[Rezension]
Schatten über Whitechapel

Februar 19, 2020


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Sandra Binder - Schatten über Whitechapel

Genre: Crime-Fantasy
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 20. Februar 2020
Verlag: digital publishers
Seitenanzahl: 340 Seiten

Ebook: 2,99 € ; Print: — €
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Inhalt:

1888 versetzte ein unbekannter Serienmörder das Londoner East End in Angst und Schrecken – heute setzt er sein grausiges Werk fort.
Während der Mord an einer Prostituierten die Polizei vor ein Rätsel stellt, erkennt Privatdetektivin Maxine Atwood in der abscheulichen Tat die Handschrift eines alten Bekannten: Jack the Ripper.
Die in die Menschenwelt verbannte Gefallene hofft zunächst auf einen Zufall, doch ›Saucy Jacky‹ meldet sich bald schon persönlich bei seiner einstigen Rivalin:
Wie damals schreibt er ihr Briefe, führt sie mit echten Informationen und falschen Hinweisen in die Irre und hetzt die Detektivin kreuz und quer durch ganz London.
Maxine verfolgt jede noch so winzige Spur, überprüft alle dämonischen Zweige der Stadt, aber sie scheint ein Phantom zu jagen.
Und der Ripper droht, ihr ein zweites Mal zu entkommen ...

Meinung:

Dämonen. Engel. Und Jack the Ripper.
Alkoholikerinnen. Prostituierte. Zehn Morde und eine aussichtslose Jagd.
Habt ihr Lust auf Irrungen und Wirrungen in den Straßen Londons?
Maxine Atwood auf jeden Fall nicht.
Dumm nur, dass ihre Vergangenheit das anders sieht.

Habt ihr euch eigentlich schon mal in einen Säufer hineinversetzt?
In jemanden, der die Vergangenheit in Alkohol ertränken will?
In einen gefallenen Engel, der unschuldig verbannt wurde?
Falls nicht, habt ihr mit „Schatten über Whitechapel“ die Möglichkeit dazu.
Denn Maxine Atwood ist keinesfalls direkt zu Beginn die schillernde Heldin, die jeden Fall im Handumdrehen löst und nur mit den Fingern zu schnippen braucht, wenn sie Fakten und Daten zu einem großen Ganzen verbinden will.
Seit knapp 130 Jahren lebt Maxine nun schon unter Menschen und die anfänglichen Euphorie, ihr Tatendrang, ihr Verständnis für das Gute im Menschen ist ihr im Laufe der Zeit abhanden gekommen. Verständlicherweise.

Den Schreibstil der Autorin kannte ich schon aus anderen Geschichten, er ist flüssig, peppig, frisch und trägt viel dazu bei, dass man sich trotz grausiger Begebenheiten beim Lesen wohl fühlt. Was ich allerdings noch nicht von ihr kannte, war die Ich-Perspektive und ich bin ja bekanntermaßen Fan davon.
Die Autorin hat es hierbei geschafft, dass ich mich direkt in Maxines Gedanken vergraben konnte und trotzdem nicht alle Details ihrer Pläne zu Gesicht bekam.
Außerdem lockert sie die Handlung zwischendurch mit der Vergangenheit 1888 auf und lässt ein paar Szenen zu diversen Ripper-Opfern einfließen.

Wie schon erwähnt, war die Protagonistin nicht direkt zu Beginn sympathisch, sondern eher bemitleidenswert.
Eine Privatdetektivin, die sich aufgegeben hat, planlos und pleite ist. Ohne Einkommen oder Zukunftsperspektive. Bis eines Tages ein Päckchen vor der Tür liegt und selbst ihr Suff-vernebeltes Hirn die Zusammenhänge nicht mehr ignorieren kann.
Jack the Ripper ist zurück. Und er will sein Spiel mit ihr fortsetzen.
An dieser Stelle sei gesagt, dass das hier eine Fantasy-Crime Story ist.
Eine mögliche Lösung für das Mysterium, das Englands bekanntesten Serienkiller umgibt. Und es ist eine, die mir sehr gefällt.

Jeder, der sich ansatzweise mit dem Thema „Jack the Ripper“ beschäftigt, kennt zumindest die Grundzüge seiner Morde:
Frauen, Prostituierte, im Schutz der Nacht, sehr blutig.
Diese Umstände macht sich die Autorin hier zunutze und webt Maxines Story geschickt mit ein. Es ist eine Jagd nach dem Unbekannten.
Nach der Lösung für das Verbrechensproblem.
Es ist aufregend und für Zartbesaitete zugleich abstoßend. Aber spannend.
Ich konnte meine eigenen Schlüsse ziehen, Maxines Charakterentwicklung mitfühlen und war für jeden Hinweis, jeden Beweis dankbar.
Am allermeisten gelungen fand ich jedoch die Darstellung von Saucy Jack.
Seine Verrücktheit ist mir förmlich aus dem Buch entgegengesprungen.
Mit seinen Briefen und Geschenken, seinen entgleisenden Buchstaben - auch wenn ich ihn selbst (zum Glück) nicht kannte und auch nur von Erzählungen her kenne - kam mir das sehr authentisch vor. Dementsprechend düster, chaotisch drückend und rätselhaft war auch die Atmosphäre.

Fazit:

Fans von „Jack the Ripper“ bekommen hier eine neue Verschwörungstheorie aufgetischt.
Neulinge erhalten einen ersten Einblick in sein krankes Hirn und lernen seine Gräultaten mit einem fantastischen Hintergrund kennen.
Und Menschen, die im Allgemeinen gern Rätselhaftes lesen und ihren Verstand anstrengen wollen, die werden bestens unterhalten.
„Schatten über Whitechapel“ bietet blutige Spuren, übelkeitserregende Briefe, übersinnliche Fähigkeiten, Fallenstellereien, Gefahren hinter jeder Ecke und eine Protagonistin, die dank Saucy Jack einen kalten Entzug macht.
Aber auch ein - Überraschung! - kleines Drama, Tiefgründigkeiten und Nervenflattern.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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2 Kommentare

  1. Ahoi Micky,

    ich lese ja eigentlich keine Thriller/Krimis und nichts Blutiges, aber dennoch klingt das ziemlich interessant; fesselnd auf jeden Fall! Und das Cover *-*

    Liebe Grüße
    Ronja von oceanloveR

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    Antworten
    1. Liebe Ronja,

      Alsoooo soooo blutig ist das nicht und ich denke, auch gut für dich geeignet. :D

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