[Thementage]
#LesengegenRechts

Februar 08, 2019

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“
(Gedankensammlung zum Thema Rechtspopulismus)

Diesen Satz kennt wohl ein jeder, der sich zumindest ein bisschen mit der deutschen Geschichte auskennt. Und genau deshalb, weil er so prägend für die Welt war, weil auf diesen Satz ein so riesiges Lügenkonstrukt folgte, habe ich ihn als Überschrift für meine Gedankensammlung gewählt.

Im Rahmen der Thementage #Lesengegenrechts haben einige Blogger in Zusammenarbeit mit der Dtv Verlagsgesellschaft und dem Hanser Verlag all ihre Recherchekraft und ihre Meinungen zusammengerauft, um der Welt zu zeigen, dass es niemals okay ist jemanden auszugrenzen.

Wie sagte Ivy von Ivybooknerd so schön:
„[...] auch für die, die nach wie vor der Meinung sind, Rassismus wäre in Deutschland kein Thema
und dass jeder das „Recht auf seine eigene Meinung hat“:
Menschenfeindlichkeit und Rassismus ist keine Meinung.
Dies widerspricht in jeder erdenklichen Art und Weise unserer Demokratie;
dem freien Leben; der freien Entfaltung.
Diese Auffassungen müssen von uns weder toleriert noch akzeptiert werden.“

Mit „Der Schuss“ und „Endland“ haben Christian Linker und Martin Schäuble sich intensiv mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit, Rassenhass und Co auseinander gesetzt und die Begebenheiten der heutigen Zeit aus zwei verschiedenen Sichtweisen erfasst und weitergesponnen.
Und darauf Bezug nehmend, bekommt ihr nun meine Meinung zu dem, was in meinen Augen grundfalsch ist.


Warum bin ich wie ich bin?
Warum habe ich nichts gegen gleichgeschlechtliche Liebe?
Nichts gegen andere Hautfarben, Religionen, Wünsche?
Warum liegt meine Toleranzgrenze so weit oben?
Und warum kann ich von mir trotzdem nicht sagen, dass ich ein weltoffener Mensch bin?
Wer definiert das?
Die Menschen selbst.
Die Welt.
Wir.
Ich.
Du.
Jeder für sich.

Wisst ihr, ich bin ein Mensch, der sich immer gern Gedanken macht.
Zu alles und jedem theoretisch eine Meinung hat, obwohl es oftmals nicht gut ist und ich mich auch zurückhalten muss, weil ich weiß, dass es nicht gut wäre, jetzt den Mund aufzumachen.
Deshalb halte ich mich als Blogger auch gern an andere. Da bin ich gänzlich eigennützig, aber ich stehe dazu. Sollen doch bitte andere in Fettnäpfchen treten.
Wenn ich Gegenwind will, werd ich ihn mir schon holen.
Das war nicht immer so. Ich habe mir diesen - mir ist bewusst, dass er das ist - durchaus schlechten Charakterzug angeeignet im Laufe der Zeit. Fragt mich nicht nach dem Warum.
Fragt mich auch nicht nach dem Wie. Ich könnte es nicht begründen.
Was ich allerdings begründen kann, sind meine oben gestellten Fragen, vor allem in Bezug auf die heutige Zeit, die so brisant durch die Medien, Köpfe und Münder der Menschen rinnt.

An dieser Stelle möchte ich euch eine Sammlung von „Elfchen“ zeigen, eine Gedichtsform, die sich durch Wortbegrenzung definiert und die ich damals als ich noch in meiner kreativen Schreibphase war, zu diesem Thema verfasst habe. Was ihr dort hineininterpretiert bleibt euch überlassen, doch ich, für meinen Teil, wollte einfach nur zeigen, wie die Menschen oftmals die Welt sehen und wie die Welt die Menschen sieht:

Gelb
wie Asiaten
den Raum flutend
ohne Qualität kein Ideal
A u s g r e n z e n.

Rot
wie Indianer
primitiv und laut
Kannibalen mit betäubenden Buschtrommeln
A u s g r e n z e n.

Braun
wie Brasilianer
sexy aber brutal
Drogenverrauchte Luft zu Karneval
A u s g r e n z e n.

Schwarz
wie Afrikaner
unzivilisiert und krank
der Termitenhaufen unserer Welt
A u s g r e n z e n.

Weiß
wie Deutsche
verlieben-gehasster Tunnelblick
Bier und Weib, entwürdigend
A u s g r e n z e n.

