[Let‘s talk about]
Die Sache
mit den Buchpreisen

Juni 01, 2020

Gleich vorweg - dieser Artikel soll niemanden angreifen, schlecht machen oder verpönen,
es ist schlicht und ergreifend meine Meinung zu einem aktuellen Thema.
Sollte sich jemand verletzt oder in anderer Weise verurteilt fühlen, tut es mir leid.
Ich habe ihn nun seit Wochen in der Hinterhand, weil ich immer wieder mit mir gerungen habe,
ob ich ihn veröffentlichen soll oder nicht.
Schlussendlich ist es eigentlich egal, es ist meine Meinung und die darf ich ja wohl mit euch teilen. ;)



Wird lesen zukünftig zum Luxusgut?

Muss man jeden nationalen/internationalen

Namen mitbezahlen?


Dan Brown, Sebastian Fitzek, Stephenie Meyer, Stephen King oder Suzanne Collins. Jeder Buchliebhaber kennt zumindest einen dieser Namen.
Es sind international bekannte Buchautoren, die es - vermute ich - geschafft haben vom Schreiben leben zu können. Bis zu einem gewissen Grad, so viel habe ich in den Jahren meines Buchbloggerseins gelernt, ist das Autorendasein nämlich ein Nebenjob.
Viele wissen gar nicht, wie super kostspielig es ist, ein Buch zu veröffentlichen.
Mal ganz abgesehen von der Arbeit, die in den Inhalt gesteckt wird. Ich werde mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen und irgendwelche Zahlen in den Raum werfen, wenn ich nicht ansatzweise eine Ahnung habe. Aber ich denke, das geht schon in die Tausende.

Lesen an sich ist, im Vergleich zu anderen, ein relativ günstiges Hobby, wie ich finde.
Man bezahlt für ein gedrucktes Taschenbuch durchschnittlich 10€, abhängig von der Seitenzahl und ob es in einem Verlag veröffentlicht wurde oder nicht. Die Kosten beim Selfpublishing sind oftmals höher, aber das ist hier nicht der springende Punkt.
Fakt ist, dass innerhalb von ein paar Monaten bereits zwei Bücher angekündigt/veröffentlicht wurden, auf die ich mich als Fan theoretisch freuen würde.
Ich habe die abgeschlossenen Geschichten damals geliebt. Ich gebe zu, ich würde sie mir auch kaufen. Wenn auch mit einem großen Knoten im Magen. Es ist nicht so, dass es sich nicht lohnen würde, wenn ich mir diese Bücher anschaffe. Mir stellt sich nur die Frage:
Was genau rechtfertigt einen Preis von 26-28€ pro Buch?


Ja, wir sind alle für faire Bedingungen.
Faire Löhne, faire Arbeitsbedingungen etc. pp. Ein Buch zu verlegen kostet Geld.
Ich nenne hier nur ein paar Punkte, die man beachten muss:
Druck- und Personalkosten, Marketingbudget, Tantieme, Cover-, Lektorat- und Korrektoratskosten, Rechtskosten, Wasser-, Gas-, Stromkosten... und noch vieles mehr.
Es gibt genug Fans, die diese Kosten liebend gern tragen.
Vor allem, wenn man weiß, wie es um den Buchmarkt aktuell steht.
Dennoch finde ich es mehr als frech, für ein Hardcover, das normalerweise vielleicht 18-20 Euro kostet, nach mehr als zwei, drei, vier Jahren, auf einmal einfach so viel mehr zu verlangen. Ja, vielleicht spricht hier das Gewohnheitstier aus mir und wenn ein paar weitere Jahre ins Land gegangen sind, wird es für alle „normal“ sein ca 30€ für ein Hardcover-Buch zu bezahlen. Aber momentan regt mich das etwas auf.

Natürlich werden jetzt bestimmt einige Stimmen laut und rufen: „Aber es ist doch Stephenie Meyer! Suzanne Collins! Stephen King!“
Mag sein. Und auch ich bezahle bei einem Herrn Fitzek gerne den Namen und Bekanntheitsgrad mit. Nichtsdestotrotz muss ich mich - gerade bei so großen Namen - fragen: Warum??? Wieso zur Hölle bezahlen wir, als Konsumenten, eigentlich immer für den Namen mit? Nur, weil man es sich leisten kann, solche Preise zu verlangen? Weil es genügend Menschen gibt, die es bezahlen?
Ist das so eine Art Spiel, bei dem es heißt „Wie hoch können wir gehen, während wir noch unsere Kosten decken und genug Gewinn scheffeln können“?
Und bitte, das ist nun wirklich keine Verschwörungstheorie.
Es ist halt so, da kann mir jeder gern erzählen, dass dem nicht so ist.
Nicht nur in der Buchwelt. Das sieht man am besten auch bei Apple und Co.

