[Leipziger Buchmesse 2019]
Besser spät, als nie -
Part 1

Juli 02, 2019

Vorwort: Ja, ich weiß, die Messe ist schon drei Monate her.
Aber: Gut Ding will Weile haben und ich kann mich doch immer so schlecht kurz fassen! .____.

Die Leipziger Buchmesse 2019 liegt nun hinter mir. Vier ereignisreiche Tage.
Muskelkater, Lachen, liebe Menschen, flache Witze, pornöses Auftreten, Buchkäufe und Verkäufe, Crêpes, Pommes und noch mehr Essen. Komische Videos, das Ding mit den Instastorys, Fotos, Umärmelungen, Autoren, Leser, Blogger. Vier unglaubliche Tage Buchmessefeeling, über die ich euch nun in allen Einzelheiten berichten werde. Vermutlich wird das wieder etwas länger und deshalb werde ich es am Ende wahrscheinlich splitten. Mal sehen!

Dieses Mal habe ich mich schon Wochen vorher um eine Unterkunft gekümmert, nämlich bereits im Dezember 2018. Ich dachte, ich hätte dadurch viel mehr Auswahl, aber Pustekuchen.
Die Preise sind selbst da schon extrem, selbst für kleine Unterkünfte.
Und so wurde es am Ende ein Hotel im 20km entfernten Delitzsch. Preislich echt super, mit gefühlter Direktanbindung zur Messe. „Zum weißen Ross“ ist ein hübsches, kleines Hotel im Herzen von Delitzsch. Frühstück inklusive. Die haben ein inkludiertes Restaurant, eine Bank ist direkt um die Ecke, genauso wie ein Bäcker und ein Wochenmarkt. Außerdem gibt es einen Gästeparkplatz und den langsamsten Aufzug der Welt. Im Ernst. Bei dem Tempo wäre ich drei Mal die Treppen hoch gekommen. 😅 Aber nach der Messe ist man einfach zu kaputt, um davon was zu merken.


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Mittwoch – Anreise und

obligatorisches BookishBrew Treffen


Müüüüde, müüüde, müüüde. Das waren meine ersten Gedanken, als ich am Mittwoch vor der Messe um 5:30 Uhr aus dem Bett gekippt bin. Trotz oder vielleicht gerade wegen meines Urlaubs.
Davor die ganze Zeit ausschlafen und dann sowas. Aber man tut es ja gerne.
Den Koffer habe ich mal wieder direkt kurz vor knapp gepackt und um halb acht ging’s dann gen Leipzig. Ohne Stau, ohne Muße, mit Poposchmerzen vom Sitzen, aber am Ende des Tages war ich ganz froh drum. 😅 Um 10:45 Uhr erreichten meine Mam und ich das Messegelände. Ja, bereits am Mittwoch. Mann, war ich aufgeregt. Das ist, als wäre man VIP, wenn man vor offiziellem Messebeginn aufs Gelände darf. Ich habe mich freiwillig gemeldet beim Sternensand Verlag beim Aufbauen und Einräumen zu helfen und ich habe mich unheimlich gefreut Corinne, Fanny, Liza und Co wiederzusehen. Und natürlich Andi. Ganz besonders Mr. Red Tshirt! 😂

Da kam ich also an und es fühlte sich einfach befreiend und unnatürlich an durch leere Messehallen zu laufen. Aber auch gut :DD
Direkt zu Beginn habe ich dann auch mein Versprechen eingelöst und habe Jamie L. Farley umgesprungen als der grade beim Gespräch mit Corinne war. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb allerdings nicht, denn es wollten ganze, keine Ahnung, sechs-zehn Paletten Bücher und Goodies eingeräumt werden. Mit dabei waren Svenja, Liza, Jamie, Fanny, Corinne, Andi und ich.


