[Abbruchrezension]
Entflammtes Erbe

Juni 21, 2018

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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Saskia Stanner - Entflammtes Erbe
(Abbruch)

Genre: Fantasy
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 13. Juni 2018 (Ebook)
Verlag: Hawkify Books Verlag
Seitenanzahl: 307 Seiten
Ebook: 1,99 € ; Print: 13,99 €
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Inhalt:

Die Geschwister Joe und Lexi hatten ihre Zukunft genau geplant. Zum Studieren an die Westküste, weg von der Familie. Doch es kommt alles anders und ein grausamer Autounfall reißt Lexi aus dem Leben ihres Bruders.

Zwei Jahre nach dem Tod seiner Schwester hat sich Joe’s Leben langsam wieder normalisiert.
Doch, als hätte er mit seiner Trauer nicht schon genug zu kämpfen, tauchen in Boston Menschen auf, die in Flammen aufgehen, ohne zu sterben, und versetzen die Bewohner in Angst und Schrecken.
Die Medien sind voll von den mysteriösen Flammenmenschen, deren Herkunft sich keiner erklären kann. Eine Frage, die von seiner kleinen Schwester eigentlich nur scherzhaft gemeint war, setzt sich in Joe’s Kopf fest: Was, wenn Lexi gar nicht gestorben ist, sondern auch zu einem Flammenmenschen wurde?

Meinung:

Achtung, gleich eine Warnung vorweg.
Diese Rezension kann ich leider nicht verfassen ohne den Inhalt zu spoilern. Sollte noch ernsthaftes Interesse bestehen, das Buch unvoreingenommen zu lesen, sollte man jetzt wegklicken.
Aber davon mal abgesehen finde ich auch, dass der Klappentext schon zu viel verrät.
Wenn man kurz darüber nachdenkt, kann man sich den Verlauf der Geschichte bereits erschließen.

Alexandra Carrigan, kurz Lexi, kam bei einem verstörenden Autounfall ums Leben. Zwei Jahr nach ihrem Tod hat sich ihr Bruder Joe soweit einigermaßen im Griff, um mit dieser Tatsache leben zu können. Bis das Auftauchen von Menschen, die einfach so in Flammen aufgehen, ihn zum Nachdenken anregt. So weit, so schön.

Die Geschichte wird anfangs nur aus Joes Sicht in der Ich-Perspektive erzählt.
Der Verlust seiner Schwester beschäftigt ihn noch immer und nur seine Freundin Cassie, die ihm mit Rat und Tat zur Seite steht, verschafft ihm eine gewisse Ablenkung. Zu Beginn erfährt man ein wenig, was Joe in den letzten Jahren so getrieben hat und wie seine Familie mit Lexis Tod umgeht. Erstaunlich gut, für zwei Jahre. 

Und hier fingen meine Probleme dann schon an.
Die Handlung war mir - trotz den augenscheinlichen Spannungsmomenten, die aber auch nicht wirklich welche waren - einfach zu flach.
Es wirkt vor sich hin erzählt und obwohl aus der Ich-Perspektive berichtet wird, fand ich keinen richtigen Bezug zu Joe. Er wird als netter Typ und überfürsorglicher Bruder dargestellt, aber nichts davon kam bei mir an. Salopp gesagt: Es hat mich weder gepackt noch irgendwie tangiert.

Die weiteren Charaktere der Geschichte sind Caiti - Joes kleine Schwester - seine Mutter, sein Vater und Cassie. Ehrlich gesagt weiß ich gerade auch nicht so recht, was ich an dieser Stelle noch schreiben soll, denn ihnen fehlt es allen an Tiefe. Einzig und allein Cassie hatte noch ein paar Charakterzüge, die mich zumindest nicht kalt gelassen haben. Joes Freundin hatte Potenzial.

Während die Story also so vor sich hin plätschert und die Autorin versucht, durch das Auftauchen der „mysteriösen Flammenmenschen“, die kurz danach schon als Phönixe bezeichnet werden, Spannung in die „tragische“ Geschichte der Carrigans zu bringen, war mir bereits zu dem Zeitpunkt... ich kann es nicht anders sagen... langweilig.
Ich hatte mir etwas völlig anderes von der Story erhofft. Menschen, die nur kurz in Flammen aufgehen und dann wieder verschwinden - das ist zwar den Medientrubel wert, aber für mich halt nichts Besonderes. Und so freute ich mich zumindest kurz auf den schon angedeuteten Phönix-Ortsverband. Ich wollte wissen, was sie können. Wer sie sind. Und ja, auch was Lexi dazu gebracht hat, sich ihnen anzuschließen.

