[Rezension]
Sieben
(Spiel ohne Regeln)

Januar 03, 2021


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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M. A. Bennett - Sieben (Spiel ohne Regeln)

Genre: Jugendbuch
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 13. Mai 2020
Verlag: Arena Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten

Ebook: 11,99 € ; Print: 16,00 €
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Inhalt:

Nach jahrelangem, heftigem Mobbing an der Schule hofft Link, dass sie alle tot sind.
Dass sie umgekommen sind bei dem Flugzeugabsturz, den er wie durch ein Wunder überlebt hat. Aber sein Hochgefühl währt nur kurz.
Denn Links Mitschüler sind alle noch da - sie sind mit ihm auf einer tropischen Insel gestrandet und mehr als bereit, ihn weiter zu erniedrigen.

Ziemlich schnell jedoch ist klar:
Hier in der Wildnis steht die Schulhierarchie auf dem Kopf.
Das Recht des körperlich Stärkeren ist außer Kraft gesetzt und einzig Link als Nerd verfügt über das Wissen zum Überleben.

Meinung:

Von gähnender Langeweile über einige verdrehte Augen bis hin zu spannenden Rätseln und Überlebenskampf der besonderen Art, ist bei „Sieben“ wirklich alles dabei.
Es ist eine Geschichte, die sich erst nach und nach aufbaut, immer fesselnder und unglaublicher wird, je weiter man liest.
Theoretisch gut, aber wenn man zu Beginn kaum etwas hat, was sich interessant liest, ist es schwer, sich auf den Rest zu freuen. Der Anfang zog sich leider sehr.
Das sollte sich nun nicht die Bedeutung von Links Mobbingstory schmälern, aber puh, das erste Viertel - bis sie auf der Insel sind - war zäh.

Dabei schreibt die Autorin in meiner bevorzugten Ich Perspektive.
Und auch der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und dennoch mit ein paar nerdigen Einwürfen gespickt, die sich von allem abgehoben haben.
Eigentlich also wie für mich gemacht. Die Charaktere waren stereotyp.
Der Nerd, der Sportstar, die Cheerleaderin, der Freak, der Gangster und so weiter. Niemand mit dem ich mich identifizieren konnte und trotzdem kennt man sie alle.
Oder glaubt, sie zu kennen.

Link, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, möchte einfach nur in Ruhe gelassen werden. Er hat keine Freunde, liebt Wissensansammlungen, Computer, ein typischer Nerd eben. Nach drei harten Mobbingjahren auf seiner Schule bietet sich mit dem Sommercamp die Gelegenheit von eben dieser abzugehen.
Nur dass sich sein Traum, endlich für sich allein zu sein, in Luft auflöst, als er mit seinen Peinigern auf einer einsamen Insel strandet.

Und auf der Insel begann für mich der richtig spaßige Teil.
Ich liebe es die Veränderung von Charakteren hautnah mitzuerleben und die, die Link auf der Insel durchmachte, war mit die Größte von allen.
Vom Opfer zum Täter. Vom Nerd zum König. Von unsichtbar zu unübersehbar.
Aber auch die anderen sechs waren echt interessant zu analysieren.
Ihr Verhalten, ihr Zugehörigkeitsgefühl, ihre Gruppendynamik.
Ich mag ja generell Survivalshows, auch wenn ich es vermutlich keine zwei Tage durchhalten würde.
„Sieben“ lieferte mit seiner Handlung genau das: einen Abenteuerroman mit psychologischen Hintergründen.

So unspannend der Anfang auch war, so packend und mitreißend war der Rest. Irgendwann wird jeder auf so einer Insel paranoid.
Das Problem an Links Paranoia war, dass sie von ihm selbst ausging, teilweise.
Man entwickelt ein Gefühl für die Gedanken und Absichten der Anderen.
Und handelt dementsprechend. Die Atmosphäre wird immer drückender, auch weil Link ein paar abscheuliche Dinge tut. Was die Autorin aus der Gesamtkonstellation gemacht hat, ist zwar kein Thriller, aber definitiv unterhaltsam!

Fazit:

Die Idee zu „Sieben“ ist sicherlich schon irgendwo, irgendwie mal da gewesen.
Trotz des wirklich langwierigen Beginns, in dem man Links Vorgeschichte erfährt, nimmt die Story noch richtig an Fahrt auf.
Es geht ums Überleben, zwar nicht in der Hardcore-Variante - dafür ist es zu sehr im Jugendbuchbereich angesiedelt - aber dennoch.
Ein Survival Abenteuer in der seichten Version mit Psychospielchen, Machtwechseln, Rätseln und einem hohen Unterhaltungswert.
Emotional noch ausbaufähig, kann „Sieben“ allerdings mit dem Setting und einer Prise Wahnsinn überzeugen.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

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