[Abbruchrezension]
Wasteland

April 28, 2020


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Judith C. Vogt & Christian Vogt - Wasteland

Genre: Dystopie
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 01. Oktober 2019
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur
Seitenanzahl: 400 Seiten

Ebook: 12,99 € ; Print: 14,99 €
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Inhalt:

Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit beinahe ausgelöscht haben. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem freien Markt sind Waren nur im Tausch gegen Gefallen zu haben.
Um an Medikamente zu kommen, lässt sich die herumreisende Laylay auf ein Geschäft ein: Weil sie als Einzige immun gegen das Virus ist, soll sie den Marktbewohner Zeeto in der Todeszone aufspüren. Als sie ihn findet, ist er bereits infiziert.
Zudem hat er etwas in einer geheimen Bunker-Anlage gefunden: ein Baby.
Und obwohl das Virus Laylay nichts anhaben kann, beginnt sie sich zu verändern …

Meinung:

Es ist mal wieder diese magische 150 Seiten Grenze.
Wenn mich ein Buch nach 150 Seiten nicht packt, beziehungsweise mich nach und nach die Lust verlässt, zu erfahren, was noch passiert, unabhängig davon ob ich es spannend finde oder nicht, dann muss ich leider aufgeben. Wasteland war wieder so ein Kandidat.
Dabei kann ich nicht genau sagen, woran es liegt, denke ich.
Es sind einfach sehr viele Faktoren, die da zusammen kommen.

Im Grunde spielt die Geschichte in einer postapokalyptischen Welt im Jahre 2064.
Das Setting ist unsere Erde. Mit Amerika, Afrika und Co.
Was genau passiert ist, dass sich die Welt in diesem Zustand befindet, so weit bin ich nicht gekommen. Nur so viel, dass ein Virus, irgendwelche biochemischen Waffen einige Länder verwüstet haben, Kriege ausgebrochen sind und die Menschen sich neu organisieren mussten.
Die Gebiete wurden umverteilt, Gangs übernahmen einen Großteil der Herrschaft, der Warenhandel machte einen Schritt zurück Richtung Mittelalter und inmitten diese Geschehnisse leben Zeeto und Laylay.

Ich muss sagen, dass ich den Einstieg schon noch cool fand.
Man begleitet als Leser Zeeto und Laylay jeweils in der Ich Perspektive und während Zeeto allein einige Bunker im giftverseuchten Ödland erkunden will und dabei erkrankt, fährt Laylay mit ihrem Vater zum Handgebunden-Markt, um dort zu handeln.
Es war so lange cool, bis Zeeto und Laylay anfingen umeinander herumzuturteln und schlussendlich in einer gemeinsamen Aktion einer Gang in die Hände fielen.
Ich glaube, die Sichtweise dieser Gang hat mir den Rest gegeben, ehrlich gesagt.
In Kombination mit dem doch etwas eigenwilligen Schreibstil war das dann ein bisschen zu viel. Denn diese Perspektive vom selbsternannten Wifi-Guru der Gang, der immer im Futur II spricht und von sich selbst in der dritten Person, da ist mir die Gänsehaut bis in die Fußsohlen gekrochen.
Alle anderen sprachlichen Dinge, die ich nicht kannte, so wie „ser“ oder „die Boss“, waren nicht so schlimm im Vergleich zu: „Der Wifi Mann wird gesiegt haben werden!“ Katastrophe.

Es ist jetzt auch nicht so, dass ich direkt eine emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufgebaut habe, sodass ich mitfiebern konnte, als sie beispielsweise von der Gang auf ihren Motorrädern und der Blutlust im Blick, bedroht wurden.
Das einzig Spannende war das Virus bzw. der Giftstoff.
Ich hätte schon gern gewusst, welche Veränderungen Laylay durchläuft, da diese ja im Klappentext angeteasert wurden. Aber auch nach dem Überblättern nach Seite 150, konnte ich keinen fesselnden Punkt mehr ausmachen und habe zunehmend das Gefühl gewonnen, dass es sich größtenteils um Machtgehabe und Clanzugehörigkeiten dreht.
Korrigiert mich ruhig, wenn ich falsch liege. Letzteres hat einfach keinen Reiz für mich.

In Kombination mit dem Schreibstil waren mir auch eindeutig zu viele Menschen involviert. Schön und gut, wenn es nur um Laylay, ihren Vater, Zeeto und deren Ziehmutter geht, aber die ganzen Kids und Verwandten vom Handgebunden-Markt und die Mitglieder der verschiedenen Gangs haben eine gewisse Unruhe in die Handlung gebracht.
Wenn ich mir permanent die Frage stellen muss „Wer gehört wozu?“ und „Was spielt er nochmal für eine Rolle?“, dann verliere ich den Spaß an der Sache.
Ein paar Leute gehören dazu, okay.
Aber man muss nicht jede „Kleinigkeit“ thematisieren.
Dafür war mir meine Zeit dann zu schade.

Fazit:

Drei Perspektiven, von denen zwei angenehm - wenn auch etwas unruhig und chaotisch - zu lesen waren, können die dritte, die Wifi-Perspektive, nicht wiedergutmachen.
Der Sprachstil rollt mir an diesem Punkt leider die Zehennägel auf.
Obwohl die Geschichte eigentlich hätte gut werden können.
Das dystopischen Setting ist gut gewählt, die Atmosphäre dahingehend ein wenig trostlos und das Virus bringt den nötigen Kick mit sich... wenn man dem auf den Grund gehen will. Und ich wollte nicht.
Weil die Gangrivalitäten vieles überschattet haben und ich kaum eine Sache gefunden habe, die mich gepackt oder emotional mitgerissen hat. Schade.

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