[Rezension]
One Exit
(Verloren im Untergrund)

Mai 19, 2019

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Darkviktory - One Exit
(Verloren im Untergrund)

Genre: Jugendbuch
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 11. März 2019
Verlag: Loewe Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten

Ebook: 12,99 € ; Print: 16,95 €
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Inhalt:

Ein entgleister, brennender Zug. Irgendwo im Londoner Tunnelsystem.
Zusammen mit acht anderen Jungen kommt der 15-jährige Fabiu verwirrt zu Bewusstsein.
Die Jungen kennen sich nicht und haben keinerlei Gemeinsamkeiten, bis auf eine Information:
Sie alle sind Teil der Evakuierungsmaßnahme SEED, in der die britische Regierung Kinder und Jugendliche im Untergrund vor dem großen Krieg in Sicherheit bringt, um sie dort vor den atomaren Folgen des Dritten Weltkrieges zu schützen.
Die Plätze – limitiert und nur für die Reichen und Mächtigen reserviert.

Umso mehr verwundert es Fabiu, einen verwaisten rumänischen Jungen, sich selbst inmitten dieser Operation wiederzufinden. Als sich der Tunnel immer mehr mit Rauch füllt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Verzweifelt suchen die dort gefangenen Jungen nach Antworten.
Warum und von wem wurden sie wirklich hergebracht – und wie kommen sie hier wieder lebend raus?
 
Sie kann nur noch eins retten: ein Ausweg!

Meinung:

Tjaaaaa alsooooo... hm. Ja, was soll ich von dieser Geschichte bloß halten?
One Exit spielt in Ubahntunneln, in einem Netz aus Gängen tief unter der Erde und die Protagonisten sind zwischen 13 und 15 Jahre alt. Und allesamt männlich.
Und zum ersten Mal bin ich wirklich ratlos, wie ich hier für und gegen die Story argumentieren soll. Zum Einen hatte es einen gewissen fesselnden Aspekt und zum Anderen war dieses dauerhafte „nicht wissen, wohin das jetzt führt oder was für einen Sinn das macht“ doch ganz schön verwirrend.

Die Geschichte startet mitten im Getümmel ohne einen klaren Rädelsführer.
Neun Jungs unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Herkunftsgrundlagen wachen in einer umgekippten, brennenden Lok in einem unterirdischen Tunnelsystem auf - und wissen eigentlich nichts. Sie scheinen sich nur flüchtig zu kennen, es bestehen keine familiären Bindungen und nur einige von ihnen scheinen zu ahnen was zukünftig zu tun ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass mich die völlige Abwesenheit von Mädchen irritiert hat - auch in Bezug auf den Verlauf der Geschichte - war beim Erzählstil nicht wirklich ein klarer Faden zu erkennen. Es war wie eine Art Mischmasch aus Beobachtungen und Gedanken aller Charaktere, die sich dort im Tunnel befanden, auch wenn sich die Erzählung oft auf Fabiu konzentrierte.
Einen richtigen Durchblick über die Geschehnisse bekam ich im gesamten Verlauf der Story nicht, obwohl ich im Laufe der Zeit den Sinn einigermaßen erahnen konnte.
Die Idee hinter „One Exit“ ist nicht schlecht.
Aber bei solchen endzeitlichen Szenarien oder auch beengtem Bewegungsspielraum brauche ich dringend ein bisschen mehr Struktur.

Atmosphärisch gesehen bewegt sich die Geschichte irgendwo in düsteren, leicht erdrückenden Gefilden und die Ungewissheit liegt wie eine Decke über allem. Über den unterirdischen Räumen, die die Jugendlichen erkunden, über ihren Erinnerungen zu denen sie keinen Zugang haben und über der merkwürdigen Gesellschaft, die sich dort unten gebildet hat.
Eine gewisse Spannung baut sich während ihrem Aufenthalt in den sogenannten „SEEDS“ - also fluchtbunkerähnlichen Höhlen - durch die Gruppendynamik auf. Die Jungs versuchen eine Lösung für ihr Dilemma zu finden, das durch manch gewalttätigen Akt aus den Fugen gerät.
Es gibt einen Verräter unter ihnen, der genau weiß, was das ganze Spektakel ums Überleben soll und den gilt es zu finden.

Mal abgesehen davon, dass ich die unterschwellig eingebauten Themen zu Rassismus und Toleranz echt schön umgesetzt fand - Nähe zu den Charakteren und eine emotionale Achterbahnfahrt wären mir lieber gewesen. Diesbezüglich fielen die Protagonisten aber für meinen Geschmack einfach sehr flach aus. Natürlich hat jeder seinen persönlichen Hintergrund und die Schicksale von Fabiu, Aziz oder auch Lucas sind tragisch und rufen ein bisschen Mitleid hervor.
Neben Angst vor dem Unbekannten und ein wenig Neugier auf den Verlauf und die Auflösung der Story, waren das nur leider die einzigen Gefühle, die beim Lesen aufkamen.

Fazit:

„One Exit“ ist eine schön illustrierte Ausgabe rund um das Überleben von neun Jugendlichen im Untergrund. Während die Atmosphäre mich bei Stange hielt und ich mehr an den Strukturen und der Umgebung der Ubahntunnel interessiert war, kann man das von der recht chaotischen Geschichte nicht behaupten. Die Protagonisten bereiteten mir Schwierigkeiten, weil sie schwer auseinanderzuhalten sind und die Gespräche, sowie der Spannungsaufbau eher schleppend erfolgte. Wenn man irgendwann den Durchblick hat und die Idee begeistert nochmal überdenkt, ist das Buch auch schon wieder vorbei.

Empfehlen würde ich es Dystopiefans, die sich von wirren Verläufen nicht aus der Bahn werfen lassen, auch wenn die Umsetzung mich selbst nicht gepackt hat.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️ (3/5)

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