[Abbruchrezension]
Wimpernschlagmomente

Oktober 18, 2020



Vielen Dank an BoD für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Regina Bittl - Wimpernschlagmomente

Genre: Lebensroman
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 11. November 2019
Verlag: Books on Demand
Seitenanzahl: 500 Seiten

Ebook: 9,99 € ; Print: 15,99 €
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Inhalt:

"Auch der längsten Nacht folgt ein Morgen.“
Jeder von uns hatte schon einmal Angst.
Wie verhält es sich jedoch, wenn diese Angst unkontrollierbar wird?
Wenn sie sich ausbreitet wie ein Spinnennetz?

Damit musste sich Rica, erfolgreiche Unternehmensberaterin,  auseinandersetzen, als sie vor 8 Jahren die Diagnose F41.3, akute Angststörung mit Zwangshandlungen, erhielt.
Das Leben selbst definiert, dass auf das Ende einer Sache der Anfang von etwas Neuem folgt. Nach einer Konfrontation mit ihrer Vergangenheit muss Rica ihr Leben umkrempeln. Sie begibt sich auf eine Reise ins Unbekannte, um private und berufliche Entscheidungen zu treffen.
Nur eines weiß sie ganz sicher: Sie möchte nie wieder an den Punkt gelangen, an welchem ihr gerade einmal 60 x 60 cm auf dem Sofa verbleiben, auf denen sie sich einigermaßen sicher fühlt. Sie gerät in ein turbulentes Abenteuer, dem sie sich auf ihre lebensfrohe Art stellt. Kann sich Rica von der Bürde befreien, die ihr die Krankheit aufgezwungen hat? Findet sie den Mut, sich auf eine neue Liebe einzulassen?
Denn diese Angststörung wird nie vollständig ruhen.

Meinung:

Wimpernschlagmomente ist wahrlich ein ganz besonderes Buch.
Leider kommen die Geschichte und ich momentan nicht auf einen gemeinsamen Nenner, sodass ich nach 130 Seiten aufgeben musste.
Das lag zum Einen am Schreibstil, zum Anderen an der kleinen Schrift, aber auch am Thema, das eigentlich super interessant ist.
Es geht um Angststörungen und Zwangshandlungen.

Rica Wünsche ist eine gestandene Frau - ihr Alter erfährt man nicht - die schon seit einigen Jahren als Unternehmensberaterin tätig ist.
Und sie ist verdammt gut in ihrem Job. Wenn da nicht dauernd ihr nicht vorhandenes Privatleben über ihr hängen würde wie ein Damokleschwert.
Und die damit verbundenen Ängste. Sie hat keine Freunde mit denen sie darüber reden kann und so setzt sie sich, auch nach einer eingängigen Therapie, hauptsächlich mit sich selbst und ihrer inneren Stimme auseinander.
Was an sich überhaupt nicht verkehrt ist, allerdings nahmen hier meine Probleme ihren Lauf.

Der Schreibstil ist sehr ausschweifend. Nicht im Sinne von blumigen Umgebungsbeschreibungen, sondern, weil sich ein Großteil der Handlung tatsächlich irgendwie in Ricas Innerstem abspielt. Die Emotionen, die die Autorin damit hervorrufen wollte, sind vermutlich genau richtig bei mir angekommen.
Unwohlsein. Unbehagen. Ein permanentes „Unter-Storm-stehen“.
Ein grummelnder Magen und zu laute Gedanken.
Alles Dinge, die Patienten mit Zwangsstörungen jeden Tag empfinden.

Das was Rica auf den ersten 130 Seiten fühlt und erlebt, war mir zu schwere Kost, um es zu verarbeiten. Es ist nicht so, dass ich damit nicht umgehen könnte und ich lese theoretisch auch gern solche Romane.
Aber hier hat es irgendwie nicht gepasst. Zu diesen „Bad Vibes“, die Rica mit ihren Monologen verströmt, kommt hinzu, dass sie mir aufrichtig leid tat.
Klar, das ist nicht, was eine solche Krankheit auslösen sollte, aber umpf... trotz ihrer positiven Arbeitseinstellung kam ich nicht drumherum.

Wenn ich mich von meinen Empfindungen distanziere, kann ich mit Sicherheit sagen, dass dieses Buch für viele vermutlich absolut mindblowing sein wird.
Denn die Autorin schreibt gut, sie schreibt tiefgreifend - wenn man sich denn darauf einlassen kann. Man sollte jedoch am Anfang, wie gesagt, nicht zu viel erwarten.
Es ist ein Herantasten an Rica als Person.
Ein Verstehen ihrer Handlungs- und Denkweise. Es hilft, dass ihre innere Stimme in der Ich-Perspektive schreibt und der Rest aus der personellen Sicht verfasst ist.
Bevor man sich an diese Geschichte heranwagt, sollte man verstehen, dass es für einige aufwühlend sein kann. Vor allem, wenn man selbst unter Zwangshandlungen leidet.

Fazit:

Es gibt Bücher, bei denen soll es einfach nicht sein, obwohl die Geschichte vermutlich noch einiges für die Leser bereit hält.
„Wimpernschlagmomente“ handelt von Rica und ihren Ängsten.
Es ist ein stetiges Auf und Ab, wie das Heben und Senken des Brustkorbs beim Atmen. Um mit dieser Geschichte klarzukommen, muss man sich auf eine Ebene begeben, die mir momentan einfach nicht liegt.
Aber ich bin sicher, dass sich zukünftig noch viele Leser dafür begeistern werden, denn an sich ist die Emotionalität herausragend authentisch.

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