Bunt
die Welt
gemischt und vielfältig
einigen bleibt nur eins
A u s g r e n z e n.

A u s g r e n z e n
was missfällt.
Alle außer wir,
wir sind die Welt.
EINHEITLICH.

© Michèle Linzel
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Ich weiß nicht, wer mir Toleranz beigebracht hat und im Grunde ist es auch egal.
Nur das Ergebnis zählt. Und das ist und bleibt für mich:

We‘re all equal.

Wir sind alle gleich.
Wir haben vielleicht nicht alle das gleiche Aussehen.
Nicht die gleiche Augen- oder Hautfarbe.
Nicht die gleichen Interessen, nicht das gleiche Geschlecht.
Nicht den gleichen Glauben und ja auch niemals die gleiche Meinung.
Aber wir bestehen alle aus Fleisch und Blut.
Aus Muskeln und Knochen.
Wir teilen das gleiche Exoskelett, einen ähnlichen Aufbau.
Das reicht für mich aus. Alles andere ist eine Hülle, die das Leben bei jedem anders definiert.

Umso schwerer kann ich verstehen, dass in der heutigen Politik Parteien wie die „Alternative für Deutschland“ Fuß fassen können. Ich meine, ich versuche immer beide Seiten der Medaille zu sehen.
Und klar, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, kann man auch die Vorteile nachvollziehen, die eine Umstrukturierung nach deren Maßstäben mit sich bringen würde.
Keine Flüchtlinge mehr reinlassen. Nur noch auf das „Wir Deutsche“ konzentrieren. Mehr Wohnungen, mehr Arbeit, bla bla bla. Ich bin ehrlich, so genau habe ich mich mit dem Parteiprogramm nie befasst, weil ich mich auch für Politik generell nicht so interessiere. ABER und das wiegt viel schwerer:
Selbst ICH sehe jetzt schon die negativen Folgen, die eine Machtübernahme bedeuten könnte bzw es reicht in meinen Augen schon, wenn auch nur einer dieser wutzerfressenen Menschen an irgendeine Spitze kommt.

Und nicht nur ich sehe das. Ich bin nicht alleine.
„Martin Schäuble“ hat in seinem apokalyptisch anmutenden Roman „Endland“ ein solches Szenario aufgegriffen und weiter gesponnen. Was wäre wenn.
Was wäre, wenn die AfD die Parteispitze stellt?
Was wäre, wenn der Hass der Menschen geschürt wird?
Wenn niemand da ist, der sie aufrüttelt?
Wenn jeder eine zu große Angst davor hat, sich aufzulehen?
Für das einzustehen, was richtig ist?

Dann, meine Lieben... dann können wir bald überall Mauern bauen und uns hinter Stock und Stein verkriechen und verkümmern. Wir könnten nicht mehr expandieren, nichts mehr importieren, nur noch das essen, was unser Klima hergibt. Noch weiter gesponnen müssten wir eine “Kindergrenze“ einführen, dürften uns nur noch auf die Hilfe von innerhalb verlassen, nichts mehr erwarten, nichts mehr entdecken, nichts mehr ausprobieren. Wir wären Gefangene im eigenen Land.
Es mag durchaus Menschen geben, die das wollen, die autonom sein möchten und ihr Wort gegen jeden richten, der nicht in Deutschland geboren ist. Das gibt es nicht nur hier, sondern auch im Ausland. Siehe Trump in den USA. „America first“ ist sein Motto.
Ist ja alles schön und gut. Aber man friere mal ein Bild von beispielsweise New York am helllichten Tag oder in der Nacht ein und radiere alles weg, was auch nur ansatzweise irgendwo anders herkommt oder gebaut wurde - dann ist man ganz bald dort, wo die „Amish people“ heutzutage sind.
Was in meinen Augen ein herber Rückschritt wäre.
Und die Menschen sind nun mal darauf gepolt sich weiterzuentwickeln.
Nicht stehen zu bleiben. Stagnation ist ein Tabu.
Um eine weltklasse Autorin zu zitieren:

