[Rezension]
Izara (Das ewige Feuer)

April 14, 2018


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Julia Dippel - Izara (Das ewige Feuer)

Genre: Fantasy
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 25. Oktober 2017
Verlag: Thienemann Esslinger Verlag (Planet!)
Seitenanzahl: 540 Seiten
Ebook: 3,99 € ; Print: 14,99 €
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Inhalt:

Ari hält sich für ein ganz normales Scheidungskind: Sie lebt bei ihrer labilen Mutter, verabscheut ihren reichen Vater und jobbt neben der Schule, um sich ein Auto leisten zu können.
Doch all ihre durchschnittlichen Sorgen rücken schlagartig in den Hintergrund, als übernatürliche Wesen versuchen, sie zu töten. Einer von ihnen ist Lucian, für den Ari als Tochter seines Erzfeindes ganz weit oben auf der Abschussliste steht.
Als er jedoch erkennt, wie sehr er sich getäuscht hat, begeben sich die beiden auf die gefährliche Suche nach Antworten. Vor ihnen tut sich ein Abgrund aus Intrigen, Verrat und den Machtspielen einer verborgenen Gesellschaft auf, in der Ari ihren Platz finden und vor allem überleben muss.

Meinung:

Izara - für viele ein Highlight, für mich vor allem erstmal eins: Gewöhnungsbedürftig.
Und dabei fängt die Geschichte so gut an!
Gleich zu Beginn erlebt man als Leser den Schulalltag und ein bisschen Geplänkel von Ariana und ihrer besten Freundin Lizzy, die gemeinsam auf ein Internat gehen.
Lizzy: Chaotisch, schwungvoll, enthusiastisch, heiß wird komplettiert von Ariana, die mir mit ihrer sarkastischen, ruhigen Art auf Anhieb sympathisch war.
Ari - deren Geschichte hier aus der Ich-Perspektive erzählt wird - und damit auch die Leser selbst, werden fast direkt am Anfang in eine actionreiche Flucht hineingezogen, die mich im ersten Moment schon beeindruckt hat. Mit einer so schnellen Verwicklung in das Grundproblem der Story hätte ich nicht gerechnet. Wie viel besser konnte das jetzt noch werden?

Ich sag’s euch, wie es ist: Nicht viel.
Aber das liegt einzig und allein daran, dass ich mit der Flut an Informationen, die da auf mich als Leser einprallten, nicht umgehen konnte. Vom System her, kann ich das jetzt am besten damit vergleichen, wie ich mich nach „Kernstaub“ gefühlt habe. Nach der Lektüre musste ich auch erstmal meine Gedanken ordnen und sogar einen groben Plan der Rang- und Hackordnung zeichen, um bei den vielen neuen Begriffen und Verknüpfungen überhaupt durchzublicken.
Primus, Brachion, Omega Inc, Phalanx Bruderschaft, Hexen, Aziam, Siegel, Halbblüter, Magie, der Rat, das Lyceum und noch so einiges mehr.
Vielleicht hätte ich direkt mal einen Blick auf die Internetseite zum Buch werfen sollen, dann hätte mich die Geschichte um Ari und Lucian sicher auch viel früher gepackt.

Auf die Idee bin ich leider nicht gekommen und so dauerte es tatsächlich eine Weile, bis ich mich einigermaßen orientieren konnte. Und obwohl die Idee hinter der Geschichte so vielschichtig ist und wirklich umwerfend geschrieben, haben die Einstiegsschwierigkeiten meiner Laune schon einen kleinen Dämpfer verpasst. Versteht mich bitte nicht falsch, die Story ist großartig, der Schreibstil einfach zu lesen, man müsste theoretisch durch die Seiten fliegen und der Vergleich, den einige zu Cassandra Clare ziehen, ist durchaus berechtigt.

Allerdings stehe ich mir da selbst ein wenig im Weg, denn damit mich eine Geschichte von Anfang an fesseln kann, darf es nicht so extrem kompliziert sein, wie ich es empfunden habe. Ein paar Schnörkel hier und da, ein wenig Chaos, um die Spannung zu schüren, gewürzt mit verzwickten Situationen und Beziehungen - sehr gerne. Ich weiß leider nicht genau, wie ich mein Problem so schildern kann, das man versteht, was ich meine.

Also weiter in der Story. Nach der phänomenalen Flucht, bei der Lucian, der männliche Protagonist erstmalig eine größere Rolle spielt, wird Ariana in ein Geheimnis eingeweiht, das ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt.
Eine Geheimorganisation, Gefühle aussagende Menschen, ewige Seelen, Siegel auf Körpern, die wie Tattoos anmuten, aber mit Magie Fähigkeiten verstärken.
Normalerweise hätte ich mich daran gestört, wie schnell Ari diese Veränderungen akzeptiert und sich in die Gesellschaft der Phalanx Bruderschaft einfügt, aber irgendwie passte es zu ihrem Charakter, sodass die Gesamtsituation stimmig wirkte.

Wenn ich das, was danach kommt, beschreiben müsste, würde ich sagen, dass es eigentlich alles hat, was ein gutes Fantasybuch braucht. Viel Action, Fallen, Verrat, Liebe, Entscheidungen, die infrage gestellt werden, Gedankenlesen, Entführungen, Traumwandeln und und und. Wenn es dem Buch an einem nicht mangelt, dann ist das wohl Spannung. Das Prickeln in den Fingerspitzen direkt wissen zu müssen, wie es weiter geht.
Nur hat es bei mir halt bis zum letzten Viertel gedauert, um das Potenzial zu erkennen. Aber dann...

Ari ist Izara. Was das bedeutet, müsst ihr selbst herausfinden. Allerdings war diese Tatsache bei mir ausschlaggebend, denn ab dem Zeitpunkt ging es mit meiner Begeisterung wieder bergauf.
Endlich hatte ich den Durchblick, auch wenn es bis zum „Finale“ gebraucht hat, um mich endgültig mitzureißen. Das Finale war der Wahnsinn!
Hier laufen so viele Handlungsstränge und Fäden zusammen, dass man erstmal denken könnte, das hätte mich wieder überfordert - aber genau das Gegenteil ist der Fall!
Thanatos, Lucian, Victorius, Mr. Harris, Gideon, Ari, Lizzy, Jimmy und all die anderen Charaktere auf einem Haufen hat es gebraucht, um dem Chaos mit der Rangordnung, den Primus, den Brachion und ihren Fähigkeiten Struktur zu geben. Verrückt, irgendwie. Aber das war ganz gut so.

Fazit:

Obwohl ich mit Izara „Das ewige Feuer“ so einige Startschwierigkeiten hatte, komme ich nicht umhin zu sehen, wie gut die Story eigentlich aufgebaut ist.
Es gibt einen konstant oben gehaltenen Spannungsbogen, der Leser wird direkt ins Geschehen gezogen, Liebe und Leidenschaft kommen durch die Fähigkeiten, die den Primus zugeschrieben werden, definitiv nicht zu kurz. Emotional gesehen ist das Ganze ein großes Überraschungsei.

Eine normale Welt, aufgepeppt durch Fantasyelemente, Portalreisen, andere Dimensionen - theoretisch ein Rundumschlag für alle, die sich gern mit neuen Ideen auseinandersetzen.
Für alle, die actionreiche Romantasy mögen und bei komplexeren Strukturen eine schnelle Auffassungsgabe besitzen.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

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