Es wird immer irgendwelche Leute wie mich geben, die mit den Preisen nicht einverstanden sind. Beziehungsweise, mir bleibt ja nichts anderes übrig, als den Preis zu entrichten, wenn ich das Produkt haben möchte.
Entweder das, oder ich warte nochmal ein, zwei Jahre auf das Taschenbuch.
Wie oben erwähnt, sind die Preise, egal ob bei Taschenbüchern oder Hardcovern, natürlich abhängig von der Seitenanzahl.
Mehr Seiten bedeutet mehr Druckkosten bedeutet mehr Fixkosten im Allgemeinen, das heißt, dass man mehr verlangen kann.
Ein Hardcover mit knapp 900 Seiten darf in meiner Preisvorstellung gerne 20-25€ kosten. Gern! Das heißt aber nicht, dass ich nicht trotzdem das Gefühl habe, dass ich den Namen mitbezahle.
Einige werden jetzt sagen: „Wo ist denn das Problem? Sind doch nur 3€ mehr bis zu den 28€!“ - Und ich sage euch: Das macht eine Menge aus.
Emotionalen Stress zum Beispiel. Ein innerer Zwiespalt, für den niemand etwas kann, außer dir selbst und der Preis vom Buch (etc. pp.)
Aber da könnte man auch ewig drüber diskutieren und das möchte ich nicht.

Fakt ist einfach, dass wir als Buchcommunity, meiner Meinung nach, jetzt auch an dem Punkt angelangt sind, bei dem wir für die Namen von berühmten Autoren Geld oben drauf legen müssen.
Finde ich nicht sonderlich fair gegenüber anderen, aber wann ist die Welt schon fair und gerecht? Stefanie von Gedankenvielfalt hat hierzu auch schon eine Meinung verfasst:
Wie teuer darf ein Buch sein?

Zum Schluss meines kleinen Aufregers darf ich euch noch den utopischsten Preis vorstellen, den ich bei Amazon gefunden habe... 😅



58€ !!!!!!!

In diesem Sinne, lasst mich doch bitte wissen, wie ihr zu der Preisfrage steht.
Tell me <3




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11 Kommentare

  1. Huhu!

    Also ich kann es mir nicht leisten, da bin ich ganz ehrlich - ein Buch für 28-30 Euro ist mir einfach zu teuer. Das würde ich mir schenken lassen xD Oder warten bis ich es gebraucht kaufen oder ertauschen kann.

    Das mit dem Namen hat mich sofort an Marken erinnert - man zahlt ja auf für Adidas oder Gucchi, wenn es drauf steht ... wobei ich den Vergleich mit Autoren jetzt selbst etwas komisch finde *lach* Ist mir aber direkt eingefallen.

    Ich weiß nicht, was da los ist, dass die Preise manchmal so derart in die Höhe schnalzen.

    Oliver Pötzsch z. B. ist auch kein unbekanntes Blatt im historischen Genre- sein neuer Roman hat über 700 Seiten und kostet grade mal 10,99 - ist zwar ein TB und kein HC, aber man sieht: das scheint ja auch zu gehen.

    Wenn ich genug Geld hätte würd ich den Preis von 30 Euro für ein Buch wahrscheinlich zahlen wenn ich es unbedingt wollen würde, aber für mich no way.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Huhu :)

      Ja, an die Marken habe ich auch gedacht. Bei Technik und Klamotten ist das am Auffälligsten. Ich hätte nur nie gedacht, dass es mal auf Bücher auch zutreffen wird.
      Und klar, es gibt unendlich viele bekannte Autoren, bei denen es nicht so ist. Deswegen verstehe ich diesen Preissprung ja auch nicht wirklich. 🙄
      Es ist so lange her. Bei beiden Reihen. Und früher hat das, soweit ich weiß, nicht so viel gekostet.
      Aber es nützt ja nichts, darüber zu diskutieren... ändern können wir eh nix.

      LG,
      Micky

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    2. Naja, solange es Käufer gibt ... ist ja überall so. Anscheinend erhoffen sie sich viele Leser, ich bin echt gespannt wie sich das weiter entwickelt - ich weiß nicht wie viele Leute sich das leisten können, also auf Dauer.

