[Rezension]
Heliopolis
(Magie aus ewigem Sand)

Juli 24, 2018

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Stefanie Hasse - Heliopolis
(Magie aus ewigem Sand)

Genre: Jugendbuch/Fantasy
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 24. Juli 2018
Verlag: Loewe Verlag
Seitenanzahl: 464 Seiten
Ebook: 9,99 € ; Print: 16,95 €
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Inhalt:

Akasha ist die Prinzessin von Heliopolis. An ihrem 16. Geburtstag wird sie eine der acht magischen Gaben erhalten und mit Riaz vermählt werden.
Doch Akasha bekommt nur das Leere Zeichen in den Nacken gebrannt.
Keine Gabe! Keine Magie! Zu allem Überfluss droht nun eine Hochzeit mit dem arroganten Dante.
Um den Makel auszumerzen, schickt ihr Vater sie in einer wichtigen Mission auf die Erde.

Dort soll die sechzehnjährige Hailey eine Ausstellung mit antiken Artefakten organisieren.
Aber wieso versteht sie plötzlich sumerisch?
Und warum kann sie Keilschrift lesen?

In ihrem spannenden Doppel-Drama um Akasha und Hailey entführt Stefanie Hasse ihre Leserinnen erneut in eine Welt voller Magie, in der nichts so ist, wie es zunächst scheint.

Meinung:

Da ist es nun. Heliopolis.
Bereits in den vergangenen Wochen viel umschwärmt und von diversen Bloggern gepusht und analysiert. Auf den Social Media Kanälen kam man kaum drum herum. Und das, was ich dort so über die Welt und die Häuser gelesen habe, hat mich schon neugierig gemacht. Ja, ich gebe zu, ich lasse mich von solchen Dingen oft leicht beeinflussen und beeindrucken.
Trotzdem bilde ich mir immer meine eigene Meinung.

Als Leser wird man direkt in die Welt von Heliopolis geworfen. Man steht mit Prinzessin Akasha kurz vor ihrem Initiationsritual, das sie zu einer vollwertigen Erwachsenen machen und ihr eine Insignie verleihen soll. Diese Insignie bestimmt, welche Magie sie - in Heliopolis - wirken kann und welchem Stand sie angehören wird.
Es gibt insgesamt acht große Häuser, von denen ich mir leider nur Osiris, Tefnut, Geb, Seth und das Haus der Seher merken konnte. Sie beeinflussen Gefühle, rufen Täuschungen hervor, können die Zeit anhalten, formwandeln und  gestaltwandeln. Alles erstrebenswerte Magiekomponenten.
Doch Akasha erhält nichts dergleichen. Sie ist Trägerin einer leeren Insignie, kann keine Magie wirken und steht auf der untersten aller Stufen.
Und damit ist ihr bisheriges privilegiertes Leben zunichte gemacht.
Nicht, dass sie etwas auf ihrer Stand gegeben hätte, aber durch das leere Zeichen kann sie nun auch nichts mehr bewirken und das setzt ihr mehr zu als alles andere. Das und Riaz.

Ihr Freund und Verbündeter. Die große Liebe, die sie nun nicht mehr haben darf. Denn so wollen es die Gesetze von Heliopolis. Ihre einzige Chance: Eine Expedition zur Erde. Zur gefährlichsten aller Welten. Kaum jemand ist von dort zurück gekehrt. Aber wenn sie es schafft und das Magieungleichgewicht des magischen Steins, der alle Geschicke lenkt, wieder herstellt, dann darf sie auch als Unterste in die oberen Ränge einheiraten.
Und was könnte ihre Mission mehr beflügeln als dieses Wissen?

Stefanie Hasses Stil kenne ich bereits aus einigen anderen Büchern. Und auch hier ist er wieder leicht zu lesen, erfrischend, wenn auch etwas chaotisch in Anbetracht der Menge an Informationen, die gleich zu Beginn auf einen einstürmt. Heliopolis ist auf den ersten Blick eine komplexe Welt.
An allen Ecken und Enden wird Magie gewirkt, es gibt Formen und Regeln und auch nach ein paar Kapiteln hatte ich noch keinen genauen Überblick.
Akasha, Riaz, Yasmeen, Malak und ja, auch Dante, auf ihrer Reise zu begleiten hat anfangs noch Spaß gemacht. Ich wollte wissen, was sie auf der Erde finden. Wie die Erde aussieht erfährt man bereits nach ca einem Drittel, denn dort setzt Haileys Sichtweise ein.

