[Rezension]
Die Wiege aller Welten

Januar 18, 2020


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*
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Jeremy Lachlan - Die Wiege aller Welten

Genre: Fantasy
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 09. Oktober 2019
Verlag: Loewe Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten

Ebook: 13,99 € ; Print: 17,95 €
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Inhalt:

Wir betreten das Schloss freiwillig. 

Wir betreten das Schloss unbewaffnet. 

Wir betreten das Schloss allein.

Diese drei Gesetze hängen in jedem Haus in Bluehaven und jeder Bewohner kennt sie.
Denn das Schloss ist der Eingang zu den Anderwelten.
Und wer mutig genug ist, geht hinein, um dort Abenteuer zu erleben.
Viele Jahrhunderte lang war das so. Doch vor vierzehn Jahren, in der Nacht des großen Bebens, hat das Schloss plötzlich John White und seine kleine Tochter Jane ausgespuckt.
Seitdem ist das Tor verschlossen.
Erst an dem Tag als die wütenden Inselbewohner Jane vor Gericht stellen wollen, erbebt die Erde erneut …

Meinung:

Ein Schloss. Eine Wiege. Viele Welten, Tore, Abenteuer, Geschichten.
Ein verfluchtes Mädchen, das sie alle retten soll.
Schlüssel, Gefahren, Freundschaft.
Eine Beschützerin, die ihrer Bestimmung folgt.
Und ein unsterblicher, übermächtiger Feind.
Dieses Buch ist atemberaubend. Filmreif.

Ich habe ein Kinderbuch erwartet.
Ein leichtes Abenteuer zum Abschalten. Ein Eintauchen in eine fremde Welt.
Doch was ich bekommen habe, ist so viel mehr.
Eine Reise ins Ungewisse. Ein mitreißender Fluss an Eindrücken und eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Jane White, Bluehaven, Erdbeben und Klagefeste.
Gott, ich finde kaum Worte für diese Geschichte.

Jane White ist eine Ausgestoßene. Ein verfluchtes Kind.
Sie wohnt mit ihrem stummen Dad in einem verrotteten Keller, abgeschottet von der Welt, weil die Bewohner Bluehavens in ihr die Wurzel allen Übels sehen.
Weil sie vor 14 Jahren das Schloss, das Wahrzeichen ihrer Insel, zum Erliegen gebracht hat. Das Schloss, das wie ein Gott verehrt wird, weil es den Menschen einen Ausweg aus ihrem tristen Alltag bietet. Weil es die Freiheit verspricht als Held zurückzukehren.
Und Jane hat den Menschen diese Freiheit genommen.
Obwohl sie sich kaum daran erinnert.

Jane‘s Abenteuer beginnt aufregend, steigert sich im Schloss, schraubt sich monumental in die Höhe, wirft mit neuen Kreaturen um sich und lässt einem kaum Luft zum Atmen.
Und das liegt zum Einen an diesem unfassbar guten Schreibstil.
An der Ich-Perspektive, aus Janes Sicht.
An den angedeuteten Sätzen, die sich wie Gedanken anfühlen.
Und an dem wirklich genialen Humor der Protagonistin.

„Glaube fast, sie mag dich nicht“, murmelt Hickory und mir schwant, dass er recht hat. 
Immerhin bin ich ich. Jane White mit den Gruselaugen. 
Was ich brauche, ist ein Hut oder so was in der Art. 
Einer, auf dem steht: Ich bin kein Monster, werde nur falsch verstanden. 
Ich könnte ihn dauernd tragen.
Die Menschen mögen Hüte, oder?“
(Seite 209)

Aber es ist nicht nur der subtil eingesetzte Sarkasmus, der Jane so sympathisch macht.
Sie versucht das Beste aus einer unmöglichen Situation zu machen.
Sie ist nicht übermäßig optimistisch, aber auch nicht wirklich negativ eingestellt.
Und vor allem Dingen: Sie agiert in meinen Augen nicht wie eine 14-jährige.
Jane ist klug und einfallsreich. Genau wie ihre einzige Freundin Violet.
Das, was dieses Mädchen auf dem Kasten hat, war erschreckend und beeindruckend zugleich. Ich mochte sie sofort.

Mal abgesehen von den Protagonisten ist aber auch die Welt, in der sie leben und das, was ihnen die Zukunft bringt, unglaublich facettenreich. Janes Weg führt sie ins Schloss.
Ein Ort, an dem einfach ALLES passieren kann. Und an dem gefühlt auch ALLES passiert.
So viele Möglichkeiten. So viele Situationen. Der Autor schneidet sie alle an.
Es gab keinen Moment, an dem ich nicht an den Seiten kleben wollte.
Lederschädel, Phantasmen, Blechköter, Ekelfische, Wasser- und Schneelawinen.
All das in einer Umgebung, die mich an die Ruinen von Mordor erinnert hat.
Gekreuzt mit den Wundern von Narnia. Bombastisch.
Ich freue mich sehr auf Band 2.

Fazit:

Was der Autor hier geschaffen hat, ist ganz ganz großes Kino.
Ein Abenteuerfilm, der sich in deinem Kopf abspielt - mit allem was dazu gehört.
Flüche, Action, Ungeheuer, Dramatik ohne Ende, eine Suche ohne genaues Ziel, Ungewissheiten hinter jeder Ecke und sowohl wahnwitzige Dia- als auch Monologe. Sympathisch, starke Protagonisten, die mich an Simbas Mentalität aus „Der König der Löwen“ erinnern.
„Gefahr? Ich hab keine Angst vor Gefahr.
Hörst du mich Gefahr?

Ich lach dir ins Gesicht.“

Unbedingt lesen!

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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