Der Beitrag ohne Namen.

April 22, 2018


...weshalb dieser hier auch keinen hat. ^__^

Da ist er. Mein erster eigener Beitrag zu einem Thema, das nichts mit dem allgemeinen Buchbloggeralltagswahnsinn zu tun hat. Naja, zumindest nicht direkt. Es dreht sich nicht um Neuerscheinungen, Autoreninterviews oder mein aktuelles Buch. Nein, das, worüber ich heute sprechen will ist: Kritik.

In diesem besonderen Fall „Rezensionskritik/Anregungen“.
Ich möchte hier niemanden angreifen, bloßstellen oder in irgendeiner Weise angehen.
Es spiegelt lediglich meine Sicht der Dinge wider.

Das alltägliche Brot von Buchbloggern sind und bleiben nun mal Leseerfahrungen. Fangirling, Hating, Buchliebe, der immer größer werdende Sub und noch so viel mehr Dinge, über die wir täglich berichten. Und – für mich mittlerweile nicht mehr wegzudenken – auch die Rezensionen nach einem gelesenen Buch. Es ist allgemein bekannt, dass Rezensionen – egal ob positiv oder negativ – den Autoren helfen ihre Bücher der Lesergemeinschaft näher zu bringen. Und das ist auch gut so.
Je mehr Rezensionen ein Buch hat, desto öfter wird es gesehen, man spricht darüber und teilt seine Meinung der Welt mit. Dabei ist es egal, ob diese Meinung gut oder schlecht ist. Publicity bleibt Publicity. Kurz gesagt: Nur keine Werbung ist schlechte Werbung.
Natürlich ist es nicht schön für einen Autor, wenn einem Leser sein Werk, in das man so viel Liebe und Arbeit gesteckt hat, nicht gefällt. In dem Falle finde ich es jedoch extrem wichtig, dass man mit dieser Kritik umgehen kann. Ignorieren oder gar sich abfällig über die Rezension äußern hilft in keinem Fall. Tut man das dann auch noch öffentlich, wirft es ein sehr schlechtes Licht auf den Autor/die Autorin.

Aber das ist auch gar nicht der Punkt, den ich ansprechen will. Ganz im Gegenteil.
Mir geht es heute um den Umgang mit Rezensionen. In Zeiten vollkommener Social-Media/Blogpräsenz halte ich es für unabdingbar, dass man sich als Autor zu Rezensionen äußert.
Ein „Danke fürs Lesen“ wäre für mich das Mindestens. Oder wenigstens ein Smiley, sodass diejenigen, die die Rezension verfasst haben, wissen, dass sie zumindest vom betreffenden Autor zur Kenntnis genommen wurde. Und dass sie nicht ins Leere läuft. Man kann natürlich bei, was weiß ich, über 100 Rezensionen an einem Tag, nicht jede einzelne sofort lesen. Aber man kann sie sich merken und später anschauen – immerhin geht es ums eigene Buch, das sollte also drin sein oder?
Actio – Reactio, oder wie es so ähnlich im Chemieunterricht hieß. Oder Latein?
Ihr wisst hoffentlich, worauf ich hinaus will.

Wenn ich Rezensionen schreibe, dann bin ich vielleicht nicht immer sachlich und schweife oft in emotionale Gefilde ab. Was ich jedoch immer bin, ist respektvoll, niemals beleidigend und ich versuche stets eine gute Sache an dem Buch zu finden, egal wie schrecklich ich es fand, weil ich weiß, dass es Leute gibt, die das tatsächlich gut finden könnten.

Der Grund, weshalb ich das hier so ausführlich erkläre, ist, dass mir in letzter Zeit der Satz „Ich lasse Rezensionen oft lieber unkommentiert“ des Öfteren über den Weg gelaufen ist. Liebe Autoren, das ist vollkommen okay, denn es ist eure Entscheidung. ABER: Es gibt gefühlt Abermillionen von Buchbloggern da draußen. Und wenn jemand eurer Werk liest und rezensiert, wäre es da nicht angebracht, wenigstens einen kleinen Kommentar da zu lassen?
Ich finde schon. Zumal ich wohl eine der Wenigen bin, die sich in dem Punkt auch Kritik wünscht.
Denn in der realen Welt haben einige Leute oft Schwierigkeiten meine Gesichtsausdrücke zu deuten.
Das liegt nicht an deren Einschätzung, sondern tatsächlich an meiner „Unfähigkeit“ mein Gesicht im richtigen Moment in die richtigen Bahnen zu lenken. Das ist okay, damit kann ich umgehen.
Und wenn die Leute das falsch verstanden haben, dann kann ich sie aufklären.

