[Rezension]
Thalél Malis 3
(Das Flüstern des Waldes)

Januar 23, 2019

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

‼️ Achtung, Fortsetzung: Könnte Spoiler zu Vorgängern enthalten ‼️

Infos zum Buch / Werbung!

Nancy Pfeil - Thalél Malis 3
(Das Flüstern des Waldes)

Genre: High Fantasy
Reihe/Band: Band 3
Schlüpftag: 25. Januar 2019
Verlag: Tagträumer Verlag
Seitenanzahl: 540 Seiten
Ebook: 4,99 € ; Print: 16,90 €
Hier kaufen: Amazon | Verlag


Inhalt:

Der Hass nährt sich von Liebe,
die Unendlichkeit von der Zeit,
das Schicksal reift stets am vergangenen Tag
und gleißendes Licht tanzt mit der Dunkelheit.

Javon trat ganz nahe an Lenores heran. „Du liebst nur, was du auch wieder loszulassen bereit bist. Vertrauen ersetzt du durch Wissen und Worte durch dein Schwert“, sprach er leise auf ihre Lippen. „Wenn du mich also fragst, warum der Seelenblick ausgerechnet zwischen uns beiden erwächst, so habe ich nur eine Antwort darauf: Wir sind einander ähnlicher, als du glaubst.“
Lenores hielt die Luft an. Sie bräuchte nur zu antworten und ihre Lippen würden die des Kommandanten unweigerlich berühren. Eine Vorstellung, die sich anfühlte, als würden unzählige Wasserbläschen unter ihrer Haut zerplatzen.

Meinung:

Vorbei, vorbei und doch nicht vorbei.
Thalél Malis ist die einzige große Ausnahme unter den High Fantasy Geschichten, die ich mit großer Freude zu lesen vermag, weil sich die vielen Fäden nicht so stark kreuzen, dass ich nicht mehr durchsteigen würde. Die Autorin dieser Geschichte hat in meinen Augen ein unglaubliches Talent mit Worten umzugehen. Und so flog ich auch durch den letzten Teil, trotz seiner knapp 550 Seiten.

„Nein, den Th’ryan hat er nicht kommen sehen.
Aber auch ein König weiß, dass sich das Herz eines jeden mit dem füllt,
was man ihm reicht, wenn man ihm erst einmal alles genommen hat.“

(Pos. 2671 von 8236)

Ich weiß nicht, wie ich euch näher bringen soll, wie tiefgreifend, schön und gänsehautverursachend dieser Schreibstil ist, außer mit Beispielen. Wort um Wort greift ineinander und auch bei längeren Sätzen verliert sich die poetische Bedeutung des Ganzen nicht mal ein kleines bisschen.
Es ist fast als könnte man nach den Worten greifen, sie schmecken, berühren und bewusst zu Herzen führen. Einfach episch. Dieses Werk ist wieder episch, obwohl ich eine Zeit lang gebraucht habe, um mich erneut in den Gefilden Thalél Malis zurechtzufinden.

„Wann haben Worte jemals das mit Sinn erfüllt,
was Augen nicht zu sehen und Herzen nicht zu fühlen vermochten?“

(Pos. 3889 von 8236)

Das Finale der Trilogie, die eigentlich als Tetralogie ausgelegt wurde, büßt keinesfalls an Spannung und fesselnden Elementen ein. Es gibt keine Zusammenfassung der anderen beiden Bände und so brauchte ich ca 200 Seiten bis ich alles erneut in meinem Kopf zusammengepuzzelt hatte.
Das ist absolut nicht fatal, denn wichtig ist bei dieser Geschichte für mich einfach nur, dass es funktioniert. Ich bin wieder vollends in Jordanes und Anatier aufgegangen, habe mich in die Gefühlslage eines jeden Protagonisten versetzen können, habe geliebt, gehasst und Kriegen, Jahreszeiten, Zwietracht und Zweifel getrotzt.
Und das, obwohl diese Geschichte nicht in der Ich Perspektive verfasst ist.
Und wenn ich schon sage, dass mich der Flair und die Atmosphäre des Buches, trotz diesem Umstand für sich eingenommen haben, dann ist das etwas ganz, ganz Besonderes.

