[Blogtour: Deceptive City]
Wunsch-/„Design“kinder

April 09, 2020

Wenn man den Wunsch hat Eltern zu werden, ein Kind zu bekommen, in unserer Welt, dann nennt man das, wenn es funktioniert, normalerweise Wunschkind.
Weil man es sich gewünscht hat und es in Erfüllung gegangen ist.
In der Welt von Deceptive City hat dieser Begriff allerdings eine ganz andere Bedeutung. Man spricht von Wunschkindern. Das bedeutet im Endeffekt „Design-Kinder“. Oder auch Produktkreationen. Denn das sind die Menschen im Innern der Mauer: Produkte. Von sich selbst erschaffen. (Mehr zum Thema innerhalb und außerhalb der Mauer könnt ihr bei Seductive Books nachlesen, den Tourplan findet ihr weiter unten)
Ja, es gab mal einen Ursprung, aber mittlerweile ist alles regulierbar. Zumindest fast alles.

„Das erst vor wenigen Stunden vollständig ausgebildete Kind wartete in einer von bruchfestem Glas umgebenen Blase, deren Inneres aus gefilterter, mit wichtigen Nährstoffen versetzter Luft bestand. Das neun Monate alte Mädchen namens Thya, das mit geschlossenen Lidern in seinem schalldichten Kokon schlummerte, der es noch für wenige Minuten von der Welt, in der es aufwachsen sollte, abschirmte, konnte nicht ahnen, dass die Genmanager erst sechzehn Jahre später entdecken sollten, welcher Fehler ihnen bei der Zusammensetzung seiner DNS unterlaufen war.“
(Deceptive City 1, 71%)

Eine Frage, die ich mir momentan noch stelle ist: Gäbe es noch ausgeprägten Rassismus, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, bei der die Eltern das Aussehen bestimmen können bzw. die Kinder es nach Belieben (nach Geld und Rang) anpassen können?
Oder wäre das dann nur ausgewachsenes Mobbing, wenn man für sein Äußeres nicht akzeptiert wird? Hmmmmm. Das aber nur am Rande.
Im Grunde ist es moralisch sehr verwerflich, seine Kinder zu modellieren.
Wenn man natürlich die Möglichkeit hat, gefahrlos Erb- oder andere Krankheiten zu minimieren, dann sollte man das, meiner Meinung nach, nutzen.

Das Leben in der Stadt, innerhalb der Mauern, wird also von „Design-Kindern“ dominiert. Hegt man den Wunsch ein Kind großzuziehen, geht man in Deceptive City zur MeF
( ~ medizinische Forschungseinrichtung), füllt Formulare und Anträge aus, gibt Wünsche preis und geht nach Hause.
Kein Schwangerschaftsstress, kein Frustessen, keine Tritt-mich Füßchen, kein gar nichts. Das klingt erstmal positiv, ist aber im Endeffekt killt es fast komplett die natürlichen Gene der Eltern sowie Mutterinstinkte, wie wir auch an einem Beispiel in Band 1 erfahren.
Die haben dort nämlich kein Mitspracherecht.
Aussehen wird nicht von Generation zu Generation vererbt, nein.
Sondern so, wie sich die Eltern die Kinder wünschen.
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(Quellen: Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4)

Grundsätzlich geht mir das Thema „Eltern“ momentan etwas auf den Keks, weil man permanent gefragt wird, wann man denn bei uns endlich mal hoffen darf.
Geht niemanden was an. ABER. Für diesen Beitrag folge ich mal einem Gedankenexperiment - egal wie unmoralisch die Gesamtsituation in Deceptive City auch ist. Ich wohne dort und darf mir ein Kind erschaffen/züchten.
Wie soll es aussehen?

Und ab hier wird’s ein bisschen durchgeknallt. #Sorrynotsorry
Denn wenn ich könnte, würde ich mir permanent bunte Haare und kleine, süße Vampirzähne verpassen. Genauso wie eine dauerhaft andere Augenfarbe und Elfenohren. Und genau so, würde ich mir auch ein Kind designen lassen. Natürlich nur, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt.
Medizinisch in der heutigen Zeit, ist das mittlerweile alles machbar.
Aber es dauert eine Weile und ist nicht gänzlich ohne Aufwand verfügbar.
In Deceptive City hingegen muss man kaum etwas dafür tun.
Man wird mit sonnengelben oder lilafarbenen Augen geboren, hat von Beginn an eine schöne Bräune oder volle, rosige Lippen.
Man strebt dort nach individueller Perfektion. Jeder für sich.
Ob Sommersprossen, noble Blässe, Schwimmhäute zwischen den Zehen und Fingern, Kiemen (rein optisch) oder blau-grüner Haut ist theoretisch alles möglich.
Fehler passieren in der MeF eher selten, denn die Gesellschaft ist dort darauf ausgelegt, möglichst keine Fehler zu machen.
Und falls doch mal ein Kind eine Fehlfunktion aufweist, dann hat man als Eltern zwei Optionen, von denen meistens die letzte gewählt wird: Korrigieren oder Aussortieren.
Weil ein Leben in Deceptive City nicht viel wert ist. Kinder sind Produkte.
Artikel, die das Leben im Grunde schöner machen sollen.
Und was passiert in unserer Welt mit fehlerhaften Konsumgütern?
Sie kommen in den Müll. Schockierend, aber das macht Deceptive City aus.
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Das Gewinnspiel


(Quelle Sternensand Verlag)

Bevor ich euch sage, was ihr gewinnen könnt, erstmal noch der aktuelle Tourenplan:

06.04 - Das Leben in Deceptive City – Seductive Books
07.04 - Protainterview – Die Bücherchroniken
08.04 - Das Alter in Deceptive City – Eine Bücherwelt
09.04 - Wunschkinder – Hier bei mir ❤️
10.04 - Selbstbestimmung – Bücherleser

Passend zum Erscheinen des finalen Bandes von Deceptive City,
könnt ihr jeweils 5x ein Printbuch der Reihe - also Band 1, 2 oder 3.
Pro beantwortete Frage auf den Blogs gibt es ein Los.

Meine Frage an euch ist:

Angenommen ihr habt die Wahl (und noch keine Kinder)
- wie sollte euer Wunschkind aussehen?


Das Gewinnspiel läuft bis zum 11.04 um 23:59 Uhr.
Es gelten diese Teilnahmebedingungen.
Viel Glück!

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4 Kommentare

  1. Ich finde es unsinnig und glaube ehrlich, dass selbst wenn wir einen Menschen designen würden. Dieser nie unseren Ansprüchen zur Gänze perfekt. Denn ein Mensch muss nicht perfekt sein um ihn zu lieben.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Micky,

    vielen Dank für den tollen Beitrag :-)

    Ganz ehrlich, ich finde es gruselig, wenn man sich seine Kinder selbst designen könnte...ich stelle mir das gerade so wie bei McDonalds an der Kasse vor: Einmal einen Jungen mit braunen Haaren und grünen Augen bitte....

    Bin froh, das sowas nicht geht!

    Liebe Grüße
    Anna

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