[Rezension]
Drei Schritte zu dir

September 08, 2019

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

Infos zum Buch / Werbung!

Rachael Lippincott, Mikki Daughtry & Tobias Iaconis -
Drei Schritte zu Dir

Genre: Drama
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 24. Mai 2019
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenanzahl: 304 Seiten

Ebook: —- € ; Print: 16,95 €
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Inhalt:

Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge.
Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme.

Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen.
Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen.

Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss.
Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben.
Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen?

Meinung:

Noch bevor ich das Buch lesen konnte, wurde ich vom Verlag in den Kinofilm eingeladen und ich muss gestehen, das ist eine der wenigen Ausnahmen, in denen der Film einfach sooo viel besser ist als die gedruckte Papierversion.
Und das, obwohl das Buch exakt die Handlung des Filmes wiedergibt und umgekehrt.
Ich möchte eigentlich keinen Buch-Film Vergleich ziehen, doch eine Sache ist schlicht und einfach nicht zu leugnen: Wo der Film vor Gefühlen nur so strotzt, die Verbindung mit den Protagonisten direkt ins Herz geht und ich im Kinosaal Rotz und Wasser geheult habe, ist die Emotionspalette vom Buch auf ein Minimum reduziert. Leider.

Stella leidet schon fast ihr ganzes Leben unter Mukoviszidose, einer unheilbaren Erbkrankheit, die die Lungen und das Immunsystem befällt und es Patienten und Ärzten bei einer Behandlung gleichermaßen schwer macht.
Regelmäßige stationäre Behandlungen, ein Klinikaufenthalt nach dem nächsten und Hoffnung?
Die blitzt nur noch selten durch. Doch Stella versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen, ganz im Gegensatz zu Will, der lieber seine letzten Atemzüge in Freiheit tun möchte.
Beide Sichtweisen kann ich gut nachvollziehen.

Die Handlung ist in zwei Perspektiven gesplittet, einmal erzählt Stella aus ihrem Alltag und einmal Will, als er, nach kurzer Zeit, in Stellas Krankenhaus landet.
Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können, treffen hier aufeinander.
Mal abgesehen von der Krankheit, die sie verbindet.
Das Autorentrio hat sich einer herzzerreißenden Geschichte angenommen und sie für die Leser greifbar gemacht. Das Thema Mukoviszidose ins rechte Licht gerückt, weil man viel zu selten von dieser Krankheit und ihren Auswirkungen hört. Deshalb ist es umso trauriger, dass die Gefühle bei einem solch sensiblen Thema, so schwach vermittelt wurden.

Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich mich in Stella und Will hineinversetzen, die Anziehung zwischen den Zweien war mir allerdings, zumindest dem Buch nach, ein Rätsel.
Und auch die anderen Charaktere kamen etwas flach daher.
Von der mütterlichen Wärme, die Barb im Film innewohnt oder dem humorvollen Schalk, der in Poes Augen wohnt, war im Buch nichts zu spüren.
Dadurch, dass ich die Handlung schon kannte, waren einige Situationen auch nicht sonderlich überraschend. Aber selbst, wenn ich sie nicht gekannt hätte... puuuuh, bis auf eine Sache kam mir das ziemlich beschleunigt und dadurch in einen Rahmen gepresst vor. Die Atmosphäre, die eigentlich von bedrückend zu hoffnungsvoll und wieder zurück schwanken sollte, fiel sehr eintönig aus.
All die Leidenschaft, die Angst, das Herzklopfen, die Freude des Films... das Buch wird dem nicht gerecht.

Andersherum, hätte ich die Geschichte vor dem Film gekannt... ich hätte vermutlich wenig erwartet.

Fazit:

Der Leidensweg von Mukoviszidosepatienten ist lang und hart.
Das kann ich nach dieser Lektüre nun bestätigen. Die Umsetzung der Geschichte von Will und Stella wirkt authentisch, greifbar und doch fehlte es an einigen Ecken und Enden. Durch den Schreibstil lässt sich das Ganze in einem Rutsch lesen, doch emtional gesehen war es eher enttäuschend.
Vom Entwurf her, sind die Charaktere und die Idee wirklich grandios, doch ehrlich gesagt muss ich an dieser Stelle den Film empfehlen.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️💫 (3,5/5)

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