[Rezension]
The Chain
(Durchbrichst du die Kette,
stirbt dein Kind)

Dezember 27, 2019


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Adrian McKinty - The Chain
(Durchbrichst du die Kette, stirbt dein Kind)

Genre: Thriller
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 02. September 2019
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur
Seitenanzahl: 352 Seiten

Ebook: 12,99 € ; Print: 14,99 €
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Inhalt:

Was als ganz normaler Tag begann, wird zum Albtraum für die alleinerziehende Rachel, als ihre 13-jährige Tochter auf dem Weg zur Schule verschwindet.
Die einzige Spur: Das Handy des Mädchens wird an der Bushaltestelle gefunden.
Tatsächlich erhält Rachel kurz darauf einen Anruf von der Entführerin.
Die Frau am Hörer – ebenfalls Mutter eines entführten Kindes –, gibt sich als Kylies Kidnapperin zu erkennen. Sie ist Teil des perfiden Netzwerks »The Chain«.
Und sie hat Rachel auserwählt, die Kette der Kindes-Entführungen weiterzuführen:
Wenn Rachel ihr Kind lebend wiedersehen will, muss sie nicht nur binnen weniger Stunden das Lösegeld auftreiben – sie muss ihrerseits ein Kind entführen und dessen Eltern dazu bringen, dasselbe zu tun. Die Kette muss weitergehen …

Meinung:

Stell dir vor, du musst einen geliebten Menschen aus seiner gewohnten Umgebung reißen. Ihn festhalten, deine Identität verhüllen und darauf warten, dass die Familie deines Opfers das Gleiche mit einem anderen Menschen tut.
Stell dir vor, vor dir haben das schon 1000 andere getan, alles gute Leute, bodenständig mit einem Hang zum Risiko.
Stell dir vor, du musst das tun, damit du dein Kind zurück bekommst.
Würdest du es angehen? Kriminell werden? Unterdrückend?

Das und mehr sind Fragen, die Rachel O‘Neill beschäftigen, als sie von einer unbekannten Nummer informiert wird, dass ihre Tochter Kylie entführt wurde.
Nur, wenn sie den Anweisungen folgt und die KETTE aufrecht erhält, bekommt sie sie unversehrt wieder. Rachel muss nicht lange überlegen und ja, das war irgendwie vorhersehbar. Doch das was dann folgte, war es nicht.
Und meine Angst - nach den wahnsinnig schlechten Rezensionen - wahrlich unbegründet. Denn „The Chain“ ist keinesfalls langweilig oder schlecht durchdacht.
Klar, man kann sich denken, für welchen Weg sich Rachel als Mutter entscheidet.
Doch der Verlauf der KETTE, die Hintergrundgeschichte und die daraus folgenden Konsequenzen verleihen der Story, über die Seiten hinweg, eine super angespannte Atmosphäre.

Erzählt wird der Thriller aus mehreren Sichten, hauptsächlich natürlich aus der personellen Perspektive von Rachel. Hin und wieder bekommt man Einblicke in Kylies oder Onkel Petes Situation - sozusagen einen fast allumfassenden Eindruck.
Aber nur fast. Denn die Charaktere, die am Anfang der KETTE stehen, werden erst im zweiten Teil, im letzten Drittel, aufgedeckt.
Selbst mit den paar Vermutungen, die ich hatte, finde ich das ordentlich gelöst.
Und auch der Schreibstil war einigermaßen angenehm zu lesen, wenn auch nicht ganz so flüssig wie erhofft, aber das ist Geschmackssache.

Die auftauchenden Charaktere haben alle eine gewisse Tiefe gezeigt, obwohl ich mich mit keinem von ihnen emotional identifizieren konnte.
Ich bin weder Mutter, noch war ich in irgendwelchen Kriegen und an dieser Stelle hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.
Der Autor schaffte es zwar mich durch die aufwühlende Atmosphäre zu packen, doch Gefühle, ein Aufbäumen von Angst, Verlust, Hoffnungslosigkeit, die habe ich vermisst.
Unter anderem auch, weil der oben erwähnte Schreibstil hin und wieder in, für mich, unbedeutende Erzählerei ausuferte, sodass ich ein paar Sätze übersprungen habe.
Einfach, weil sie nicht relevant für mich waren.

Nichtsdestotrotz hat die Geschichte rund um Rachel, Kylie und die KETTE, Biss.
Durch die Aufsplittung in zwei Teile wird die Neugier des Lesers auch nochmal entfacht.
Was kann da noch kommen? Was passiert jetzt mit der KETTE?
Gibt es neue Erkenntnisse? Noch mehr Entführungen?
Durchbricht sie jemand? Und wer steckt dahinter?

Fazit:

Wenn man keine Erwartungen hat, kann man zumindest nicht enttäuscht werden.
Dementsprechend überrascht war ich auch, als sich mir „The Chain“ als solider Thriller offenbarte. Mit der durchgängig angespannten Atmosphäre, den recht tiefgehenden Charakteren und der fesselnden Handlung bietet die Geschichte auf jeden Fall Lesevergnügen. Einzig auf der emotionalen Seite hat etwas gefehlt und ein paar wenige Informationen hätte ich nicht benötigt, aber ansonsten fand ich es durchaus unterhaltsam.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

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