Ich habe mich um die Krieger des Lichts, die Banshees, den Streuner, Götterherz und den Postkartenständer gekümmert. Beim Arbeiten haben wir festgestellt, dass Fanny einen starken inneren Monk besitzt, ich aber auch. Nur Fannys ist ausgeprägter, ich schwöre.
Was für mich eigentlich schon schön aussah im Regal, war für Fanny nicht akkurat genug. Irgendwann bin ich dann dazu übergegangen die Bücher einfach nur noch ins Regal zu tun und Fanny die Feinjustierung zu überlassen.
Was man nicht so alles über Menschen lernt, wenn man Bücherregale einräumt. 😂
Gegen mittags haben wir dann mit Jamies Ortskenntnissen Pizzaboten auf die Messe bestellt.
Regelmäßige Pausen sind ja so wichtig. Zum Beispiel für komische Messevideos, Rumalbern und in meinem Fall natürlich dem Frönen meiner Raucherlunge. 😂
Zwischen dem Einräumen, dem Philosophieren über spritzenden Prosecco und der Suche nach dem Winterstern (zu diesem Titel habe ich sogar mal eine Geschichte geschrieben, fällt mir ein 😅), gab es Momente, in denen ich am liebsten den Tontechniker von gegenüber erwürgt hätte.
Absolut nervtötende Geräusche in einer extremen Tonlage und das über knapp eine Stunde lang.
Ihr könnt euch vorstellen, wie genervt ich war. 🤦🏼‍♀️

Am Ende des Tages hatte ich den Oberschenkelmuskelkater des Todes. Also, sagen wir mal so, es ging noch. Am nächsten Tag wars schlimmer. Ihr könnt mich verstehen, wenn ihr mal acht Stunden lang Kniebeugen macht. Dann reden wir weiter. Aua, aua, aua. Ich konnte kaum Treppen steigen.
Aber das wars mir wert!


Obwohl wir uns zwischenzeitlich mit Pizza den Bauch vollgestopft hatten, ging es am Abend für mich noch zum obligatorischen Bookish Brew Treffen. Wer das Konzept noch nicht kennt – so wie ich – ich kann die Ladenkette „Hans im Glück“ wärmstens empfehlen.
Extrem gute Preise, leckere Burger, eine übersichtliche Karte, schneller, wenn auch etwas holpriger Service und ein unglaubliches Ambiente.
Man sitzt zwischen lauter Bambusstäben auf Holzbänken und fühlt sich wie im Wald. Irgendwie.
War schon echt cool. Zusammen mit Rika von Schwarzbuntgestreift, Wiebi von Stars, Stripes & Books, Sinah von Pink Mai Books, Marie von Everything is literary und Britta von Barfuß unterm Regenbogen wurde das ein ziemlich lustiger und vor allem für meine Oberschenkel entspannter Abend. Danach wollte ich nur noch ins Bett.

(Quelle: Schwarzbuntgestreift)

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Donnerstag – Die Ruhe vor dem Sturm


Ich muss ja sagen, wenn man früh genug schlafen geht und dann morgens aufsteht, ist das gar nicht so schl… ach wir wollen uns ja nicht selbst belügen. Früh aufstehen ist selbst dann schlimm, wenn ein ausreichendes Frühstück auf dich wartet, auch wenn ich immer etwas drängelnd bin, wenn es um die Buchmessen geht. Da will ich überpünktlich um 9:00 Uhr auf der Matte stehen.
Hat nur so mäßig funktioniert, aber immerhin gab es noch keinen Stau auf dem Messegelände.
Nachdem ich beim letzten Mal in Leipzig gelernt habe, dass man sich als Blogger vorabakkreditieren muss – also, nachdem man sich schon im Internet vorabvorabakkreditiert hat… - haben wir gleich beim Pressezentrum gehalten und es verlief zumindest reibungsloser.
Witzigerweise ist die Tatsache, dass Presse und andere wichtige Leute schon um 9 Uhr in die Hallen dürfen, wohl nicht bis zu den Sicherheitsleuten vorgedrungen, weshalb am Eingang schon ein kleiner Aufstand herrschte. Schlussendlich haben die aber auch nur die Achseln gezuckt und uns durchgewunken.

