[Rezension]
Dark Palace 2
(Die letzte Tür tötet)

April 23, 2019

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

‼️ Achtung, Fortsetzung: Könnte Spoiler zum Vorgänger enthalten ‼️

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Vic James - Dark Palace 2
(Die letzte Tür tötet)

Genre: Dystopie
Reihe/Band: Band 2
Schlüpftag: 24 April 2019
Verlag: Fischer FJB
Seitenanzahl: 496 Seiten

Ebook: 16,99 € ; Print: 18,99 €
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Rezension zu Band 1


Inhalt:

Wer überlebt, und wem kannst du trauen?
Englands magischer Adel schreckt bei seinen Intrigen vor keiner Brutalität zurück.
Luke wurde unschuldig verurteilt und ist der Gefangene eines besonders grausamen Lords.
Seine Schwester Abi versucht verzweifelt, ihn zu befreien.
Wird sie es schaffen, bevor sein Willen vollständig gebrochen ist?

Ein atemberaubender Kampf um die Macht, bei dem unvorhersehbar bleibt, wer welches Spiel spielt und wer gewinnt.

Meinung:

Puhhhhh.
Also. Ja...
Hm.

Das war also der zweite Teil der dystopisch angehauchten Dark Palace Reihe.
Leider muss ich sagen, dass er absolut nicht mit seinem Vorgänger mithalten kann.
Ich habe mich so sehr auf die Fortsetzung gefreut, auf neue Action, ein bisschen Liebe, Schmerzen und vor allem Rebellion und Geschick, dass ich direkt nach Ankunft angefangen habe zu lesen.
Fast eine ganze Woche saß ich daran und das bedeutet oftmals nichts Gutes.
Highlights sauge ich auf, doch wenn es länger dauert... habe ich meist einiges auszusetzen.

Der erste Teil endete mit einer „Geschick“ Explosion.
Habe ich mich zuvor noch am Schreibstil der Autorin erfreut, muss ich jetzt sagen, dass mich die tieferen Emotionen in dieser neuen Situation einfach gefehlt haben. Bis zum Ende von Teil eins war alles noch spannend, neu, aufregend - das setzt sich auch fort, aber nicht so groß ausgeprägt wie im Auftakt. Die Erzählperspektive schwankt auch in Teil zwei von Abi zu Luke zu Gavar Jardine oder Mistress Bouda, die hier eine breiter gefächerte Rolle einnimmt. Der Grundgedanke der Rebellion der Sklaven gegen die „Ebenbürtigen“ - also diejenigen mit Geschick/Magie - bleibt bestehen.
Auch die dunkel, düstere Atmosphäre zieht sich konstant durch die Geschichte.
Allerdings kam in Band 2 noch ein Hauch Beklemmung und Verwirrung hinzu.

Natürlich ist die Ausgangslage nach dem Ende von Band 1 sehr politisch geprägt.
Es geht schließlich um die Regierungsnachfolge der Ebenbürtigen.
Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, dass sich dieses Hin und Her, das Abwägen und Glätten von Plänen, das Ausführen und Taktieren, sowie die grausigen Ränkespiele der Jardines über die Hälfte des Buches füllen. Wirklich nicht.
Das was die Autorin mit dem zweiten Teil gemacht hat, war mir in Verbindung mit dem bereits eher unpersönlichen Schreibstil einfach zu trocken. In Band 1 hat sie es mit den Handlungen der Charaktere und dem Kleinhalten des Protagonistenkreises noch geschafft, dass ich diverse Gefühle in mich aufnehmen und verarbeiten konnte - hier lag ich einzig und allein mit Gavar Jardine auf gleicher Wellenlänge.

Die Geschichte hat ihren roten Faden nicht verloren, nur weil die Beschreibungen sehr politisch geprägt sind, keinesfalls. Für die Ängstlichen unter euch: Es wird blutig. Und das nicht nur einmal. Allerdings kann ich euch versichern - so schnell wie es kommt, so schnell ist es auch wieder vorbei.
Dass den Verschiedenen kaum einer nachtrauert war auch so eine Sache, die mir das vollkommene Abhandensein von Gefühlen nochmal vor Augen geführt haben. Selbst die mutige, kleine Abigail und ihre Liebelein haben mich nicht mehr berührt. Das vorherrschende Gefühl war tatsächlich:
Bitte, bitte, lass es mit einem großen Knall enden.

Um der Rezension noch einen Hauch positive Energie zu geben - folgende Punkte fand ich wirklich gut: Man reist als Leser jetzt in ganz Großbritannien umher und sieht mehr als die Sklavenstädte, nämlich auch die Herrensitze von residierenden Parlamentsmitgliedern und anderen wichtigen Ebenbürtigen. Die vorherrschenden Geschicksicherheitsmaßnahmen der diversen Burgen und Inseln fand ich faszinierend. Auch das Gefängnis, in dem sich ein Teil der Geschichte abspielt.
Leider wurde dieser Part für meinen Geschmack zu wenig ausgeführt. Abigails und Gavars charakterliche Entwicklungen haben auch große Sprünge in die richtige Richtung gemacht.
Die Autorin hat versucht durch blutige, gewaltige, magische Aktionen Spannung in den zweiten Band zu bringen. Das hat nur teilweise funktioniert, aber die Kälte, die manch ein Charakter dabei ausgestrahlt hat, ist ihr gut gelungen. Alles in allem ein durchwachsener zweiter Teil.

Fazit:

Angesichts der vielen geschickgierigen Machtspielchen, die sich in Band 2 zu einem großen politischen Knäul verwirren und nur hier und da einzelne Fäden ausspucken, denen man folgen kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als das Ganze unter dem Punkt „intrigenreiches, emotionsloses Chaos“ zu verbuchen. Was schade ist, denn für mich hatte die Story mit den Herrschern und Unterdrückern so viel Potenzial. Ich werde den dritten Teil noch lesen, weil mich der erste so begeistert hat und ich wissen möchte, ob die Rebellion Erfolg hat und wann Silyen Jardines Macht expandiert und explodiert - aber dieser zweite Teil war für mich zu kalt, zu politisch und hatte definitiv, trotz einigen grandiosen Momenten, den falschen Fokus gesetzt.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️ (3/5)

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