[Rezension]
Leben rückwärts lieben

Dezember 15, 2018

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Claudia Pietschmann - Leben rückwärts lieben

Genre: Jugendbuch
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 21. September 2018
Verlag: Arena Verlag
Seitenanzahl: 344 Seiten
Ebook: 11,99 € ; Print: 15,00 €
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Inhalt:

Nina erwacht aus dem Koma. Sie hatte einen Unfall, daran erinnert sie sich ganz genau - doch ihre Eltern und ihre Freunde widersprechen. Nichts von dem, was sie erzählt, sei wahr.
Aber Nina hat Bilder im Kopf, Bilder von einer Bergtour, einem Haus und einem Jungen, in den sie verliebt ist. Keiner ihrer Freunde weiß, wovon sie spricht. Da steht der Junge plötzlich vor ihr: Arthur.
Er kennt Nina nicht, doch all die Erlebnisse in ihrem Kopf treten nun genauso ein, wie sie sich erinnert. Nina kann sich dem gefährlichen Sog von Arthur und den Bildern nicht entziehen ... und muss den Unfall verhindern, der ihr in der Erinnerung bereits zugestoßen ist.

Meinung:

Ein unheimlich ansprechender Klappentext, gepaart mit diesem Cover hieß für mich:
Ich brauche das! Außerdem war es mein erstes Buch der Autorin und ich liebe es immer zum ersten Mal in Schreibstile und Welten einzutauchen. Die Idee oder besser gesagt das Aufgreifen und Verarbeiten von Erinnerungslücken fand ich schon immer faszinierend, weil ich mir einfach nichts darunter vorstellen kann. Wie auch? Ich hatte sowas bisher noch nicht.
Und bereits auf den ersten Seiten dachte ich mir so: „Ups... okay? What the...?“
Da waren abgehackte Informationen, Dinge, die vorher anders waren - es muss die Hölle für das Lektorat gewesen sein die sogenannten „Logikfehler“, die ja in dem Fall gewollt sind, einfach drin zu lassen.

Nina ist siebzehn als sie nach einem Sturz ins Koma fällt.
Der Körper braucht Zeit, um zu heilen. Und so dauert es eine Weile, bis sie daraus wieder erwacht - in einer Welt, in der irgendwie alles nicht mehr gerade ist, ja fast schon verrückt wirkt, weil Nina sich an so viele Dinge nicht mehr erinnert. Oder anders erinnert. Sie weiß fast nichts mehr von den letzten sechs Monaten vor ihrem Sturz. Nur ihre Eltern geben ihr nach und nach Erinnerungen zurück.
Hin und wieder passieren noch merkwürdige Sachen, sie hat Blackouts, aber sie kämpft sich zurück - geht wieder zur Schule, trifft Bekannte und als da dieser neue Junge in die Klasse kommt... man kann es sich ja denken, oder?
Pustekuchen.

Die Autorin hat einen fesselnden, einnehmenden Schreibstil. Sie schafft mit ihren Worten eigene „Gedankenwelten“, so wie Nina zum Gedächtnistraining ihren Palast - eine anerkannte Methode, um Patienten mit Gedächtnisverlust zu helfen sich zu erinnern. Und es hilft. Für eine Weile.
Ninas Leben geht weiter. Aber es gibt immer noch Unstimmigkeiten.

Ich muss gestehen, ich hatte anfangs meine Probleme mit Nina. Vor allem aber mit ihren Eltern.
Ich habe mir die wildesten Szenarien ausgemalt und immer eine ungewohnte Skepsis gegenüber dem, was ihre Eltern ihr vom Unfall erzählt haben. Diese ganzen unlogischen Dinge von Beginn haben nicht nur die Protagonistin, sondern auch mich aus dem Konzept geworfen.
Aber nicht nur die Hauptcharaktere bereiteten mir etwas Kopfzerbrechen.
Auch die Nebenfiguren waren mir suspekt. Ihre nicht vorhandenen Freunde - wer hat mit 17 denn keine Freunde? Nicht mal eine beste Freundin?
Nicht mal Online-Bekanntschaften, die sie ja theoretisch aufgrund ihres Hobbys hätte haben müssen?
Es ist jetzt nicht so, dass sie niemanden kennt, aber so innige, tiefe Freundschaft findet man hier nicht.
Das hat sich zwar im Endeffekt aufgelöst, passte für mich aber einfach nicht in die Szenerie.
Doch von diesen Kleinigkeiten mal abgesehen hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen.

Dadurch, dass Nina viele Dinge nicht weiß, war permanent Spannung vorhanden - und wenn sie im Laufe der Zeit dann durch ihre Deja-Vus flog gab es viele „Aha“ Momente auf die ich oft nicht gekommen wäre. Der männliche Gegenpart Arthur tat sein übriges um Romantik und Humor in die sonst doch eher ernste Geschichte zu bringen. Und diese Auflösung war der Knaller schlechthin.
Zum Ende hin musste ich wirklich nochmal die Luft anhalten...

Fazit:

Mit „Leben rückwärts lieben“ ist der Autorin eine gute Geschichte gelungen, die von Erinnerungen erzählt und beschreibt, wie es ist, wenn man sich selbst nicht mehr vertrauen kann.
Die bedrückende Angst nicht mehr zu wissen was wahr ist und was nicht, wurde sehr gut verarbeitet, auch wenn das anfänglich zu Startschwierigkeiten führte. Die Protagonistin war zeitweise leicht zu beeindrucken, aber das hat der romantischen Seite der Story natürlich in die Karten gespielt.

Lasst euch nicht vom Titel abschrecken, hier wird nichts rückwärts erzählt, man kann der Geschichte mit dem ernsten Hintergrund ganz normal folgen - bekommt nur manchmal einen kleinen Knoten ins Hirn. ;)

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

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