[Rezension]
Spellslinger
(Karten des Schicksals)

März 18, 2020


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*
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Sebastien de Castell - Spellslinger
(Karten des Schicksals)

Genre: Fantasy
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 21. Februar 2020
Verlag: Dtv Verlagsgesellschaft
Seitenanzahl: 416 Seiten

Ebook: 14,99 € ; Print: 16,95 €
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Inhalt:

Magie ist auch nur Trickserei. Zumindest größtenteils …

Kellen wird bald 16 und steht kurz vor seiner Magierprüfung.
Das Problem ist, dass seine Kräfte Stück für Stück schwinden.
Und das noch viel größere Problem ist, dass er vom Sohn des mächtigsten Clan-Lords zum Diener absteigen würde, wenn er durchfällt! Doch so schnell gibt er nicht auf.
Während andere mit Elementen zaubern, spielt Kellen geschickt mit Worten.
Bisher hat er sich so durchs Leben getrickst – und gewinnt sogar sein erstes Duell, auch wenn er dabei fast draufgeht. Glücklicherweise erscheint genau in diesem Moment eine Fremde, die ihn ganz ohne Magie wiederbelebt. Zusammen stoßen die beiden auf Intrigen, die alles infrage stellen, woran Kellen je geglaubt hat.

Meinung:

Was für ein geniales Buch.
Und zwar eins, das fast ganz ohne Liebe auskommt.
Ich bin ehrlich gesagt hellauf begeistert, auch wenn ich zwischenzeitlich ein bisschen viele Fragezeichen im Kopf hatte.
Aber diese Situationen waren nur sporadisch über die Handlung verstreut, sodass der Rest eigentlich super verständlich zu lesen war.
Eins vorweg: Der Stil ist echt ein tragender Faktor in dieser Geschichte.
Für mich war er immer leicht sarkastisch angehaucht, aber auch unheimlich selbstreflektierend - in einer Gesellschaft, die sehr von sich eingenommen ist.
Was natürlich vor allem am Charakter liegen mag, der diese Story erzählt, aber eben auch an der Ich-Perspektive, wodurch eine gewisse Intelligenz und ja, irgendwie auch Reife in den Vordergrund tritt und den Schreibstil prägt. Ihr seht, ich bin richtig fasziniert.

Dabei sollten mir Setting und Genre vom Klappentext her gar nicht so liegen, da es doch mehr in die High Fantasy Richtung zu gehen schien.
Doch der Autor hat es geschafft, selbst mit vielen „fremden“ und ungewöhnlichen Begriffen, dass ich mich absolut nicht überfordert gefühlt habe und sich alles wundervoll verständlich und flüssig lesen lies.
Und dass ich, ganz nebenbei, diesen genialen Außenseitercharakter lieben gelernt habe.
Kellen ist schon etwas sehr Besonderes.
Nicht nur in seiner Welt, die in Sha‘Tep und Jan‘Tep unterteilt ist.
In Magische und solche, die sich keinen Magiernamen verdient haben, weil sie durch die Prüfungen gefallen sind.

Es ist im Grunde eine Gesellschaft, wie man sie aus alten ägyptischen Geschichten kennt. Privilegierte und ihre Diener. Gottheiten, die Gericht, Regeln und Rat stellen und solche, die sich dem Ganzen beugen müssen. Wer seine Bänder nicht entfacht, der zählt nicht.
Leider hat Kellen so seine Probleme mit der Magie, woraus sich weitere unangenehme Situationen ergeben. Um sich da rauszuwinden, bedarf es einer schnellen Auffassungsgabe und eines geschickten Umgangs mit Worten.
Erst denken und danach handeln. Das hat Kellen fast perfektioniert.
Tricks und ein gutes Herz sind seine Gaben. Allerdings reicht das bei weitem nicht aus, um sich die Anerkennung der Magier und seiner Familie zu sichern.
Allen voran die seiner Schwester Shalla.

Die Welt, in die man als Leser hineingeworfen wird, ist nicht gerade neu und dennoch war ich unheimlich fasziniert von ihr.
Magie wird hier groß geschrieben, Fehden mit Duellen ausgetragen, Gewalt steht theoretisch im Hintergrund und Macht an vorderster Front.
Kellen ist erst 15 und für sein Alter doch schon sehr, sehr reif, obwohl hin und wieder auch seine kindische Art durchblitzt.
Das Abenteuer, das auf ihn wartet, verlangt allerdings nach dieser Ausgewogenheit, die er an den Tag legt.

Das Setting beschränkt sich auf das Magiergebiet und die Stadt, in der er lebt, sowie auf die umliegenden Wälder und Bergwerke.
Es wird oftmals von anderen verfeindeten Reichen gesprochen - an dieser Stelle hätte ich mir vielleicht eine Karte gewünscht, aber hat auch so gut funktioniert.
Die Atmosphäre fühlte sich zeitweise ein wenig an wie bei „1001 Nacht“, irgendwie orientalisch, altbacken angehaucht, aber nichtsdestotrotz fortschrittlich.
Schwer zu beschreiben, umso schöner zu erleben.

Allen voran haben es mir zwei Charaktere, neben dem imposanten Stil, sehr angetan und das sind Ferius und Reichis. Ja, seltsame Namen, aber nicht das Merkwürdigste, das in diesem Buch vorkommt. Ferius ist mystisch, mit einem losen Mundwerk, sehr geschickt und weiß für jede Lebenslage eine Lösung.
Sie ist sozusagen der Schubs in die richtige Richtung und auch wenn sie selbstbewusst scheint, mit Reichis, nennen wir es Arroganz, kann niemand mithalten.
Und das macht ihn so sympathisch.
Klingt komisch, ist aber so. Muss man einfach gelesen haben.

Fazit:

Spellslinger war für mich ein riesiges, positives Überraschungspaket.
Es ist unheimlich faszinierend Kellens Abenteuer in der magischen und nicht-magischen Welt zu begleiten. Seine Art und Weise zu erzählen ist wahnsinnig selbstreflektierend, untermalt mit Sarkasmus und einer Prise Humor und das Ganze liest sich wie eine Zaubershow. Man ist gebannt von den Tricks, den Handbewegungen und der Einbindung der Spielkarten.
Hinzu kommen reichlich Action, fremde Wesen, Machtspielchen und Revierkämpfe und die Suche nach einer Wahrheit, die keiner sehen will.
Fesselnd, fordernd, fantastisch!

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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