[Rezension]
Fallende Stadt

Mai 09, 2018

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Lauren DeStefano - Fallende Stadt

Genre: Scifijugendbuch
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 10. April 2018
Verlag: cbt & cbj Verlage
Seitenanzahl: 416 Seiten
Ebook: 4,99 € ; Print: 9,99 €
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Inhalt:

Die schwebende Stadt Internment ist ein Paradies über der Erde – und ein gefährliches Gefängnis…

Morgan Stockhour lebt gemeinsam mit ihrer Familie, ihrer besten Freundin Pen und ihrem Verlobten Basil auf der schwebenden Stadt Internment. Noch nie hat sie die streng geschützten Grenzen ihrer Heimat überschritten. Doch dann geschieht ein Mord, der erste seit einer Generation.
Auf einmal stellt Morgan die Regeln von Internment infrage - und ist völlig unvorbereitet auf das, was sie erwartet …

Meinung:

Die Idee einer schwebenden Stadt über der Erde hat mich neben dem Cover direkt angesprochen. Es klang nach verdammt viel Spannung und Action, wenn ich auch ein wenig Angst vor zu viel Science Fiction Elementen hatte. Jetzt nach dem Lesen, kann ich nicht mal genau sagen, in welches Genre ich die Geschichte einordnen würde, denn sie hat für mich ein bisschen von allem.
Minimales Scifipotenzial, ein bisschen Fantasy, aber irgendwie auch eine dystopisch angehauchte Atmosphäre.

Der Einstieg ins Buch, besser gesagt die erste Hälfte, war mehr als holprig.
Man lernt als Leser Morgan Stockhour kennen, die in Internment - der schwebenden Stadt - lebt. Direkt zu Beginn wird man mit ihren Tagträumereien und religiösen Ansichten konfrontiert und ich konnte leider überhaupt nicht warm werden mit ihr.
Ihren Alltag verlebt sie mit ihrer Mutter in einem Appartement, über ihnen wohnt ihr blinder Bruder Lex mit seiner Frau Alice. Ihr Vater ist Wachmann und fast nie zuhause.

Die Stadt Internment ist durch offensichtliche Umstände nicht sehr groß.
Es fährt ein Zug dauerhaft im Ring um die Stadt herum, die in Sektionen und Bezirke aufgeteilt ist. Regiert wird das Etablissement vom König, dessen Namen ich mir jetzt nicht gemerkt habe.
Durch den Platzmangel und die Wohnbegrenzung gibt es in Internment strenge Vorschriften, die das Leben der Menschen regeln.
Man lebt nur bis zu einem bestimmten Alter, wird schon bei der Geburt verlobt und auch das Kinderkriegen wird streng reguliert. Alles Dinge, die mich an eine dystopische Story denken lassen und die mir von der Struktur her, relativ gut gefallen haben.

Das größte Problem, das sich bereits am Anfang zeigte, personalisierte sich im Charakter Morgan Stockhour. Sie träumt vom „Boden“, was an sich schon fast an Verrat grenzt und theoretisch eine Medikamenteneinnahme nach sich zieht.
Neben diesen Träumereien, denen sie kaum Taten folgen lässt, ist sie nach dem Mord, dauernd um ihre eigene Sicherheit und die von anderen besorgt, wirkt verwirrt und konnte mich überhaupt nicht erreichen.
Emotional gesehen war das Ganze wirklich sehr flach, nicht einmal die Gefühle von ihrem Verlobten Basil und umgekehrt, kamen bei mir an. Da war nichts, gar nichts. Selbst ihre beste Freundin Pen, die etwas interessanter wirkte, konnte an diesem Gefühl der Emotionslosigkeit der Geschichte nichts ändern.

Es passieren immer mehr seltsame Dinge auf Internment, der König warnt die Bevölkerung und es kommt etwas mehr Schwung in die Sache.
Wo vorher nur Apathie und roboterhaftiges Verhalten vorherrschte, entwickelt sich ab der Mitte des Buches endlich Spannung.
Versteht mich nicht falsch, auch die erste Hälfte der Geschichte ließ sich super gut lesen, das lag allerdings nur am Schreibstil der Autorin, der trotz der fehlenden Tiefe der Charaktere, einnehmend und fesselnd ist und zum Weiterlesen animiert.

Und zum Glück begann Morgan mit dem Kennenlernen des angeblichen Mörders, ein wenig Dreidimensionalität zu entwickeln.
Sie beginnt Dinge zu hinterfragen, sich gegen Regeln aufzulehnen, aber wie sagt man so schön? Das Kind war schon in den Brunnen gefallen.
Ich mochte sie nicht wirklich. Sie war mir nicht unsympathisch, aber auch nicht sympathisch. Eine Grauzone. Wie der Glaube, der ebenfalls eine große Rolle in der Story einnimmt. Der Glaube an die Götter, an das, was am Boden ist, an die Faszination des Randes, der die Menschen angeblich in den Wahnsinn treibt. Für mich ein schwieriges Thema, denn ich bin nicht gläubig und empfinde sowas in Büchern immer etwas langweilig.

Nachdem die Geschichte Fahrt aufgenommen hat, geht auch alles Schlag auf Schlag. Was genau das ist, das müsst ihr selbst herausfinden.
Für Leute, die die Geschichte lieben, ist der Cliffhänger sehr böse.
Für mich stellte sich einfach nur die Frage, ob das, was ich gelesen habe, reicht, um mich dem zweiten Band zu stellen oder nicht.
Zumal Cover und Titel auch einen falschen Eindruck von der Story vermitteln.
Aber das nur am Rande.

Fazit:

„Fallende Stadt“ ist der schleichende Auftakt zu einer dystopischen Scifijugendbuchtrilogie mit viel ungenutztem Potenzial. Die Atmosphäre, das Setting und die Idee dahinter sind großartig, ansatzweise auch gut ausgeführt, nur die Charaktere lassen stark zu wünschen übrig.
Die Einzige, der ich von Beginn an Ecken und Kanten zuordnen konnte, war die Prinzessin von Internment, die jedoch keine tragende Rolle spielt im ersten Band. Wer ein locker zu lesendes, etwas religiöses, verrückt anmutendes Halb-Abenteuer braucht, das erst zum Ende hin richtig gut wird, der wird an diesem Part seine helle Freude haben.

Für mich war das eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Ob ich den zweiten Band lesen werde, weiß ich noch nicht.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️💫 (3,5/5)

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