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  2. Den grossen Namen mitkaufen....
    Ehrlich gesagt, ich muss den neuen heißen Scheiss garnicht sofort haben..... Bei Fitzek z. B. warte ich immer, bei King genauso. Früher oder später werden Mängelchen auftauchen :) beginnen wir mit der Tatsache, faaaaaallllsss ich HC kaufe, ich kann mir 30 Euro pro Buch garnicht leisten. 25 Euro für ein HC sind meine Grenze und die bin ich nur bereit bei kleinen Verlagen und SP zu investieren. Klingt vielleicht kleinlich, aber die sind eher auf die Einnahmen angewiesen, als Fitzek und King die allein schon durch die Masse die sie verkaufen ein ordentliches Plus haben. Aber da ich hauptsächlich eh TB lese... Naja da geht es ja auch los, dass man mitunter aufeinmal 20 Euro für einen Bekannten Autor hinblättern soll.... Sorry nicht mit mir... Da warte ich dann lieber :P

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    1. Huhu Nora,

      Ich kann dich gut verstehen. Aber manche Geschichten können einfach nicht warten.
      Aber der Punkt mit dem Selfpublishing und den Kleinverlagen, sowie dass die großen Verlage es eigentlich nicht nötig haben, ist ein guter Punkt.
      Sie können auch ohne diese Megapreise leben.

      Lg,
      Micky

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  3. Ahoi Micky,

    du sprichst mir aus der Seele! Band 4 der roten Königin habe ich schon knirschend gekauft (25€), aber beim Panem-Prequel bin ich raus; es wirkt nämlich auf mich auch wie Geldmacherei; zumal das Buch ja x Jahre nach den Büchern erschienen ist... und ja, 2-4€ mehr machen etwas aus, emotional UND im Geldbeutel ^^ Weil das ja ein Trend zu sein scheint :/ Der letzte Dan Brown/Ken Follet Band war doch auch so teuer. Und 58€ für 1.000 Seiten ist der oberhammer, zumal das ja nicht mal illustriert oder sonst wie special zu sein scheint?!

    Ich kann mich noch erinnern, dass vor einigen Jahren HCs noch so 14/16€ gekostet haben, selten 18/20€ und jetzt ist letzteres Standard und immer häufiger teurer :/

    Namen möchte ich definitiv nicht mitzahlen; im Gegenteil - die Bücher verkaufen sich doch besonders gut und müssten doch dann günstiger sein? Oder halt zumindest nicht teurer?

    Liebe Grüße
    Ronja von oceanloveR

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    1. Liebe Ronja,

      Ganz genau. Eigentlich müssten die Bücher ihren Preis halten, aber je bekannter der Name, desto teurer scheint alles zu werden. Leider. Ken Follet lese ich zum Glück nicht, aber bei Fitzek geht es mittlerweile schon in die Richtung. Und was die rote Königin angeht, den vierten Band brauche ich nicht. Bin gerade mal bis Band 2 gekommen und das hat mir schon gereicht.
      An die 14/16€ kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern und ich lese wegen dem Altersunterschied vermutlich länger als du xD macht aber nix. Ich finds auch nicht pralle.

      LG,
      Micky

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    2. Ach was, schade! Ich fand den zweiten Band mega stark und seitdem bin ich erst so begeistert von der Reihe xD Ja gut, die 14/16€ waren auch eher für HC Jugendbücher bis max 300 Seiten, aber trotzdem...

      LG Ronja

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  4. Mal ein Blick von der anderen Seite:

    Große Verlage haben idR. große Fixkosten. Die vielen Bücher der weniger bis gar nicht bekannten Autoren bringen meist nur das wieder rein, was dafür ausgegeben wurde, wenn überhaupt. So finanzieren die großen Namen schon seit jeher die anderen Autorinnen mit.
    Dazu kommt, dass die Preise für Papier und für den Versand (der ja in Deutschland im Preis enthalten ist) gravierend angestiegen sind.
    Für Indies ist es ein wenig leichter, günstiger zu produzieren, da sie meistens weniger Bürokratie haben. Aber auch bei uns Indies machen sich die hohen Kosten bemerkbar. Habe ich früher ca 1,50€ bis 2€ pro verkauftem Buch verdient, sind es jetzt 50ct bis 1€. Ich glaube, dass ich in den letzten 3 Jahren kein Buch mehr veröffentlichen konnte, dass seine Kosten bereits wieder eingespielt hätte - und das trotz sehr guter Kritiken.

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    1. Liebe Katharina,

      Danke für deinen Einblick. Aber ich hoffe du verstehst, dass wir uns auch nur Luft machen wollen.
      Schlussendlich bestimmen die Verlage die Preise und es wird immer genug Leser geben, die den Preis zahlen, weil es nichts lebensnotwendiges, sondern ein Hobby ist.
      Der Buchmarkt ist schwer und hart umkämpft und ich weiß schon, warum ich nie angefangen habe, Geschichten zu veröffentlichen. :)

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  5. P.S.: ich verstehe allerdings auch den Unmut über so hohe Preise, denn auch ich bin ein Bücherjunkie

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