Alte Bekannte, neue Freunde und Feinde säumen den Weg, den diese Story beschreitet.
Im Finale erhält der Leser nochmal einen gänzlich anderen Blick auf die Welt, die Jordanes, Anatier, Aberlé, die Wälder des Unbeugsamen Volkes und Erydéan umschließt. Die Tore von Sagard sind geschlossen, die Druiden stellen sich ihrem letzten Kampf, die Hüter und ihre Wächter sind in alle Winde verstreut. Dennoch laufen die Fäden von so vielen Charakteren nahtlos zusammen, nicht ohne, dass ich mich hin und wieder fragte, ob da irgendwas fehlt, ob ich irgendwas nicht begriffen hatte - nur um dann zu entscheiden, dass es mir nicht wichtig war, dass das Gesamtbild zählt.

Zu Beginn des Buches dachte ich zuerst, dass es direkt mit der jordanesischen Königin Neyla weitergehen würde, aber ich täuschte mich und landete beim Volk der Eiben. Dort fand ich mein neues Lieblingspaar. Und ich bin der Autorin so dankbar dafür, dass in diese kalte Welt des Winters, des Krieges, der Rache, Magie und Zwistigkeiten ein Hauch von Liebe einziehen durfte.
Ja, Nancy, es war genug. Genug um mein Herz zu erwärmen, genug, um mich eine gewisse sexuelle Frustration, Auflachen, Erheiterungen, Vermissen und Schmerz fühlen zu lassen. Es war wunderschön!
Und auch wenn das nun alles so fast gar nichts über den Inhalt preisgibt, lasst euch gesagt sein:
Das muss man selbst erleben.
Thalél Malis ist in seiner Gesamtheit belebend, aufwühlend und einfach nur hinreißend.

„Ich wusste nicht, dass Fehler lediglich Wege zu unberechenbaren Abenteuern sind
und wie großartig es sich anfühlt, für etwas zu kämpfen, statt immer nur dagegen.
Es ist wunderschön zu fühlen, wenn der herannahende Tag aus Waghalsigkeit besteht
und nicht aus Kalkül. Und ja, du hattest recht:
Liebe und Freundschaft fordern die Menschheit stets zu einem Tanz auf dem Schlachtfeld auf.
Aber hast du jemals gesehen, wie aufrichtig, anmutig und … schön dieser Tanz ist?
Hast du jemals die Leichtigkeit in seiner Schwere gesehen?
Den Mut, der dabei aus Angst erwächst?
Es ist wie … Magie, Haven.“

(Pos. 7418 von 8236)

Fazit:

Das Finale von Thalél Malis birgt so viel Schönheit in sich, dass ich es mit eigenen Augen sehen will. Nicht nur den ersten Band, sondern das ganze Land.
So viel Stoff für einen richtig bombastischen Film über Magie, Liebe, Licht, Schatten, Tod, Poesie.
Über verschiedene neue Völker, Traditionen, Blut, Kriege,  Anmut, Streben und Sterben.
Band 3 offenbart neue Geheimnisse, er beflügelt den Verstand und raubt einem die Sinne - diese Trilogie ist so wortgewaltig und dennoch so verständlich, dass man kaum wieder auftauchen möchte.

Für alle Fans von High Fantasy ist das immer noch ein absolutes Must Read.
Und weil ich die Worte so gern auf der Zunge schmecke, hier noch ein letztes Abschluss Zitat:

„Unsichtbare Kälteelfen ließen die Luft derart erfrieren, dass weißer Dunst aufstieg.
Eiszauberinnen hinterließen prachtvolle Gebilde aus zarten Eisblumen an Bäumen
und Sturmwisperer brachten den herabfallenden Schnee zwischen den Winden zum Klingen.“

(Pos. 7964 von 8236)

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

Das könnte dir auch gefallen...

0 Kommentare

Für die erforderliche Zuordnung des Kommentars werden personenbezogene Daten gespeichert, nämlich Name, E-Mail Adresse und IP. Durch das Absenden des Kommentares erklärt sich der Nutzer hiermit einverstanden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung: https://ausdemlebeneinerbuechersuechtigen.blogspot.de/p/datenschutz-rechtliches.html

Beliebte Beiträge

Subscribe