Bei dem Wort „Phönix“ denke ich an Stärke, Feuer, Wiedergeburt. Aber nicht an Menschen, die einfach nur gegen Feuer immun sind und ein bisschen besser sehen können.
Wow! Wie aufregend. Verzeiht mir den Sarkasmus.
Natürlich kann es sein, dass nach der zweiten Hälfte der Geschichte - denn weiter habe ich nicht gelesen - noch neue Fähigkeiten und Gaben auftauchen.
Auf einer Phönixveranstaltung wurde sowas bereits angedeutet. Aber selbst diese kleine Demonstration hielt für mich nicht das, was sie wohl sollte.

Nach ein paar Kapiteln kommt - Überraschung, Überraschung - auch Lexis Sicht hinzu.
Denn ja, sie lebt noch, aber das war ja abzusehen. Der Überraschungseffekt blieb also auch an dieser Stelle aus. Lexis Sicht war auf den ersten Blick einen Tick interessanter als die ihres Bruders, aber hier machte sich ebenfalls nach kurzer Zeit Ernüchterung in mir breit. Die Gedanken, die ich beim Lesen hatte, waren irgendwann nur noch: „Aha. Okay. Ja. Schön für dich.“

Und wann wird’s mal wieder richtig spannend?
So spannend wie es früher einmal war?
Mit Spannung von Anfang bis Ende
und Actionszenen für das ganze Jahr? *sing*

Hier noch ein paar positive Punkte, bevor ich zum Ende komme:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, leicht zu lesen und kommt ohne großes Wordbuilding aus.
Es herrscht eine gewisse, gedrückte und gleichzeitig angespannte Atmosphäre vor, das merkt selbst der Leser, aber so ganz durchdringen tut sie nicht.
Die Beziehungen zwischen den Protagonisten sind klar definiert und schön herausgearbeitet, aber auch hier fehlt die Tiefe.

Fazit:

Alles in allem hat mich die Geschichte leider sehr enttäuscht.
Meine Erwartungen an die emotionalen Übertragungswege, die Flammenmenschen und Co, waren einfach zu hoch. Während ich mir eine aufregende Story mit hochbegabten Flammenmenschen, Intrigen, Lügen und Machtspielchen an allen Ecken und Enden ausgemalt habe, bekam ich bis zur Hälfte des Buches nur eine flache Handlung mit minimalen Ausschlägen und vorhersehbaren Reaktionen, die kaum Anreiz zum Weiterlesen boten.

Empfehlen kann ich es dennoch all jenen, die sich mit sich langsam entwickelnden Geschichten anfreunden können, die Durchhaltevermögen besitzen und auf mehrere Protagonisten in festen Händen wert legen. Da ich es bei 45% abgebrochen habe - und auch der überblätterte Restinhalt mich nicht mitreißen konnte - entfällt die Wertung.

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2 Kommentare

  1. Hm, ich kenne das Buch zwar leider nicht und wüsste auch nicht, ob ich es kennen möchte, aber schade, dass es dir nicht wirklich etwas gebracht hast. Ich finde es dennoch toll, dass du die Rezension in dem Sinne beendet hast. Also beendet sofern es in dem Moment ging. Ich verstehe dich allerdings sehr gut in dem Punkt. Wenn ich ein Buch, Manga, Comic oder was auch immer lese, bin ich für gewöhnlich erstmal weg vom Fenster und möchte am Ende mit einem guten Gefühl wiederkommen.

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    1. Hallo Diana,

      ich habe dieses Gefühl aber auch erst seit neustem, wenn mir ein Buch zuwider ist, setzt das im Kopf an, bis ich mich nicht mal mehr durchringen kann, es in die Hand zu nehmen.
      Dennoch hat es bis da hin eine Rezension verdient, in der ich belege, warum es mir nicht zugesagt hat.
      Meinen Lesern könnte ja genau das gefallen, was ich bemängelt habe.
      Jedes Buch hat diesbezüglich eine faire Chance verdient :)

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