[Abbruchrezension]
Totes Land 1
(Ausnahmezustand)

April 29, 2018

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!*

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M. H. Steinmetz - Totes Land
(Ausnahmezustand)

Genre: Endzeitroman
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 24. Juli 2014
Verlag: Mantikore Verlag
Seitenanzahl: 510 Seiten
Ebook: 9,99 € ; Print: 14,95 €
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Inhalt:

„Lauf, solange du noch kannst!"

Der junge Markus ist hunderte Kilometer von Familie und Freundin entfernt, als er die schockierenden Nachrichten hört: Eine Seuche breitet sich rasend schnell aus. Schon bald wird sie das gesamte Land erfasst haben!

Während die Zivilisation zusammenbricht und die Dunkelheit sich über ein sterbendes Land ausbreitet, macht sich Markus mit seinen Freunden auf den gefährlichen Weg nach Hause – ein Ort, der vielleicht schon gar nicht mehr existiert. Ein grauenvoller Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Meinung:

Nachdem ich auf der Leipziger Buchmesse auf die „Totes Land“ Trilogie aufmerksam gemacht wurde und mich ein wenig mit dem Autor über den Inhalt unterhalten hatte, wurde mir klar, dass das etwas Außergewöhnliches sein und mir gefallen könnte.
Ich meine, zombieähnliche Wesen, eine Flucht durch ein zerstörtes Land, apokalyptische Stimmung - all das mag ich normalerweise sehr gern... wenn... ja, wenn es gut umgesetzt und ausgearbeitet ist.

Die Geschichte beginnt recht spannend, man trifft auf Markus, der in einem realistischen Rollenspiel mit Kollegen szenariomäßig gerade einen Angriff von eben jenen Zombies nachstellt, die später noch solche Probleme machen sollen. Und leider fiel mir bereits zu Anfang ein sehr grober Schnitzer auf, der mich ziemlich gestört hat.
Im Klappentext steht: „Der junge Markus...“; „[...] von Familie und Freundin entfernt[...]“

Ich möchte hier jetzt nicht irgendwie werten und vertrete generell die Auffassung, dass jeder so jung ist, wie er sich fühlt, aber bei dem Wörtchen „jung“ denke ich automatisch an die Zeitspanne zwischen, naja, grob gesagt vielleicht 16-30 Jahren.
Und nicht an einen erwachsenen Mann im ordentlichen Alter von 48 Jahren, wie das bei Markus der Fall ist. Hinzu kommt, dass besagte „Freundin“ in der Geschichte als seine „Frau“ daher kommt und auch das macht für mich schon einen Unterschied aus.

Mal ganz abgesehen von diesen krassen inhaltlichen Fehlern, die direkt meine Hirnrädchen angeschmissen haben, las sich die Story eigentlich erstmal recht gut. Der Schreibstil ist dem endzeitlichen Flair angepasst, etwas gröber, es fallen auch schon mal derbere Wörter, was mich jedoch nicht störte. Es passte dazu.

Das Setting umfasst gesamt Deutschland, man startet als Leser mit Markus in Berlin, der, nachdem er die fatale Nachricht erhielt, dass eine Seuche ausgebrochen sei, entschied, sich auf den langen Weg zu seiner Frau Anette in den Süden aufzumachen.
Besagte Seuche greift wesentlich schneller um sich als anfänglich vermutet und schon bald lauern hinter jeder Ecke lebende Tote, die sich an anderen Menschen vergehen und physikalische Gesetze außer Kraft zu setzen scheinen.

So weit, so schön.
Wenn ich also so ein Zombiebuch lese, dann erwarte ich regelrechte Angstzustände und nicht den dauerhaften Ekelgedanken, der sich mir, sowohl moralisch gesehen, als auch von den beschreibenden Umständen, leider mehr und mehr aufdrängte, je weiter ich las.
Natürlich wird jeder, sollte er jemals in eine solche Situation kommen, zuerst an sich selbst denken, aber die Kaltschnäuzigkeit von manchen Charakteren in einigen Situationen war mir echt zuwider.
Da findet Markus eine Reisegefährtin, Marie, ein Waisenkind von etwa 8-10 Jahren, ich weiß es nicht mehr so genau, verbringt Zeit mit ihr, schließt sie vielleicht sogar ein wenig in sein Herz, nur um dann in einer Gefahrensituation, in der Chaos herrscht, nicht mal einen Gedanken an sie zu verschwenden? Ist für mich leider unmöglich nachzuvollziehen, egal ob ich schon mal in so einer Situation war oder nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt, der schlussendlich zum Abbruch des Buches geführt hat, war das Hin und Herspringen zwischen den Sichtweisen der einzelnen Protagonisten. Die Geschichte selbst ist aus der personalen Erzählperspektive von Markus geschrieben, allerdings gehen die Gedanken, sobald ein neuer Charakter auftaucht, ab und zu und ganz unangekündigt, auf die neue Person über. Beispielsweise war Markus gerade noch in einer Unterhaltung mit Sabine, liest man direkt im Text auf einmal „Gedanken“ von eben jener Frau.
Das hat den Lesefluss unheimlich gestört. Klar vermittelt es ein Gefühl, dass man dann auch den anderen Protagonisten näher ist, aber es bringt einen wirklich aus dem Konzept.

Bis zur Hälfte der Story bin ich gekommen, dann ging gar nichts mehr.
Wenn ich ein Buch abbreche, muss es schon ein erstaunliches Widerstandsgefühl in mir auslösen und leider war das hier der Fall.
Obwohl Markus auf seiner Flucht durchaus ein paar wenige, spannende Momente hat, war der Rest einfach nur eine endlose Aneinanderreihung von heraushängenden Gedärmen, grün-gelben Rotzefäden, abstehenden Gliedmaßen, kaum erkennbaren Gesichtern und der ewigen Flucht, dem Hunger und diesem „[...] er musste dringen pissen.“
Ich habe damit überhaupt kein Problem, schon gar nicht mit ekligen Dingen, immer her damit.
Aber: Wenn dann auch noch keine Tiefe drin steckt und mich die Protagonisten nicht mit ihren Charaktereigenschaften fesseln können, dann ist das leider für mich vorbei.

Fazit:

Eine tolle Idee, für mich aber leider zu eintönig und dadurch langweilig.
Empfehlenswert für eingefleischte Endzeitliebhaber, die keine tiefergehenden Charaktere brauchen, die sich mit der Dauerschleife von Flucht, Jagd und Opferrolle zufrieden geben und Spannung in Gemetzel und Zerstörung finden.

Bewertung:

Da ich dieses Buch nicht beendet habe, gibt es keine Bewertung.

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