[Rezension]
Offline
(Du wolltest nicht erreichbar sein.
Jetzt sitzt du in der Falle)

März 27, 2020


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Arno Strobel - Offline
(Du wolltest nicht erreichbar sein.
Jetzt sitzt du in der Falle.)

Genre: Psychothriller
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 25. September 2019
Verlag: Fischer Verlag
Seitenanzahl: 368 Seiten

Ebook: 12,99 € ; Print: 14,99 €
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Inhalt:

Fünf Tage ohne Internet.
Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox.
So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist.

Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg.
Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen ...

Meinung:

Ich bin nicht jemand der oft Thriller liest, aber doch jemand, der mittlerweile nicht mehr so leicht zu schocken ist. Sprich, es bedarf einer Menge Schreibkunst - vor allem bei Thrillern - um mich zu überraschen und zu fesseln.
Mein erstes Buch von Arno Strobel hat das leider nur zum Teil erfüllt.
Die Idee ein „Digital Detox“-Wochenende zu veranstalten und darin Morde unterzubringen, ist erstmal neu und klingt auch genial.
Was leider nicht neu ist, ist die Umsetzung an sich, das Konzept.
Eine Gruppe von Menschen auf engem Raum eingesperrt - einer oder mehrere sind die/der Täter. Das erinnert stark an Agatha Christie.
An sich nichts Verwerfliches, weil es ja schon des Öfteren gefruchtet hat.
Allerdings muss die Geschichte dann sowohl atmosphärisch als auch von der Spannung her packend sein, wenn das Konzept schon bekannt ist.

Es beginnt mit dem Prolog einer Frau, die unheimliche Dinge aus ihren Smart Speakern hört und deren technische Geräte verrückt spielen und ich dachte mir so: „Geil, wenn das der Grund ist, warum sie den DD-Trip macht.“
Allerdings dauerte es einige Zeit bis ich Prolog und Hauptgeschichte in Einklang bringen konnte. Die Digital Detox Truppe, die sich in einem abgelegenen Berghotel ein paar Internet- und Telefonfreie Tage gönnen will, besteht aus 10 Personen inklusive zwei Hotelangestellten.
Ein Bergführer, drei Kommunikationsfirmenmitarbeiter, drei DD-Leiter, ein Ehepaar und zwei weitere Menschen, die mitten im Leben stehen.
Ein bunter Mischmasch an Protagonisten, wobei die Handlung größtenteils aus Jennys Perspektive in der personellen Form erzählt wird.
Zwischenzeitlich kommt auch eins der „Opfer“ immer mal wieder zu Wort, was ich interessant und zugleich irgendwie nervig fand. Es gehört aber zum Gesamtbild dazu.

Nachdem das erste Opfer aufgetaucht ist, ist die Atmosphäre natürlich ziemlich angespannt und jeder steht auf irgendeine Weise kurz vorm Explodieren.
Und ich saß da vor dem Buch und dachte mir: „Tolle Anschuldigungen, jeder kann es gewesen sein, das weiß ich.“
Natürlich habe auch ich mir Gedanken dazu gemacht, aber im Endeffekt habe ich ein paar der vielen Streitgespräche zwischen den Charakteren einfach nur überflogen, weil es etwas... langatmig wurde. Obwohl der Schreibstil des Autors recht gut und bildhaft ist und sich auch flüssig lesen lässt.
Aber dennoch. Es wollte keine richtige Spannung aufkommen.
Und bis die Erzählerin und auf einen weiteren Charakter wurden sie alle auch etwas zu oberflächlich angeschnitten. Man erfährt fast nichts über sie und das macht es auf der einen Seite zwar aufregend, weil das Täterrätsel dadurch schwieriger ist, auf der anderen Seite konnte ich mich aber auch nicht auf eine Person einschießen und dann richtig geschockt werden, wenn es sich aufklärt.
Was vermutlich der Sinn hinter dem Ganzen war, mich aber nicht ganz gecatcht hat.

Die Auflösung selbst war auch wieder etwas zwiespältig.
Zum Einen schlichtweg genial, weil man überhaupt nicht damit gerechnet hat und alles komplett überraschend kam. Zum Anderen allerdings - und das habe ich erst nach Beenden gemerkt - wirkte es sehr... erzwungen, irgendwie.
So als hätte der Autor auf Biegen und Brechen ein Finale schreiben müssen.
Genial ja, aber es hinterlässt ein mulmiges Gefühl.

Fazit:

„Offline“ ist ein prägnanter Thriller, der leider im Mittelteil ein paar, sagen wir mal „Schuldzuweisungslängen“ hat. Das Konzept, nach dem die Geschichte aufgebaut ist, ist bekannt, der Inhalt selbst konnte mich nicht gänzlich überzeugen.
Das Finale hat den Knalleffekt, den ich mir bei Thrillern immer wünsche, allerdings war der Weg dorthin schwieriger als gedacht. Die nötige Spannung kam nur häppchenweise zum Vorschein und für ein gutes Leseerlebnis hätte das durchgängiger sein müssen.
Es war okay, aber nicht atemberaubend.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️💫 (3,5/5)

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