[Rezension]
Penelope (Wolfsköder)

Januar 13, 2018



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Theresa Sperling - Penelope (Wolfsköder)

Genre: Jugendbuch/Thriller
Reihe/Band: Band 1
Schlüpftag: 6. November 2017
Verlag: Drachenmond Verlag
Seitenanzahl: 266
Ebook: 3,99 € ; Print: 12,90 €
Hier kaufen: Amazon / Verlag

 
Inhalt:

„Es ist, als wäre irgendwo da draußen jemand, für den ich das alles aufschreibe. Du bist da draußen. Du wirst lesen, was ich geschrieben habe.
Du wirst mich verstehen, mit mir fühlen, mit mir kämpfen, dich um mich sorgen. Es fühlt sich an, als würdest du mir zuhören.
Hör mich an und mach, dass es dich gibt, denn sonst bin ich verloren.“

Penelope arbeitet als verdeckte Ermittlerin für das Geheime Jugendeinsatzkommando (GJK), das an Minderjährigen verübte Schwerverbrechen aufklärt.
Vom GJK zum Kämpfen und Töten abgerichtet und als ehrgeizige Fahrradkurierin getarnt, folgt Penelope der Spur einer verschwundenen Berliner Schülerin. Niemand weiß, ob die Vermisste noch lebt, weil sie vermutlich einem Serienmörder zum Opfer gefallen ist.
Penelope muss den Mörder ködern und überführen, bevor weitere Mädchen sterben. Und je tiefer Penelope sich in die Welt aus Lügen und Verbrechen verstrickt, desto gefährlicher wird es, sich jemandem anzuvertrauen, Freunde zu finden, sich zu verlieben …

Meinung:

Wenn ich in der heutigen Zeit an ein 16-jähriges Mädchen denke, kommen mir zuerst die Worte Partys, Handys, erste Liebe, Schule und Schminke in den Sinn.
In ganz schlimmen Fällen vielleicht auch Drogen oder Diebstahl.
Man muss sich ja ausprobieren, zumindest denken das die meisten.
Mutproben, du traust dich nicht, Challenges und all das ganze Zeug.

Die Worte, die mir als allerletztes einfallen würden, wären Jugendermittler, Abgeschiedenheit, Außenseiter, abnormal.
Aber all das zeichnet Penelope aus.

Nach außen hin ist sie die brave Schülerin, schließt Freundschaften und knüpft Kontakte, aber im Innern schreit sie.
Wie jeder normale Mensch sehnt sie sich nach Anerkennung, will beweisen was sie kann - in jeder Hinsicht.
Sie ist eine überdurchschnittlich intelligente Sportlerin mit Kombinationsvermögen und mit instinktiver Vorsicht gesegnet.
Das macht sie zur perfekten Kandidatin für das GJK, das geheime Jugendeinsatzkommando, das für die Polizei Ermittlungen durchführt, für die man Jugendliche besser gebrauchen kann als Erwachsene.

Für mich ist Penelope nichts weiter als ein Nutzungsgegenstand und so gibt sie sich auch. Abgestumpft, emotionsarm, einsam, abgeschottet.
Soll jetzt nicht heißen, dass es mir nicht gefallen hat, aber eine gewisse Aversion gegen die Geschichte oder zumindest die Idee ist im Nachhinein schon vorhanden.

Der Schreibstil der Autorin ist durchaus fesselnd. Sie versteht es, den Leser für sich einzunehmen, Mitleid mit der Protagonistin zu bekommen und Penelopes Sicht bestens zu vermitteln.
Ich wäre quasi durch das Buch geflogen, würde ich nicht arbeiten gehen.

Im Grunde ist Penelope ein Roboter der Polizei in Miniformat.
Klar, sie trainiert täglich für eine gute Sache, hält den Schein aufrecht und findet in Berlin, wo sie eingesetzt wird, auch eine Ersatzfamilie.
Dennoch führt sie kein normales Leben, weil sie niemandem davon erzählen darf, was sie tut.

Und obwohl die Atmosphäre des Buches, von der Thematik her, eher bedrückend ist, so gibt es da doch diese kleinen Lichtblicke namens Borcu und Mo. Borcu ist ein kleiner, 9-jähriger Wirbelwind, den ich direkt ins Herz geschlossen habe. Für ihr zartes Alter hat sie unheimlich viele Gedanken in ihrem Kopf und zeigt dem Leser, was es heißt, die Welt nochmal aus Kinderaugen zu erleben.
Mo, ihr großer Bruder, ist aber ebenso herzerwärmend wie Borcu.
Beide arbeiten, Mo mehr, Borcu weniger,  in Penelopes Hauptnahrungsquelle, dem Dönerladen um die Ecke.

Die Begegnungen mit den beiden haben mir beim Lesen immer sehr viel Freude bereitet.
Doch auch neben diesem kleinen Eingeständnis an Freiheit ist Penelopes Leben aufregend und spannend.
Die Autorin erzählt auf ungeschönte Art und Weise aus Penelopes Vergangenheit, von ihrem Leben als Fahrradkurrierin und vielem mehr.

Abschließend würde ich sagen, dass ich mich nicht gelangweilt habe, ich es jetzt aber auch nicht als sonderlich spannend empfunden habe.
Dafür war mir die Protagonistin zu sehr Roboter.
Und auch, wenn das zu ihrer Rolle als GJK Ermittlerin gehört, fehlte mir der Bezug zu ihr.

Fazit:

Mit einer leichenmalenden Mutter und einem Hippievater, der irgendwo ganz weit weg wohnt, hatte Penelope nie wirklich die Möglichkeit zu erfahren was es heißt behütet aufzuwachsen.
Vielleicht ist das der Grund, warum sie in die kalte, harte Welt der Verbrechensaufklärung gezogen wird.
„Penelope“ war für mich keine leichte Kost, auch wenn es ein Jugendbuch ist und vermutlich nicht die Wirkung erzielen soll, die es bei mir ausgelöst hat.

Es ist erschreckend zu lesen, was passieren könnte, aber noch viel unheimlicher, dass das, was Penelope passiert, tatsächlich irgendwann mal der Fall sein könnte.
Die Story ist gut, die Spannung eher mäßig - ein düsteres Jugendbuch mit türkischen Lichtblicken.

Bewertung:

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

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