[Rezension]
Die Götter
von Asgard

März 22, 2018

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!*

Infos zum Buch / Werbung!

Liza Grimm - Die Götter von Asgard

Genre: Fantasy/Mythen
Reihe/Band: Einzelband
Schlüpftag: 01. März 2018
Verlag: Verlagsgrupper Droemer-Knaur
Seitenanzahl: 304
Ebook: 10,99 € ; Print: 12,99 €
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Inhalt:

Was sagt man zu jemandem, der behauptet, einen vor dem Zorn der Götter schützen zu wollen?

Natürlich glaubt die Studentin Ray kein Wort von dem Gerede der mysteriösen Kára über eine Prophezeiung und das mögliche Ende Asgards.
Stattdessen ergreift sie die Flucht. Und läuft dabei Tyr in die Arme, der sie auf Anhieb fasziniert. Ray ahnt nicht, dass Tyr als Odins Gesandter um jeden Preis verhindern soll, dass die Prophezeiung eintrifft. Als sich auch noch Loki, Gott der Listen und Heimtücke, in die Geschehnisse einmischt, muss Ray auf einer abenteuerliche Reise ins Reich der Götter und Riesen herausfinden, ob sie wirklich eine Heldin sein kann.

Meinung:

Was habe ich lange auf dieses Buch gewartet!
Warum? Na weil ich die Videos der Autorin auf Youtube liebe, weil ich wusste, wie sehr sie dem Schreiben und allem was dazugehört verfallen ist. Weil „Die Götter von Asgard“ ihr Debüt bedeutet. Und weil ich das Cover so schön fand. Aber das tut nichts zur Sache.

Wie auch immer, jedenfalls war ich tierisch gespannt auf die Geschichte, die sie da gezaubert hat und ich kann sagen, dass ich sie zumindest mochte.
Es ist mal was anderes, denn man konnte an den komplizierten nordischen?! Namen der mystischen Götterwelt zumindest die Recherchearbeit erkennen, die dort reingesteckt wurde. Bevor ich gleich ein wenig auf den Inhalt eingehe, muss ich allerdings loswerden, dass eben dieser, in meinen Augen, Platz und Spielraum für mindestens eine Dilogie gehabt hätte.

Bereits im Prolog wird dem Leser durch die Nornen bewusst gemacht, dass irgendwas mit dem Schicksalsteppich im Busch ist. Ein goldener Faden hat sich gebildet und damit den Beginn einer lang verborgenen Prophezeiung ausgelöst.
Für all jene, die sich nicht ein wenig mit den Mythen und Legenden der Götter auskennen, wird da zu Anfang, meiner Meinung nach, zu viel mit eben den oben genannten Begriffen um sich geschmissen. Das gehört zur Geschichte dazu, ist aber für unerfahrenere Leser eher semioptimal.

Versteht mich nicht falsch, der Schreibstil ist nichtsdestotrotz einfach zu lesen und man wird, sobald man einmal reingefunden hat quasi durch die Welten, durch die Ups und Downs getragen.
Der Lesefluss bleibt angenehm jugendlich, mischt sich mit gutem Wordbuilding, lässt das Kopfkino leise vor sich hinsummen und erschafft so eine dazu passende Atmosphäre.

Man begleitet die Protagonistin Ray auf ihrem Weg zur Heldin. Und zwar wortwörtlich, denn sie hat auf der Erde kein wirklich schönes Leben. Versagensängste, ständig wechselnde Studiengänge, zum Erfolg drängelnde Familienmitglieder und nicht wirklich jemanden mit dem sie reden kann.
Bis sie Kára begegnet, die ihr nach einem etwas holprigen Start nicht nur einen Weg weist, ihr Selbstbewusstsein zu verbessern und ihren Traum zu leben, sondern sie tatsächlich sozusagen in eine neue Welt treibt.
Gemeinsam mit Loki, Thor, Tyr und einigen anderen Bewohnern Asgards, Svartalfheims und der umliegenden Welten, versucht Ray, von einer Mutprobe zur nächsten stolpernd, eine Heldin zu werden. Dass ihr dabei ein paar Steine in den Weg gelegt werden ist klar oder?

Bleiben wir doch zunächst mal beim Positiven:
Die Welten, die Gefahren, die Bewohner, die Magie und somit auch die Spannung sind der Autorin super gut gelungen. Ich war regelrecht begeistert davon wie Ray von Abenteuer zu Abenteuer geschlittert ist, wie sie mit den Göttern interagiert hat und dass die Götter doch menschlicher wirkten als gedacht. Doch bis auf Kára und Loki konnte ich leider keinen so richtig fassen.

Und das war auch mein größter negativer Kritikpunkt:
Die Autorin hat es zwar versucht, durch ihre Schreibweise, bestimmte Situationen und so weiter, aber die Verbindung zwischen Ray, Tyr, Thor und mir blieb aus. Die Gefühle, die beschrieben wurden, Angst, Wut, Verzweifelung, Trauer - es kam nicht bei mir an.
Die Geschichte liest sich recht gut, aber leider nicht emotional packend genug.
Einzig Loki schaffte es etwas in mir hervorzurufen. Sympathischer Kerl, trotz seiner Fehler.
Aber ich wusste direkt woran ich bin.
Ray war mir da etwas zu sprunghaft. Auf der einen Seite sagt sie, dass sie mal ausbrechen will, dass sie ihren Traum leben will und auf der anderen Seite vollzieht sie dann mir unerklärliche Handlungen.
Vielleicht habe ich das auch teilweise nicht richtig gelesen, gut möglich, dennoch ergab einiges für mich aufs Gesamtbild und die Handlungsweise des Charakters bezogen, keinen Sinn.

Fazit:

Im Grunde ist das ein gelungenes Debüt, von der ausgeprägten emotionalen Distanz mal abgesehen. Die Geschichte um die Götter Asgards, die dem Fortschritt entsagt haben und ein Leben in Saus und Braus vorziehen, bis sie von einem Mensch wachgerüttelt werden, hat mir durchaus zugesagt und mich unterhalten. Wer mit einem zackigen Tempo à la: Situationen, die gefühlt noch nicht mal zuende gedacht sind, da kommt schon die nächste Spannungswelle angerollt, umgehen kann, dem kann ich das wärmstens empfehlen.

Für all jene, die ihren Kopf in Mythen und Legenden verlieren, auch gerne mal ein Held sein wollen und keine große Lovestory brauchen.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️💫 (3,5/5)

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