[Rezension]
Fuck you, Love

August 02, 2020


Infos zum Buch / Werbung!

Daniela Hartig - Fuck you, Love

Genre: Lovestory
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 07. Juni 2018
Verlag: TWENTYSIX
Seitenanzahl: 404 Seiten

Ebook: 2,99 € ; Print: 12,90 €
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Inhalt:

»Wenn ich eine gute Fee wäre, was würdest du dir wünschen?«, fragt sie.
»Eine Zeitmaschine. Um alle Fehler, die ich jemals gemacht habe, ungeschehen zu machen.«

Wenn aus einer harmlosen Party eine Nacht wird, die in einer Katastrophe endet.
Wenn eine einzige Sekunde dein ganzes Leben verändert und du eine getroffene Entscheidung nie wieder rückgängig machen kannst.
Was tust du dann?

Meinung:

Wenn dich der letzte Satz eines Buchs so umhaut, dass dir fast die Tränen kommen, dann weißt du, dass es ein gutes Buch war. Und oh mein Gott, was für ein Buch das war.
Ich wusste ja zu Beginn schon, dass ich mich auf etwas Heftiges einlasse.
Aber dass es so tief geht, damit habe ich nicht gerechnet und deswegen spreche ich jetzt schon eine Triggerwarnung aus. In den folgenden Zeilen wird derbe Sprache verwendet.
Die Geschichte ist keine von der guten Sorte.
Es geht um Gewalt, Sex, Drogen, Alkohol und Arschlöcher.
Und alles fängt mit einem Black Out an.

Floyd van Berg ist das, was man gemeinhin als reichen Schnösel bezeichnen würde.
Schwimmt in Geld, lebt in den Tag hinein und sieht aus wie der deutsche Bradley Cooper.
Sein Vater - ein abgehobener Firmenmogul. Seine Mutter - eine jung gebliebene Spendengala-Vorzeigeehefrau. Sein Freundeskreis? Handverlesene Arschlöcher.
Sein Hobby? Frauen aufreißen und fallen lassen.
Wenn ich mit einer Sache nicht gerechnet habe, dann, dass diese Geschichte aus der Ich-Perspektive eines jungen Kerls erzählt wird. Nicht bei diesem Cover, ehrlich gesagt.
Aber Floyds Art ist, trotz seiner Fehler, sehr erfrischend.
Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich mich in seine Denkweise fallen lassen konnte, aber es hat sich gelohnt.

Floyd trinkt selten Alkohol. Aber wenn, dann mit seinem besten Freund Ben.
Und dann hauen sie richtig auf die Kacke und kennen keine Hemmungen mehr.
Wer sollte auch über sie richten?
Da wird mit ein paar Geldscheinen gewedelt und dann hat sich die Sache.
Bis zu dieser legendären Partynacht war Floyds Leben unbeschwert, wenn auch nicht glücklich. Und dann kam Storm.
Storm, die neben den ganzen Schickimickiklamotten reichlich verwahrlost aussieht. Storm, die immer frei Schnauze redet, hart arbeitet und eine zwölf Zentimeter dicke Betonmauer mit sich herumträgt. Storm, die Floyd zu verabscheuen scheint.

Kennt ihr das, wenn zwei Menschen sich gegenseitig kaputter machen, als sie es ohnehin schon sind? Wenn der jeweils andere am Boden liegt, treten sie nochmal zu.
Reißen Herzen heraus und essen sie. Vor den Augen der Familie.
Storm und Floyd sind so gegensätzlich, dass man niemals freiwillig sagen würde: „Ihr gehört zusammen.“ Und trotzdem ist es genau das Gefühl, das trotz des schwelenden Hasses und der Streitigkeiten, vom Buch vermittelt wird.
Diese Liebesgeschichte ist so verdammt schön. Auf grausame Art und Weise.

Und es ist eine dieser seltenen Geschichte, bei der man jede einzelne Veränderung der Charaktere bemerkt. Jede Saite, die zum Klingen gebracht wird.
Jede schlechte Eigenschaft, die sich ins Positive umkehrt.
Jeder Misston, der die Disharmonie der Protagonisten perfekt macht.
Die Geschichte von Storm und Floyd ist keine sanftmütige Lüge.
Es ist die brutale Realität und nichts für Menschen, die sensibel auf Gewalt an Frauen und Männern oder Drogenmissbrauch oder selbstverletzendes Verhalten reagieren.

Fazit:

„Fuck you, Love“ ist genau das, was es betitelt.
Ein brutaler Dolchstoß ins Herz. Die Liebe, die fröhlich winkend an dir vorbei geht und dir hintenrum den Mittelfinger zeigt.
In einem angenehmen Tempo, mit aufrüttelndem Schreibstil und mit angemessenen Worten geht die Autorin mehrere moralische Fragen und hochsensible Themen an, verpackt sie in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte und füttert die Leser so lange mit Hoffnung bis die Herzen platzen.
Denn geplatzte Herzen kann man nicht mehr so gut essen.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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