Hailey führt das Leben einer ganz normalen Schülerin. So eins, wie man es aus unzähligen Geschichten kennt. Sie geht zur Schule, hat eine mal mehr, mal weniger nervige Schwester, einen überfürsorglichen Vater und einen besten Freund, Jared. Das einzig Ungewöhnliche an ihr, sind ihre Blackouts. Und genau diese Blackouts haben mich bei Stange gehalten.
Ich wurde nämlich zunehmend verwirrter, fragte mich, wann die beiden aufeinander treffen, was die Blackouts zu bedeuten haben und was genau der Neue an ihrer Schule damit zu tun hat.

Das Buch ist in zwei Teile aufsplittet, die Zeit in Heliopolis und die Zeit auf der Erde und die Auflösung meiner ganzen Fragen war schon etwas mindblowing. Hut ab, Frau Hasse! Die Idee dahinter und auch die Umsetzung der Täuschung fand ich wirklich grandios.
Leider war das auch, neben der Idee der Geschichte und dem Weltenaufbau, das Einzige, was mir so gut gefallen hat. Die Geschichte hat mich immer weiter voran gezogen, weil ich des Rätsels Lösung wissen wollte und nicht, weil ich mich mit den Charakteren identifizieren konnte. Akasha ist emotional gesehen zwar weit entwickelt, stark und hat auch ihre schwachen Momente, aber mitreißen konnte sie mich nicht.

Ihre Liebe zu Riaz hat mich nicht sehr berührt.
Es gab einen kleinen Augenblick im zweiten Teil, bei dem der Funken absolut übergesprungen ist, aber den werde ich aus Spoilergründen nicht nennen.
Die restlichen Charaktere sind ebenfalls interessant gestaltet, bis auf einen erfährt man allerdings nicht viel über sie. Oder aber es verläuft sich während der Geschichte. Da hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Der Fokus des Ganzen lag fast die gesamte Zeit auf der Suche nach dem „Zwilling“ und darauf, was danach passiert.

Natürlich gibt es spannende Kämpfe, mächtige Magiespektakel und eine Intrige, die sich gewaschen hat. Heliopolis ist actionreich und verfügt über ein paar Stellen, die Gänsehaut bescheren und zum Nachdenken anregen.
Allerdings ist die Struktur drum herum etwas zu wirr und chaotisch für meinen Geschmack.

Fazit:

Mit „Heliopolis“ hat die Autorin eine Geschichte geschaffen, die in zwei Welten spielt.
Die eine Welt - magisch und komplex - und die andere, die Erde, wie wir sie kennen.
Es ist Reise und Kampf zugleich, Täuschung, Wut, Verzweifelung.
Akasha hat die Fäden der Story gut zusammen geführt, konnte mich aber leider nicht fesseln.
Die magischen Szenen sind fantastisch ausgearbeitet - für meinen Teil aber zu unstrukturiert.
Einzig der Plottwist ist absolut gelungen.

Den Leser erwarten Action, Spannung und Liebe - oberflächlich betrachtet, mit minimalem Tiefgang. Empfehlen würde ich es all jenen, die auf ein komplexes Abenteurer aus sind und dabei auf Charakterbindung verzichten können.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️💫 (3,5/5)

Weitere Meinungen:

Listen by Lenny

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2 Kommentare

  1. Hey Micky,

    da sind wir uns in unserer Meinung ja wirklich sehr ähnlich. Ich fand ja das Konstrukt auch ganz cool, aber es war so verwirrend und mir hat hinten rum so viel gefehlt. Ich finds auch schade, dass ich die Häuser absolut nicht mehr zusammenkriege... Daran merkt man schon ein wenig, dass die Erklärungen dazu etwas zu kurz gehalten wurden...

    Aber naja. Ein Abenteuer haben wir damit auf jeden Fall erlebt.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

    LG
    Ann-Sophie

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    Antworten
    1. Ja, schon. Und man erwartet dann halt so viel, weils eben Steffi ist und man andere Bücher von ihr kennt.
      Ich werde den zweiten Teil vermutlich trotzdem lesen, weil ich wissen will, wies weiter geht. Mal sehen. :)
      Dir ebenso. <3

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