[Rezension]
The Escape Game
(Wer wird überleben?)

November 15, 2020


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Megan Goldin - The Escape Game
(Wer wird überleben?)

Genre: Thriller
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 02. März 2020
Verlag: Piper Verlag
Seitenanzahl: 432 Seiten

Ebook: 8,99 € ; Print: 10,00 €
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Inhalt:

»Willkommen im Escape Room. Eure einzige Aufgabe: Bleibt am Leben.« 

An der Wall Street sind die Banker Vincent, Jules, Sylvie und Sam die ultimativen Top Player. Als sie eines Abends zusammen im Fahrstuhl eines Hochhauses steckenbleiben, ahnen sie zunächst nichts Böses.
Doch als der Notrufknopf nicht funktioniert, das Licht ausgeht und die Temperatur immer weiter steigt, erkennen sie, dass jemand ein grausames Spiel mit ihnen spielt. Doch wer? Je länger sie festsitzen, desto angespannter wird die Stimmung.
In der beklemmenden Enge des Fahrstuhls kommen ihre dunkelsten Geheimnisse ans Licht, und als einer der vier plötzlich eine Waffe zieht, eskaliert die Situation …

Meinung:

Auf der Rückseite des Buches springt einem das Wort „Hochspannung“ ins Auge.
Man kann sich also fast denken, wie „hoch“ meine Erwartungen waren.
Ich wollte Paranoia, das Gefühl der Angst, wenn aus dem Spiel tödlicher Ernst wird.
Ich wollte das Prickeln und den Nervenkitzel beim Suchen nach Lösungen und dem Knacken von Rätseln. Ein bisschen meinen Verstand herausfordern als ich diese Geschichte anfing. Bekommen habe ich leider... umpf. Nicht viel.
Ein geniales Ende war für mich der einzige Trost.

Das Buch wird aus zwei Sichtweisen erzählt und spielt in zwei verschiedenen Zeiten.
Zum Einen berichtet Sara Hall in der Ich-Perspektive von ihrem Leben als zukünftige Karrierefrau mit Geld wie Heu, davon wie sie sich all ihre Träume erfüllt und zum Anderen stecken vier Anzugträger mit Bonzen-Klamotten und nach Luxus stinkend in einem Aufzug fest. Bei diesem Handlungsstrang fing es leider schon mal damit an, dass keine klare Aufteilung zwischen den Charakteren erkennbar war.
Der persönliche Bereich der Banker, das, was man als Leser von denen erfuhr, wechselte so schnell hin und her wie ein Pingpongball zwischen den Aufzugwänden.
Was bei mir von vorneweg für Chaos sorgte und es mir kaum ermöglichte mich zu konzentrieren, sodass ich einige Passagen einfach übersprungen habe.

Und auch der Schreibstil selbst, trug leider nicht zur Verbesserung der Situation bei.
Ich finde kaum ein anderes Wort dafür, außer: Trocken. Trocken und nicht gerade fesselnd. Könnte allerdings auch an der Gesamtsituation gelegen haben.
Man kann den Stil lesen, die Kapitel mit Sara Hall besser als die vom Aufzug, aber es kamen keinerlei Emotionen an.
Nichts was mich denken ließ, dass es mir leid tut, dass die Vier im Aufzug feststecken.
Oder was für ein verkorkstes, trauriges Leben Sara Hall führt.
Müsste ich das ganze Buch beschreiben, wäre es für mich kein Thriller, sondern eher eine Wallstreetstory mit dramatischen Racheelementen. Geld verändert Menschen.

Durch den trockenen Schreibstil kam auch fast überhaupt keine Spannung auf.
Gut, zu Beginn fallen Schüsse und es fließt eine Menge Blut, aber das währt keine drei Seiten und dann erzählt Sara ihre Lebensgeschichte, die sich theoretisch auch kurz zusammenfassen ließe:
Wirtschaftsabsolventin mit Köpfchen und wenig Freunden findet Stelle bei der renommierten Stanhope Firma, macht Karriere und Geld, verliert die wenigen Freunde aufgrund von Zeitmangel, stumpft ab, lebt nur noch für die grünen Scheinchen.
Dramatische Wendung, die ich hier nicht verrate und die auch das Einzige war, das mich bis zum Schluss hat durchhalten lassen. Denn im Endeffekt sind die Vier, die im Aufzug feststecken, ähnlich getaktet. Karriere und Geld. Karriere und Geld.
Ich bin der/die Beste und dafür gehe ich über Leichen. Ende.

Vielleicht brauchen manche Leser die ellenlange Vorgeschichte eines einzelnen Protagonisten. Oder die gegenwärtigen Probleme von Vincent, Jules, Sylvie und Sam, die sich hauptsächlich um Ansehen, Neid, Drogen oder Alkohol und Zahlen drehen.
Wenn ich jedoch „Escape“ lese, dann möchte ich das, was ich oben genannt habe, auch empfinden. Prickeln, Angst, den Hunger der Figuren, ihr Leiden und die Panik vor dem Ende. Und mich nicht monoton und stumpf von Seite zu Seite hangeln, darauf hoffend, dass endlich die Spannungselemente eines Thrillers auftauchen. Taten sie am Ende auch.
Nur halt viel zu spät. Wobei die Auflösung des Ganzen die Geschichte noch einmal aufpoliert hat, zumindest ein wenig.

Fazit:

Ich habe einen spannenden, mindblowing Thriller erwartet, der der Atmosphäre von Escape Rooms oder Exit Spielen in der Realität gerecht wird.
Bekommen habe ich weder „spannend“ noch „Thriller“, einzig das „mindblowing“ kam am Ende etwas durch. Idee und Umsetzung hätten großartig sein können, wenn da nicht diese absolut flache Erzählweise gewesen wäre, sowie unsympathische Charaktere mit denen man sich weder anfreunden noch identifizieren kann.
Selbst in dem beengten Aufzug, der theoretisch prädestiniert ist für Panik und Angst, kam keine Spannung auf. Nur das grande Finale hob meine Laune nach dem Überfliegen von Fakt an Fakt wieder etwas.

Bewertung:

⭐️⭐️ (2/5)

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