[Rezension]
Der Tunnel
(Nur einer kommt zurück)

August 22, 2020


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Chris McGeorge - Der Tunnel
(Nur einer kommt zurück)

Genre: Thriller
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 04. Mai 2020
Verlag: Droemer Knaur
Seitenanzahl: 352 Seiten

Ebook: 12,99 € ; Print: 14,99 €
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Inhalt:

Sechs junge Leute, seit Jahren beste Freunde, fahren mit dem Boot in Englands längsten Kanal-Tunnel: ein echtes Abenteuer in beklemmender Dunkelheit.
Als das Boot nach über zwei Stunden am anderen Ende des Standedge-Tunnels wieder auftaucht, sind fünf der Freunde verschwunden. Der sechste, Matthew, ist bewusstlos.
Natürlich behauptet Matthew, nicht zu wissen, was sich in der Finsternis des Tunnels zugetragen hat. Doch niemand kennt Standedge so gut wie er, der dort Führungen für Touristen anbietet.
Und möglicherweise war die Freundschaft der sechs schon längst nicht mehr so unschuldig wie zu Kindertagen …

Meinung:

Eigentlich hatte ich bei diesem Thriller etwas Anderes erwartet.
Etwas Dunkles, Außergewöhnliches, Spannendes.
„Der Tunnel“ klang für mich nach Klaustrophobie, nach Kälte, Grausamkeiten und perfiden Spielchen. Nach der Lektüre musste ich leider feststellen, dass gerade mal ein Viertel meiner Erwartungen erfüllt wurde. Dabei weiß ich, dass der Autor es besser kann.
„Escape Room“ war nämlich grandios. „Der Tunnel“ irgendwie nicht.

Das Verschwinden von Robin Ferringhams Frau Sam löst eine Kette von Ereignissen aus, die man im wahren Leben niemals miteinander in Verbindung gebracht hätte.
Er schreibt ein Buch über sie und wird, durch ein mysteriöses Telefonat aus dem Gefängnis von Marsden, auf einen Kriminalfall aufmerksam, der theoretisch schon fast entschlüsselt ist. Sechs Freunde brechen zu einer letzten Bootstour durch den Standege Tunnel auf. Nur einer verlässt ihn wieder.
Und weil keine Leichen gefunden werden und sich der Überlebende Matthew an nichts erinnert, ist der Sündenbock für diesen Fall schnell gefunden.
Aber die einfachste Lösung ist selten die Richtige.

Normalerweise baut der Autor bereits zu Beginn der Handlung diverse Spannungsspitzen in seine Geschichte ein. Sein letztes Buch war so voller Irrungen und Wirrungen, dass ich nicht ansatzweise wusste, was wahr ist und was nicht.
In dieser Situation mit Robin Ferringham konnte ich allerdings bereits Vermutungen anstellen. Was für einen Thriller an sich nicht schlecht ist, aber sollte sich eine davon bewahrheiten, ist die gesamte Spannung, falls vorhanden, jedoch dahin.

Als Leser begleitet man Robin, der nach jedem Strohhalm greift, um seine Frau zu finden.
Und irgendwie hatte ich mir alles spektakulärer vorgestellt.
In der personellen Perspektive berichtet der Autor wie Robin in Marsden, der Stadt mit dem Tunnel, auf den Fall der Fünf stößt und zu recherchieren beginnt.
Niemand will sich mit der Schuld oder Unschuld des „Täters“ befassen.
Bis auf Robin. Und das bringt Schwierigkeiten mit sich.
Aber keine von der spannenden Sorte.

Es gab aus meiner Sicht nicht viel Action, obwohl der Protagonist auf Ungereimtheiten und Rätsel stößt. Auf Lügen.
Doch um zu überzeugen und mich mitzureißen hätte Robin sympathischer sein müssen.
Aber sein Charakter wirkt, trotz Leidenschaft für die Sache, flach und unnahbar.
Emotional kam einfach kaum etwas rüber.
Und auch Mitstreiterin Sally, die er im Laufe der Handlung trifft, ist eher verschroben und nicht greifbar. Zumal auch sie Geheimnisse birgt, die gegen Ende gar keinen Sinn ergeben.

Das einzig Gute, das ich über den Tunnel sagen kann, ist, dass die Auflösung des Ganzen mal wieder ein Fest war. Geniale Plottwist kann der Autor.
Allerdings kam das etwas zu spät, denn der Weg zur Wendung hat zwar neugierig gemacht, jedoch nur aufgrund der Tatsache, dass man die Lösung des Rätsels wissen wollt und nicht, weil man vor Spannung kaum sitzen konnte.

Fazit:

Ein Tunnel suggeriert Geheimnisvolles. Wie lang, was lauert im Dunkeln, wo führt er hin?
Ist er gerade oder gebogen? Gibt es Verstecke oder Schlupflöcher?
Das ist, was die Geschichte um die sechs Freunde hätte sein müssen.
Mysteriös. Fordernd. Rätselhaft.
Leider wurde der Tunnel nur am Rande erwähnt, eine Atmosphäre war fast gar nicht vorhanden und der Protagonist eher oberflächlich.
Obwohl die Grundidee genial ist und die Auflösung gespickt mit Überraschungen - Anfang und Mitte sind weniger überzeugend.
Es war nur „nett“. Nicht gerade mitreißend und nur bedingt spannend.
Schade ums Potenzial.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️ (3/5)

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