[Rezension]
Evil Miss Universe

November 08, 2019


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Tobias O. Meißner - Evil Miss Universe

Genre: Urban Fantasy
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 02. September 2019
Verlag: Piper Verlag
Seitenanzahl: 320 Seiten

Ebook: 12,99 € ; Print: 15,00 €
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Inhalt:

Sie ist Superschurkin, unerbittlich, rücksichtslos und betörend schön:
Dominique macht es den Männern im Universum wirklich nicht leicht.
Vor allem ist sie unfassbar kreativ und heckt ständig neue Verbrechen aus, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Sie hat eigentlich nur einen einzigen nennenswerten Gegenspieler – Mister Right, einen selbst ernannten Superhelden, mit dem sich ihre Pfade immer wieder kreuzen.
Zum Glück zählt Dominique einen jungen Mann zu ihrem Gefolge, der alles für sie tun würde, und dem es vielleicht gelingen kann, sie davon abzuhalten, Mister Right kurzerhand umzubringen ...

Meinung:

Eine Superschurkin, die Glanz und Glamour liebt?
Die intelligent genug ist, für mehrere Supercoups?
Klingt erstmal genial. Klang für mich nach Abwechslung.
Vielleicht im Comicstil - mit großen Knalleffekten und Co.
Das hatte ich mir zumindest erwartet.
Doch Dominique spielt in einer gänzlich anderen Liga.

Puuhhh, wo fange ich bloß an.
Der Schreibstil ist in auktorialer Form gehalten und gleichzeitig ist es eine Ich Perspektive, was für mich irgendwie schwer zusammen ging, sich aber am Ende der Geschichte aufklärt.
Und auch der Verlauf der Handlung wirkt leicht chaotisch, nichtsdestotrotz ist alles auf einer Linie angeordnet. Aber durch die Gedankenbruchstücke, die der Erzähler hin und wieder einbaut wirkt es halt ein wenig unstrukturiert.
Als würde er Informationshappen zusammentragen und mit seinen Ideen ergänzen.
So viel zum Stil, der mich mehr als einmal ein paar Sätze hat überspringen lassen - weil es irgendwie ermüdend war und ich auch das Gefühl hatte, dass nicht jedes Wort notwendig ist, um die Geschichte im Ganzen zu verstehen. Und das ist es auch nicht.

Im Groben zusammengefasst ist „Evil Miss Universe“ ein Bruchteil aus dem Leben und Streben von Dominique, selbsternannte Superschurkin.
Es ist eine Aufschlüsselung ihrer Taten, die, wie ich zugeben muss, sehr beeindruckend sind, trotz des etwas schwierigen Aufbaus. Dominique ist nicht die typische Superschurkin, die mit Blutbädern, Verlusten und Hinterlistigkeiten arbeitet.
Nein, sie geht viel subtiler, offensichtlicher vor.
Da wäre die Sache mit Paris, die Sache mit den Kronjuwelen, die Sache mit der Rache am amerikanischen Präsidenten - übrigens noch etwas, das ich sehr begrüße - der Autor baut alltägliche Probleme und Begebenheiten in die Story mit ein und zwar ohne Namen zu nennen. Wie steht es in der Beschreibung so schön?
Er hält der Welt den Spiegel vor. Macht er in meinen Augen zwar nicht ganz so bravurös, doch einige Dinge fand ich schon gelungen.

Wiederkehrende Charaktere gibt es eigentlich nur drei, nämlich Dominique, Irati und Luc.
Zu keinem konnte ich eine Verbindung aufbauen und emotional gesehen ist die Geschichte absolut flach. Dafür kann man ein wenig seine grauen Zellen anstrengen, wenn man denn mag.
Doch nach den ersten drei, vier Hochrechnungen auf Millionen, Millarden und Zahlenjonglage, ist mir irgendwie die Lust vergangen.
Selbst wenn es essentiell ist für Dominiques Coups.
Brauch ich nicht. Generell muss ich feststellen, dass Evil Miss Universe zwar stellenweise unterhaltsam, dennoch der Großteil eine Aufzählung von Fakten ist - Markenlabel, Großunternehmen, Fremdinvestoren, die alle irgendeine Rolle spielen.

Und während ich noch das Ziel der Reise gesucht habe, lief mir die Spannung mit unterirdischer Motivation hinterher. Neugierig, mehr war ich nicht.
Der Schreibstil hat irgendwo ein wenig gefesselt und Dominiques Köpfchen fand ich echt super. Ich wollte von ihren Verbrechen erfahren und wie sie ausgegangen sind, aber Freude, Leid oder ein atmosphärisches Kribbeln habe ich dabei schmerzlich vermisst.

Fazit:

Wenn „Evil Miss Universe“ eins ist, dann anders.
Es ist nicht emotional, eher eine Nacherzählung von Dominiques Leben, untermauert mit Daten, Fakten, Zahlen - die vermutlich irgendetwas aussagen sollen, dessen Sinn sich mir aber nicht erschlossen hat.
Nichtsdestotrotz fand ich es interessant, auch wenn keinerlei Spannung aufkam.
Mit dem bisschen Charme, den Dominique und Luc an den Tag legen, kann man die Story leider nur bedingt aufwerten.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️ (3/5)

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