Es ist wirklich ein sehr geiles Gefühl durch fast leere Messehallen zu laufen.


Und ich habe versucht fleißig zu filmen. Für ein Special Fanny Bechert Projekt.
Allerdings habe ich zu spät gemerkt, dass ich in Hochformat gefilmt habe, also war es irgendwie für die Katz. 😅 Auf meinem Weg bin ich direkt Mira Valentin in die Arme gelaufen, was mich sehr gefreut hat, denn ich konnte als allererstes mein obligatorisches Messefoto mit ihr machen. Thihi.
Auch wenn ich sie grade kurz vorm Livevideodreh erwischt habe.
Kurz danach kam ich dann am Sternensand Verlagsstand an, wo ich eine erneute Premiere erleben durfte, nämlich einen komplett leeren Stand mit Büchern, die in Reih und Glied stehen, alles neu und unberührt. Hach, das war auch schön!
Meinen ersten Tag auf der Messe habe ich super euphorisch mit Sternensand Beratung verbracht und hoffentlich einigen ein paar Bücher aufs Auge drücken können.
Für den kleinen Hunger gab es leckere Crêpes und fürs Seelenheil ein Treffen mit Emma Marten, die mir ganz ungefragt ihre Dystopie als Reziex in die Hand gedrückt hat, weil wir uns in Frankfurt schon getroffen hatten und sie fragte, ob ich es noch lesen will. Das war sooooooo süß, ehrlich. <3
Keine Sorge, ich erwähne nachher noch ganz viele andere Süßis, die ich getroffen habe, aber das war so ein special Moment.

Ein weiteres Highlight des Tages bescherte mir die kleine, hübsche Fee Christin von Doppelhertz & Wortklecks. Ich meine, schaut sie euch mal an, ist sie nicht wuuuuuunderhübsch? 😍😍😍
Ich bin ganz verliebt in ihre Bilder, wenn ihr die noch nicht kennt, schaut unbedingt mal auf dem Blog vorbei, den sie mit ihrem Freund Willy führt.


Um 14 Uhr wollte ich mich eigentlich mit Marion von Books have a Soul vor dem Sternensand Verlag treffen, bin aber urplötzlich in eine Mädelsgruppe geraten, die ich hey – oh Wunder, oh Wunder – tatsächlich auch alle kannte. Meine Mädels Ingrid & Miri von 1001 Buch – Sherazades Bücherwelt, Annika von Moonies Welt und Jacqueline von Bücher gehn durch alle Zeiten.
Und weil die Ingrid mir auf den letzten Messen immer irgendeine Kleinigkeit mitgebracht hat, hab ich sie diesmal drum gebeten es nicht zu tun. Was passiert also? GENAU. MIRI BRINGT MIR WAS MIT. 🙄🙄🙄 Na gut. Sie wusste von nix und bei einem super süßen Wolfskuli kann ich auch schlecht böse sein. XD Danke du Herzchen.

Nachdem ich mich also dann losgeist hatte, bin ich mit Marion zum Arena Verlag gestiefelt und wir haben uns von Verena die Neuerscheinungen um die Ohren hauen lassen. :p
Folgende Titel sind mir dabei sehr ins Auge gesprungen:


(Mit einem Klick auf die jeweiligen Bilder gelangt ihr zu den Amazoninformationen)

Die Treffen mit Verena sind immer echt angenehm, weil sie von den ganzen Blogbetreuerinnen mit eine der Sympathischsten und Besten ist. Wir durften unseren Termin sogar vorverlegen, weil ich nicht wusste, ob ich es sonst pünktlich zum Nächsten schaffe. Du rockst, Verena!