„Die Welt dreht sich, weil dein Herz schlägt.“

Und wir drehen uns mit ihr. Mal im Kreis, mal anders herum, wir laufen mit und gegen den Strom und das ist gut so. Die Menschen leben von Vielfalt. Das ist nicht meine Meinung, sondern eine Feststellung. All jenen, die also grundsätzlich an der Vorstellung festhalten: „Ausländer raus!“, „Grenzen zu!“, „Nein zur Homo Ehe!“ oder „Gewalt ist die einzige Lösung!“, möchte ich heute sagen:
Grabt erstmal in eurem eigenen Garten, bevor ihr euch in die Belange anderer einmischt.
Vielleicht findet sich in eurem Häuschen eine Lampe aus Amerika.
Ein Spültuch aus China. Der Vodka aus Russland oder die Mandarine aus Spanien.
Back to the Roots mag in manchen Lebenslagen gewinnbringend sein, ein Vorwärtskommen - doch wer aus der Vergangenheit lernt und die richtigen Schlüsse zieht, weiß, dass es auf menschlicher Ebene nur eine Richtung gibt:

Ein friedvolles Miteinander ohne Grenzen.

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Gewinnspiel

(Werbung)

Hanser und DTV haben sich natürlich auch eine kleine Belohnung für euch einfallen lassen.
Ihr könnt ein Buchpaket bestehend aus „Endland“ und „Der Schuss“ gewinnen. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist euch aktiv bei den anderen Blogbeiträgen zu beteiligen, denn ihr könnt insgesamt neun Lose holen. Auf jedem Blog könnt ihr eine Frage beantworten und euch damit eins der Lose sichern. Und damit ihr auch wisst, was ihr bekommt, habe ich hier für euch die Klappentexte.


INHALT:
Der junge Soldat Anton bewacht die Grenzmauer, die Deutschland umschließt. Er ist begeistert von der Nationalen Alternative, der neuen Regierungspartei, und vom Selbstbewusstsein seines Landes.
Seinem besten Freund Noah dagegen ist diese Politik verhasst. Er ist weder für Atomkraft und die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, noch findet er es richtig, dass Flüchtlingen kein Schutz geboten wird. Menschen wie Fana, die nach ihrer Flucht aus Äthiopien im letzten Flüchtlingslager Deutschlands auf Anton trifft und sich mit ihm anfreundet. Als Anton einen tödlichen Anschlag ausführen soll, ist er gezwungen, sich zu entscheiden: für eine nationale Ideologie oder für seine Freunde – und ein freies Leben.




INHALT:
Raushalten ist keine Alternative
Der 17-jährige Robin wird in seinem Wohnblock Zeuge des Mords an einem Anhänger der rechtsgerichteten »Deutschen Alternativen Partei«, deren Anführer Fred Kuschinski ein Kindheitsfreund von Robin ist.
Die Rechten schieben den Mord dem sogenannten »Intensivtäter« Hakan Topal in die Schuhe und nutzen die Bluttat, um Fremdenhass und Ängste zu schüren. Auch Robins Schwester Mel schließt sich der Bewegung an und besucht die täglichen Mahnwachen. Robin hat sich bislang aus allen Konflikten im Block rausgehalten, jetzt aber weiß er: Wenn er die Wahrheit ans Tageslicht bringen will, ist Wegschauen keine Option.


Gewinnspielfrage:

We‘re all equal. Wir sind alle gleich.
Was bedeutet das für euch und euer Leben?



Und hier geht’s zum restlichen Tourplan:

31. Januar: rainbookworld.de
01. Februar: hellomymedia.wixsite.com
02. Februar: ivybooknerd.com
03. Februar: written-between-the-lines.blogspot.com
04. Februar: renewe.de
05. Februar: szebrabooks.blogspot.com
06. Februar: zeilenfluch.blogspot.com
07. Februar: KleinKillefitz
08. Februar: ausdemlebeneinerbüchersüchtigen.blogspot.com
09. Februar: Rainbookworld.de
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Teilnahmebedingungen:
Es besteht die Möglichkeit, ein Buchpaket, bestehend aus den vorgestellten beiden Büchern, zu gewinnen. Um teilzunehmen muss man 18 Jahre alt sein. Teilnehmen kann jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich hat. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Die Daten werden einmalig für den Versand des Gewinns verwendet und an die beiden Verlage dtv und Hanser weitergegeben. Eine Haftung für den Postweg ist ausgeschlossen. Der Teilnehmer ist damit einverstanden, dass sein Name öffentlich unter diesem Beitrag genannt wird und meldet sich im Falle eines Gewinnes innerhalb von 24 Stunden auf Instagram bei @rainbookworld. Ansonsten wird erneut ausgelost und ein Anspruch besteht nicht. Das Gewinnspiel läuft bis zum 09.02.2019, 23.59 Uhr. Danach wird ausgelost und der Gewinner wird unter diesem Beitrag bekanntgegeben.

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