Bei meinen Rezensionen würde ich das auch gerne tun.
Obwohl ich bereits seit zwei Jahren intensiv Rezensionen schreibe, bin auch ich in dieser Hinsicht nicht perfekt. Ich habe meine guten und meine schlechten Tage – unabhängig davon, wie sehr mir ein Buch gefallen hat. Das spiegelt sich dann in meiner Rezension wieder. Und kann in vielen Fällen auch anders/falsch rüberkommen. Damit hätte ich dann mein Ziel verfehlt.
Ein Beispiel:

Buch xy war zu Beginn sehr langatmig, ich konnte es oft nicht richtig einschätzen,
aber es war dennoch durchweg spannend und endete mit einem großen Knall.
Die Protagonisten waren klasse, sodass ich nur 5/5 Sterne vergeben kann.“


Was ich lese:
Es hat mir trotz einiger Mängel super gut gefallen und ich empfehle es uneingeschränkt.

Was andere lesen:
Wieso gibt sie dem Buch 5 Sterne, wenn sie es langatmig findet?

Und hier beginnt mein Problem: Manche Formulierungen kommen bei den Menschen anders an, als ich sie rüberbringen will. Klar könnte ich jetzt sagen „Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe, nicht dafür, was du verstehst.“ – aber dann würde ich nicht die gewünschte Wirkung bei den Lesern meiner Rezensionen erzielen können. Deswegen freue ich mich jedes Mal, wenn man mir – egal ob zu meiner Meinung oder meinen Texten – sagt:
Das kommt bei mir so und so an. Es klingt so, als wäre, das und das…
Denn nur, wenn das der Fall ist, kann ich versuchen es nach meinen Vorgaben so umzuformulieren, dass es eben nicht mehr diese äußere „falsche“ Wirkung hat, sondern meine Gewünschte. Nach meinen Vorgaben und meinem Standard, versteht sich.
Ihr beeinflusst meine Meinung damit nicht.
Weder Autoren, die mich darauf hinweisen, noch Leser oder Blogger.

Und während ich aufs Ende dieses Textes zusteuere, merke ich mal wieder, wie wirr meine Gedanken auf andere wirken müssen. Womit wir wieder beim Grund dieses Beitrags angelangt wären…
Ich hoffe, ihr habt einigermaßen verstanden, worauf ich hinaus will.

Kurzfassung:

Liebe Autoren, haltet euch nicht zurück, wenn ihr Rezensionen lest, die euch gefallen oder eben nicht gefallen. Ihr dürft ebenfalls eure Meinung dazu äußern, solange ihr so respektvoll bleibt, wie die Verfasser. Und bei so speziellen Fällen wie mir, da dürft ihr sogar sehr gern Kritik an meinen Formulierungen und Sätzen und an der Wirkung üben!

Und liebe Lesergemeinschaft: Jede Rezension hilft!
Danke fürs Zuhören. Zulesen. Wie auch immer ;) <3

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4 Kommentare

  1. Hallo Liebes!

    Ein wundervoller Beitrag! Ich hab dir ja gesagt, ich will ihn unbedingt lesen :)
    Ich verstehe deinen Gedankengänge vollkommen. Ich bin auch der Meinung, dass – wenn die Autoren die Rezension eines Bloggers sehen – zumindest ein Herzchen dalassen könnten. Ich war total begeistert als Armand Baltazar, Autor von 'Timeless - Retter der verlorenen Zeit' sich auf Facebook und Instagram Zeit genommen hat und meine Beiträge geliked und kommentiert hat. Das ist auch für einen Leser und Blogger wahnsinnig viel wert. Denn nicht nur Autoren freuen sich, wenn sie gelesen werden. :)

    Liebste Grüße,
    Wiebi

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    1. Liebe Wiebi,

      danke. Ich hatte wirklich Angst davor diesen Beitrag zu veröffentlichen, weil, wie du siehst, kommt es ja hauptsächlich negativ an. Da mal eine positive Stimme zu lesen, ist sehr angenehm.
      Natürlich erwarte ich nicht von jedem Autor, dass er sich zu jeder Rezension äußert, auch wenn ich schreibe, dass es „unabdingbar“ sei. Aber das ist ja nur meine Meinung, es heißt ja nicht, dass es auch umgesetzt werden muss. :/
      Das scheinen viele falsch verstanden zu haben.

      Also danke und liebe Grüße
      <3

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  2. Hi Michèle,

    ich mag diesen Beitrag! Und ich denke, es ist alles ein Geben und Nehmen. :)
    Ich schreibe Rezensionen vor allem, um meinen Eindruck zum Buch festzuhalten.
    Wenn dann noch ein Autor eine kleine Reaktion da lässt, ist das für mich ein großer Anreiz, zukünftig weiter zu rezensieren. :)
    Es müssen ja keine "wissenschaftlichen Fachaufsätze" sein, den Anspruch erhebe ich nun wirklich nicht. Aber ein ehrliches Feedback kann wohl jeder Autor erwarten. Und wenn es 'nur': "Ich fand das Buch (nicht) toll, weil..." Sätze sind. :)

    LG,
    Rabi

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    1. Liebe Rabi,

      danke dir.
      Natürlich ist es ein Geben und Nehmen, allerdings ist es auch so, dass ich in der Realtiät oft falsch eingeschätzt werde bezüglich meiner Mimik und deswegen finde ich es wichtig, sowas anzusprechen.
      <3

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