[Rezension]
Die wylde Jagd
(Sammelband)

Juli 12, 2020


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Tina Skupin & Janna Ruth - Die wylde Jagd

Genre: Märchenadaption
Reihe/Band: Sammelband
(Zwei Novellen: „Wild Hunt Casino“ & „Der Herr der wilden Jagd“)
Schlüpftag: 01. März 2020
Verlag: Märchenspinnerei (Machandel Verlag)
Seitenanzahl: 256 Seiten

Ebook: 1,99 € (Einzelpreis Novellen); Print: 10,90 €
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Inhalt:

Zwei Geschwister
Zwei Novellen
Eine Wilde Jagd

Nach elfjähriger Verbannung kehrt die Glücksfee Titania "Ti" zurück nach Las Vegas, wo mittlerweile ihr verhasster Konkurrent Oberon mit seiner Wilden Jagd herrscht.
Gemeinsam mit den Zirkusartisten Anita und Ernesto stellt Ti ein Team von Spezialisten zusammen. Ihr Ziel: Das sagenumwobene Horn der Wilden Jagd von Oberon zu stehlen.

Wenn des Nachts die Dächer im Sturm klappern und die Cwn Annwn ihr unheimliches Geheul anstimmen, dann reitet der Feenkönig zur Jagd.
Er lädt die Geschwister zur Wilden Jagd ein und während Dylan jeden Abend mit dem Wind rennt, verliebt sich Carys in den ungestümen Herrn der Feen.
Bis sie selbst zur Beute wird.

Meinung:

Fans von Elfensagen ist der Ausdruck „wylde Jagd“ vermutlich ein Begriff.
Viele weitere werden das schon mal gehört haben, können aber nicht wirklich etwas damit anfangen. Ich bin eine Mischung aus beidem und dementsprechend gespannt war ich auf die Verarbeitung dieser Elfengeschichte aus dem Sommernachtstraum.
Um ehrlich zu sein, dass in dieser Novellensammlung auch noch das Märchen von Brüderchen und Schwesterchen drin steckt, ist mir erst sehr spät aufgefallen.
Irgendwie war ich zu sehr auf die Elfen fokussiert.
Vielleicht kenne ich das Märchen auch nicht gut genug, aber das macht gar nichts.

Die erste Novelle, die dieser Sammelband enthält, ist das „Wild Hunt Casino“ von Tina Skupin. Ihre bisherigen Geschichten, die ich gelesen habe, haben mich gut unterhalten und auch diese Story hat den Zweck erfüllt.
Titania, ursprünglich Königin der Elfen, ist hier die Bewahrerin des Glücks in Las Vegas.
Ich konnte mich vage an die Geschichte aus dem Sommernachtstraum von Shakespeare erinnern, die als Inspirationsquelle dient - obwohl ich mich nie mit dem Stück befasst habe. Womit ich also in diesem ersten Teil des Buches gerechnet habe, waren Glücksspiele, Verfolgungsjagden und bekannte Charaktere aus oben genanntem Stück.

Und bekommen habe ich genau das und noch ein bisschen mehr.
Denn wider Erwarten war „Wild Hunt Casino“ humorvoll und einfühlsam.
Die Autorin spielt mit moralischen Fragen, webt Gefühl und Reue hinein und kommt am Ende mit tollen Wendungen um die Ecke. Und das bei so wenig Seiten.
Glücksfee „Ti“ war mir trotz ihrer Fehler sympathisch, Anitas Handlungen nachvollziehbar und „Ti‘s“ Freunde Maeven und Co steckten voller Überraschungen.
Die wilde Jagd ist zwar nur der Grundpfeiler auf dem die Geschichte aufbaut, aber die eigentliche Storyline ist auch so spannend genug.
Diese erste Novelle empfehle ich allen, die sich ein bisschen von Las Vegas und seiner Magie berauschen lassen und dabei ein wenig in Elfenmythen versinken wollen.

Part zwei, „Der Herr der wilden Jagd“ von Janna Ruth, geht etwas tiefer in die Materie der „wilden Jagd“ und beschäftigt sich intensiver mit dem Gefühl wie es ist, wenn man ein Teil von Wind und Sturm wird. Das Setting ist auch gänzlich anders, Naturverbundenheit statt Großstadtdschungel, ländlicher, geerdeter.
Von dieser Autorin hatte ich bisher noch keine Geschichte gelesen und doch konnte sie mich mit ihrer Novelle ebenfalls fesseln und verzaubern.

Carys kümmert sich liebevoll um ihren Bruder Dylan, der jede Aufmerksamkeit braucht, die ihm gewährt wird. Bis zum Zeitpunkt des ersten Sturms.
Die Gefühle, die die Autorin vermittelt hat, sind Lebendigkeit, Wildheit und die rohe Kraft der Natur. In die Zwischenräume schummelt sich hin und wieder eine feine Nuance Liebe, die allerdings für meinen Geschmack nicht prägend genug war.
Carys ist als Charakter authentisch und ihre Emotionen für den König der wilden Jagd überzeugen, doch sie wurden auf der Strecke nach draußen, zu mir als Leserin, vom Wind verschluckt. Die Verbindung war leider etwas bröckelig, wohingegen Dylan mein Herz direkt zu Beginn erobert hat.

Die Atmosphäre, die über der Geschichte liegt, ist eine Mischung aus Zuneigung, Freiheit und Mitgefühl. Die Autorin nimmt den Leser mit auf die wilde Jagd mit all ihren Tricks und Gefahren. Begleitet von einem kleinen Wehrmutstropfen und der Aussicht auf eine neue Zukunft für die Geschwister. Arawn wirbelt Carys und Dylans Leben durcheinander.
Die Spannung ist in der zweiten Novelle etwas versteckter, da der Fokus mehr auf dem Fühlen und Erleben liegt.

Fazit:

Zwei Orte, so unterschiedlich, so gegensätzlich wie sie nur sein können und doch verbunden durch einen Mythos: Die wilde Jagd.
Las Vegas trifft auf Natur pur. Beide Male reiten Sagengestalten über Straßen und Wege.
Während in Las Vegas die Magie knistert und brodelt, sprüht Carys und Dylans Waldstück vor Emotionen und Lebensfreude.
Je nachdem was besser gefällt ist für jeden etwas dabei.

Dieser Sammelband ist für alle Märchenfans, für laue Sommerabende, stürmische Herbstnächte, kalte Wintertage und für frühlingshafte Sonnenaufgänge, die die letzten Spuren der Dunkelheit beseitigen.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️💫 (4,5/5)

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