Nach dem Termin ist vor dem Termin, auch wenn der Donnerstag dahingehend noch relativ entspannt war. Die Ruhe vor dem Sturm eben. Es war auch noch nicht so voll, wie ich es erwartet habe, bis auf die Schulklassenrally, die jedes Mal zu Beginn der Messe durch die Hallen zieht.
Was ich aber auch immer ganz besonders schön finde und zu schätzen weiß, weil es für mich absolut nicht selbstverständlich ist, ist, wenn Leser mich erkennen. Da fühlt man sich für einen kurzen Moment famous und geehrt und aaahhh, ich wäre am liebsten rot geworden.
Danke für die zauberhafte Begegnung Denise Hollensen, auch wenn sie nur kurz währte, weil ich weiter musste. 🙈 Zwischendurch habe ich immer mal wieder für Fannys Videoprojekt gefilmt, clevererweise natürlich in Hochformat, was die Hälfte der Videoaufnahmen unbrauchbar gemacht hat. Hmpf.

Weg vom Arena Verlag und hin zum Fischer Verlag, wo ich mit ein paar anderen Bloggern den Autoren Robert M. Sonntag/Martin Schäuble treffen durfte. Er hat zu seinem neuen Buch „Die Gescannten“ (das bei mir ja leider nicht so gut angeschnitten hatte) eine kleine Vorführung gehabt.
Vorgestellt hat er einen “Aromator“ – eine nette Idee, die in der Geschichte Essen und Trinken aus Müll herstellt. Fand ich echt super aufgemacht und der Autor war auch sehr relaxed.
Nicht verwunderlich, denn er hält seinen Technikkonsum auf minimalem Stand. Das ist auch ganz gut so, weil er mit seinen kontroversen Themen und Büchern ziemlich oft aneckt und sogar schon mal Todesdrohungen erhalten hat. Dank seiner Social Media und Emailabstinenz hat er die aber erst Monate später gelesen. Hat schon seine Vorteile.


Und hier ist meine Titelauswahl aus der Fischerverlagsvorschau:



Nach dem interessanten Vortrag und der Vorstellung des Herbstprogrammes ging es zurück zum Sternensand Verlag, wo ich mich eigentlich mit Marion treffen wollte, weil wir spontan beschlossen haben, bei ihr im Hotel zu Essen und danach in die Karaokebar zu fahren.
Blöd nur, dass sie dann meinte, sie wartet vor Halle 1 auf mich, weil sie dort geparkt haben.
1.) Halle 1 war die Mangahalle, durch die ich nicht durch wollte.
2.) Ich war irgendwo am Arsch der Welt.
3.) Ohne den Weg vorher einmal gegangen zu sein ist mein Orientierungssinn auch nicht der Beste.

Aber es half ja nix und ich hatte Hunger. So lange, bis ich mich kurz vor Feierabend schockverliebte in eine hüpfende Ohrenmütze. Der Hunger war vergessen, mein Verstand kurzzeitig auch.
Aber sie sieht doch einfach unglaublich süß aus oder?


Nach einem leckeren Abendessen im Hotelrestaurant ging es ab in die Karaokebar „Kakadu“ im Herzen von Leipzig. Wir waren die ersten und es war ein bisschen unheimlich, so allein mit den zwei hübschen Barmännern, aber who cares? Der Sex on the Beach war verdammt lecker.
Leider weiß ich gar nicht mehr, was wir alles gesungen haben, aber wir hatten sau viel Spaß.
Und Marion ist ein Gesangstalent. Whitney Houston like. Wahnsinn!
Nach vielen guten Gesprächen und einigen noch besseren Liedern, sind wir etwas später als geplant (nämlich um 1 Uhr nachts) von meiner Mam abgeholt und ins Hotel gebracht worden. Natürlich nicht, ohne dass uns aufgefallen ist, dass wir vergessen hatten „Carry on my wayward son“ zu singen.
Als überdimensional große Supernaturalfans ein Fehler, den wir unbedingt am nächsten Abend wieder gut machen wollten.

Weiter geht’s morgen mit Part 2.

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