[Rezension]
Der Heimweg

November 03, 2020


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Sebastian Fitzek - Der Heimweg

Genre: Psychothriller
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 21. Oktober 2020
Verlag: Droemer Knaur
Seitenanzahl: 400 Seiten

Ebook: 14,99 € ; Print: 22,99 €
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Inhalt:

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon.
Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt - oder im Notfall Hilfe ruft.
Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation.
Bis heute, als Jules mit Klara spricht. Die junge Frau hat entsetzliche Angst.
Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte:
Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an ...

Meinung:

Mit jedem neuen Fitzek, den ich lese, wird die Redewendung „Das Beste kommt immer zum Schluss“ stets nochmal unterstrichen.
Und damit meine ich nicht das Ende der Geschichte, die Auflösung seiner Psychothriller, sondern auf immer und ewig seine Danksagungen.
Die sind so witzig, charmant und auf den Punkt - trotz oftmaliger Überlänge - da kann mir das Buch noch so wenig gefallen, ich habe dennoch einen Grund zur Freude.
Was nicht heißt, dass mir „Der Heimweg“ nicht gefallen hat.
Im Gegenteil, das war mal wieder eine Glanzleistung vom Meister der deutschen Thrillerkunst. Allein schon der Prolog hat einem das Gefühl von Nervenkitzel vermittelt. Dabei hatte die eigentliche Handlung noch gar nicht wirklich begonnen.

In seinem neusten Werk spielt der Autor mit Paranoia, Wahnvorstellungen und mal wieder mit der Psyche seiner Leser. Es mag Leute geben, die über die Konstellation der Geschichte, die Themen, die dort eingebunden wurden oder den Ausgang selbst, die Augen verdrehen - ich fand es einfach nur genial.
Denn sobald man mit Jules am Heimwegtelefon spricht, ist nichts mehr so, wie es scheint. Ich hatte während des Lesens die wildesten Theorien was sein könnte und wurde fast jedes Mal aufs Glatteis geführt.
Vom besten Freund als Mörder, der Vortäuschung falscher Tatsachen bis hin zu abstrusen Gedankenkonstrukten, sodass ich mich fast selbst nicht mehr verstanden habe.

„Der Heimweg“ wird vorwiegend aus der personellen Sicht von Jules und Klara erzählt. Nicht immer abwechselnd, allerdings hat man das Gefühl, dass man von beiden Protagonisten einen grundlegenden Eindruck bekommt.
Ein Punkt, der für mich immer sehr wichtig ist, denn er sorgt dafür, dass ich mich in die Charaktere einfühlen kann. In diesem Fall sogar extrem stark, obwohl ich wohl kaum eine solche Tragödie erlebt habe wie Jules oder so gewalttätig behandelt wurde wie Klara.

Mal abgesehen von dem wunderschönen, blutigen Prolog, beginnt „Der Heimweg“ relativ harmlos. Jules vertritt einen seiner Freunde beim Heimwegtelefon, nicht ahnend, dass er alsbald in eine wahnsinnig gefährliche Situation geraten wird, die mir beim Lesen mehr als einmal Gänsehaut beschert hat. Klara, mit der Jules telefoniert, scheint zunächst nur eine Frau mit Todesangst zu sein. Doch je länger das Gespräch dauert, umso mehr verstricken sich beide Parteien in Halbwahrheiten und Lügen.
Man blickt kaum noch durch und das, was hinter den Telefonen, an den jeweiligen Aufenthaltsorten passiert, verstärkt dieses Gefühl noch.

Ich kann nicht oft genug betonen, wie sehr ich solche Psychospielchen liebe.
Der Spannungsbogen, den der Autor hier erschaffen hat, ist enorm hoch.
Man springt von einem Ereignis zum nächsten, von einem Chaos ins andere und es ist echt schwer zu beschreiben, was die Geschichte mit einem anstellt.
Vor allem die Paranoia, die bei Jules und Klara einsetzt und sich einfach mal so beim Lesen auf den hinter dem Buch überträgt.
Hinzu kommt, dass die Themen, die angesprochen werden, selbst für einen Herrn Fitzek extrem brutal und ungewöhnlich sind.
Zusammengenommen ergibt das ein sehr außergewöhnliches Leseerlebnis.

Fazit:

„Der Heimweg“ ist definitiv nichts für schwache Nerven.
Nicht nur, dass der Leser mit angsteinflößenden Situationen konfrontiert wird - der Autor spielt ebenso mit dem Verstand und führt einen in dunkle Parkhäuser, durch unheimliche Wälder, hinein in schreckliche Szenarien.
Die Spannung ist zwar nicht unerträglich, aber es macht durchaus kribbelig.
Vor allem, wenn die Charaktere so undurchsichtig sind und zeitgleich irgendwo eine gewisse Tiefe haben. Kommt ihr mit auf den „Heimweg“ und lasst euch von einem Meister der Thrillerkunst in die Irre leiten?

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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2 Kommentare

  1. Das Buch will ich auch unbedingt noch lesen. Fitzek geht immer
    LG Sandra von Plentylife
    PS: Auf meinem Blog findet zurzeit ein Gewinnspiel statt, vielleicht das Buch ja etwas für Dich?!

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    Antworten
    1. Dann viel Spaß, wenn du anfängst :)
      Ich schau mal vorbei ;)

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