[Rezension]
Saligia
(Spiel der Todsünden)

Februar 13, 2019

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Swantje Oppermann - Saligia (Spiel der Todsünden)

Genre: Fantasy
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 13. Februar 2019
Verlag: Beltz & Gelberg
Seitenanzahl: 343 Seiten

Ebook: 15,99 € ; Print: 16,95 €
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Inhalt:

Keira wird getrieben von ihrem Zorn.
Überall ist sie die verhasste Außenseiterin, die ständig ausrastet und andere verletzt.
Ihr Leben verändert sich radikal, als sie in das Eliteinternat Canterbury kommt.
Denn Keira ist eine Saligia mit übernatürlichen Kräften und trägt das Erbe der Todsünde Zorn in sich.
Auf der Canterbury School soll sie mit anderen Saligia lernen, ihre ungezügelte Wut zu kontrollieren. Kaum hat Keira sich eingelebt und in den geheimnisvollen Taran verliebt, da wird eine Mitschülerin tot aufgefunden. War es Mord? Als Keira Nachforschungen anstellt, merkt sie schnell, dass jeder Saligia sein eigenes Spiel der Lügen spielt. Befindet sich der Täter unter ihnen?

Meinung:

Zorn. Neid. Habgier. Hochmut. Völlerei. Wollust. Trägheit.
Die sieben Todsünden kennt eigentlich jeder in irgendeiner Form.
Der Nachbar mit dem neuen Auto, das man auch gern hätte.
Ein Rempler auf der Straße, der einen wütend macht.
Und natürlich die Gier nach dem neuen Klunker beim Juwelier um die Ecke.

Kieras Leben ist alles andere als leicht.
Sie war immer schon anders als die anderen, gefühlsbetonter, ein brodelnder Vulkan und das bekommen ihre Mitmenschen hautnah mit. In der Welt, in der sie lebt, ist kein Platz für Kieras Wutanfälle. Nach einem besonders schlimmen Ausbruch von Kieras Zorn offenbart ihr ein geheimnisvoller junger Mann, dass sie eine Saligia ist.
Und dass ihr die Canterbury School of Excellence helfen kann, diese unter Kontrolle zu bringen.
Dass diese Begegnung erst der Anfang von einer fatalen Kette von Ereignissen ist, ahnt Kiera noch nicht als sie zustimmt und ihr altes Leben hinter sich lässt.

Wie soll ich das jetzt sagen, ohne, dass es merkwürdig klingt?
Ich liebe alles, was mit den sieben Todsünden zu tun hat.
Alleine schon das Wort „Todsünden“ oder „Laster“ hat für mich etwas Rebellisches, Mysteriöses.
Etwas, das um jeden Preis faszinierend ist. Für mich war klar, dass ich Saligia lesen muss, sobald ich erfuhr, worum es geht. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Bis auf eine Sache, aber das war mir irgendwann egal.

Die Autorin kannte ich vor dieser Geschichte noch nicht, aber ich mag ihren Stil.
Sie schreibt einfach, ohne großes Wordbuilding und schafft es doch den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten, was einen nochmal mehr an die Story bindet.
Und jetzt das große ABER - es ist in der personellen Erzählperspektive verfasst, ein Punkt, der es mir schwer machte, mich an Kiera zu gewöhnen. Dennoch hat es funktioniert, auch wenn ich mich nicht direkt mit ihr verbunden gefühlt habe.

Das wird jedoch durch die Charaktervielfalt einigermaßen wett gemacht.
Saligia sind Träger der sieben Hauptlaster und dementsprechend trifft Kiera auf ihrer neuen Schule auf lustvolle, habgierige und träge Menschen. Auch, wenn kein Protagonist sonderlich tiefgreifend behandelt wurde, hat mir das Zusammenspiel aus allen doch echt gut gefallen.
Es herrschte halt das typische Akademiefeeling. Schule, Lernen, Zickereien und zwischendrin mal ein Mord, den es aufzuklären gilt. Die CSE hat viele Geheimnisse, genau wie ihre Schüler.

Das Buch begleitet hauptsächlich Kiera auf ihrem Weg, ab und zu gibt es jedoch Einblicke in das Leben des Mannes, der sie auf die Schule aufmerksam gemacht hat.
Und das ist auch wichtig für den Verlauf, denn Elliott spielt zwar nur eine kleine Nebenrolle, seine Erkenntnisse und Entdeckungen hingegen sind tragend. Kieras Vergangenheit auch.
Bei den Saligia sind es irgendwie die kleinen Dinge, die mich gefesselt haben.
So genau kann ich das gar nicht beschreiben, aber das Gesamtkonzept ist toll.

Kieras Zorn hat sie voll im Griff und trägt maßgeblich zur Spannung der Geschichte bei.
Man weiß nie, wann das Mädchen mit den dunklen Augen als nächstes ausrastet. Weiß nicht, wann der Neid der Anderen echt ist oder von der Gabe kommt. Weiß nicht, ob bei Wolllüstigen echte Gefühle mit im Spiel sind oder ob man den Hochmütigen irgendwie widersprechen kann.
„Das Spiel der Todsünden“ gleicht einem Überraschungsei, nicht nur was die Charaktere betrifft, sondern auch die Handlung. Ich habe Ausbildung erwartet.
Die typischen kleinen Machtspielchen unter Schülern. Aber keine intelligente, logische Herangehensweise und Pläne, die wie aus dem Nichts zu kommen scheinen.
Kein Highlight, dafür fehlte der kleine Verbindungsfunke, aber trotzdem grandios.

Fazit:

Wie würde die Welt aussehen, wenn es die sieben Todsünden wirklich gäbe?
Wenn der Zorn Menschen dazu bringen könnte aufeinander loszugehen, ohne triftigen Grund?
Wenn die Trägheit nur ein Fingerschnippen braucht, um andere lahmzulegen?
Wenn jeder Anführer nur hochmütig wäre und es als Selbstbewusstsein und Überzeugung tarnt?
Saligia beantwortet diese Fragen auf eine interessante und spannende Art und Weise.
Es ist ein Buch für Zwischendurch, aber eins, das beim Lesen Spaß macht und deren Protagonisten durchaus Potenzial haben. Wer von Lasterhaftigkeit fasziniert und von Akademieleben gefesselt werden kann, der kommt an dieser Geschichte nicht vorbei.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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2 Kommentare

  1. Hey du,
    danke für deine tolle Rezension. Ich habe das Buch jetzt mal mit auf meine Wunschliste gesetzt, denn was du so schreibst klingt wirklich klasse.
    Liebe Grüße, Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Petra,

      das freut mich sehr!
      Ich fand es wirklich klasse. :)
      Eine weitere Rezension findest du bei Booknerds by Kerstin. <3

      Liebe Grüße

      Löschen

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