzem Sand schufen sie das Reich des Kampfes.
Aus goldenem Staub erwuchs die Weisheit. Aus roter Asche wurde der Tod geboren.
Und aus blauem Eis das Leben. So die Legende, die noch heute Saris Schicksal bestimmt.
Wie alle Achtzehnjährigen muss sie den gefährlichen Lauf durch die vier Reiche der Götter bestehen, bevor sie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden kann.
Dabei ist sie auf die Hilfe eines mächtigen Schattenbringers angewiesen, der ihr Herz ungewöhnlich tief berührt. Aber seine Treue gilt nicht ihr ... 

Meinung:

Kennt ihr das, wenn euch ein Buch so sehr ruft, dass ihr es sofort lesen müsst?
Wenn andere es beschreien und bejubeln und es euch in den Fingern kribbelt selbst in diese Geschichte einzutauchen? The Run war so ein Buch.
Ich freue mich selten so krass auf Storys, aber bereits bei der ersten Vorstellungsrunde war ich begeistert von dem, was die Welt von Sari versprochen hat.
Ein legendärer, gefährlicher Lauf durch vier Königreiche, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich habe an Panem gedacht. An Maze Runner.
An echte, rohe Gefahr und eine tiefe, unsterbliche Liebe.
Immerhin geht es um die Prüfung der Götter.

Und dann bin ich eingestiegen und der Anfang hat mir schon sehr zugesagt.
Allerdings nur so lange bis der Lauf begann. Bis Sari sich den ersten Prüfungen gestellt hat. Ich kann es nicht anders sagen, aber es war alles zu viel.
Zu schnell. Zu haltlos. Ich mag Geschichten, bei denen man mit Schwung in die Handlung geworfen wird, aber The Run? Das war irgendwie ein ganz anderes Kaliber.
Man fegt durch die Wüste wie Sand, brodelt sich unaufhaltsam seinen Weg durch die Landschaft wie Lava, kriecht klirrend langsam über Gräser wie das Eis der Emza und das alles zusammen, sodass man kaum Zeit hat Luft zu holen, geschweige denn Verbindungen zu knüpfen.
Ganz ehrlich? Ich glaube eine Dilogie wäre hier besser bei mir angekommen.

Ja, ich hatte Spaß während des Lesens.
Weil die Autorin brutal und ungeschönt schreibt. Weil die Ich-Perspektive der Handlung viel gegeben hat. Weil man nicht weiß, wem man in dieser Geschichte vertrauen kann.
Weil es unzählige Wendungen gibt und Saris Loyalität mich beeindruckt hat.
Weil das Setting in der Theorie echt schön war, aber in der Praxis hat mich das Worldbuilding leider nicht erreicht. Nicht beflügelt und mitgerissen.
Einfach, weil es für mich so haltlos war.

Man muss sich das so vorstellen: Sari, ein Phantom, das eigentlich gar keinen Namen tragen darf, lebt fast ihr gesamtes Leben nur andere, nie für sich selbst.
Nach dem Run wird sie in die Gesellschaft eingeführt. Sie erhält wie alle anderen die vier Male der Götter, die einst die Welt schufen, in der sie aufgewachsen ist.
Natürlich zeugen der Handlungsverlauf und das Worldbuilding im Allgemeinen von der großartigen Fantasie der Autorin, aber ich konnte kaum ein Wort davon richtig genießen. Zack, weg war es. Sei es eine Prüfung von Sari, eine Erkenntnis fürs Leben, der Verrat von Liebe und Freundschaft. Es floss unheimlich schnell dahin und nichts war wirklich greifbar. Genau wie Saris Charakter bzw. ihre Gedanken, die man ja mitverfolgt.
Es gab keine wirkliche Konstante bis auf die Liebe zu Jarrusch. Das Spiel mit Keeran, dieses Hin und Her und ja und nein, uff... das war einerseits gut für die Geschichte, andererseits habe ich das der Protagonistin nach einiger Zeit auch nicht mehr abgekauft.

Generell hätte ich gern mehr von den Ursprungsgöttern erfahren.
Mehr vom Anfang des Krieges. Damit ich den Weg dahin verstehe.
Zu Beginn der Kapitel gibt es zwar kleine Anekdoten, aber das große Ganze hab ich nicht verstanden. Warum wurden die Alben vertrieben? Wer war zuerst da?
Wo haben sie gelebt? Warum haben sich die Rebellen nicht schon früher gezeigt?
The Run hat mir einfach zu viele Fragen offen gelassen. Obwohl ich die Grundidee richtig toll finde und es sich schnell lesen lies, war es mir im Gesamten zu schnelllebig.
Von einer Situation in die nächste und alles irgendwie abstrus, chaotisch, unentschlossen. Man folgt Sari, ihrem Ziel, dem Run und Keeran, hört von Gaben, Magie, Göttern, aber haften bleibt nichts. Vielleicht war es auch der falsche Zeitpunkt zum Lesen dieser Story.

Fazit:

The Run bietet im Grunde eine wirklich geniale Idee und ich kann gut nachvollziehen, dass die Schlag auf Schlag Situationen, sowie die Welt um Sari einige begeistert hat.
Sie steckt ja auch voller Magie, Konkurrenz, Machtkämpfe und einem System das gestürzt gehört. Dinge, die ich normalerweise liebe. Aber die fehlende Verbindung, bedingt durch die Schnelllebigkeit, lässt mich das Ganze nur lesen, nicht erleben.
Und bei der Masse an neuen Dingen in den jeweiligen Königreichen, den Begriffen, den Gedanken von Sari und den riesigen Vertrauensproblemen, habe ich mich gefühlt wie ein Ping-Pong-Ball. Ich konnte dem roten Faden nicht richtig folgen, vieles lief mir zu glatt ab und obwohl ich die Handlung mochte, war sie mir zu wirr.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️ (3/5)

Das könnte dir auch gefallen...

0 Kommentare

Für die erforderliche Zuordnung des Kommentars werden personenbezogene Daten gespeichert, nämlich Name, E-Mail Adresse und IP. Durch das Absenden des Kommentares erklärt sich der Nutzer hiermit einverstanden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung: https://ausdemlebeneinerbuechersuechtigen.blogspot.de/p/datenschutz-rechtliches.html

Beliebte Beiträge

Subscribe